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Gottes Souveränität in meinem Leid – ein Augenzeugenbericht zu Hurrikan Harvey

Wie so viele andere auch hat mein Bekannter aus Texas durch Hurrikan Harvey fast alles verloren – zumindest materiell gesehen. Sein Haus steht zwar unter Wasser, aber seine Familie ist sicher und er hat weder Glauben noch Hoffnung verloren. Ganz im Gegenteil, er wurde sogar zum Trostspender. Für mich ist er ein gutes Beispiel, was unerschütterlich bedeutet. Aber lest selbst.

Ein Gastbeitrag von Aric Harding
(Anm.: Übersetzung von mir, das englische Original findet ihr hier)



Über Glauben und Unterordnung unter Gottes Willen, selbst wenn wir uns nicht danach fühlen 

So um 2 Uhr am Sonntag morgen bemerkten meine Frau und ich, dass das Wasser nicht aufhören würde anzusteigen. Wir wohnten schon 10 Jahre in diesem Haus und noch nie war solch eine Flut auch nur in die Nähe unseres Hauses gekommen. Es war schwer zu glauben.

Wir verbrachten die nächsten 4 Stunden damit, alles mögliche nach oben zu tragen. Währenddessen schliefen unsere 7 Kinder im Obergeschoss, sich der drohenden Gefahr völlig unbewusst. Etwa um 5:30 Uhr sagte ich meiner Frau Glenna, sie könne auch ins Bett gehen, ich würde das Wasser beobachten.

Jetzt war alles still. Die Familie schlief. Der Regen draußen fiel in Strömen. Das Wasser näherte sich immer mehr allem, was wir in den letzten 10 Jahren aufgebaut hatten. Ich konnte nichts anderes tun, als dort zu sitzen. Ich platzierte mich, bewaffnet mit meinem Star Wars Strandhandtuch, direkt hinter der Eingangstür und wartete. Ich konnte das Wasser schon gegen die Türe schwappen hören. Es war dasselbe Gefühl, dass tausende von Menschen diese Woche hatten, und dieses Gefühl heißt „Machtlosigkeit“.

Dann ging es los. Von 6 bis 7 Uhr kämpfte ich mit Gott. „Hey Gott… Ich könnte es wirklich gebrauchen, dass du dieses Wasser abstellst. Ich weiß, dass du zusiehst und ich bin schließlich dein Kind. Als mein guter Vater bin ich mir sicher, dass du nicht willst, dass meine ganzen Sachen kaputtgehen oder dass meine Familie in Gefahr gerät oder vertrieben wird. Also, in deiner großen Weisheit, stoppe doch bitte dieses Wasser.“

Mensch, was sollte sich daran schon falsch anfühlen? Für mich jedenfalls gerade GAR NICHTS! Trotzdem denke ich an meinen fünfjährigen Sohn, der mich ansieht und zu mir sagt: “ Papa, ich weiß, du bist schlauer als ich, aber ich sag dir jetzt, was du tun wirst, weil es das ist, was ich will.“ Ha! Ich kann dir sagen, was für ein Gelächter er als Antwort bekommen würde.

Ich würde gerne behaupten, dass ich meinen Fehler an diesem Punkt erkannt hätte. Aber inzwischen war ich ein verzweifelter Mann und so verbrachte ich die nächste Stunde damit, mit Gott zu ringen.

„Gott, denk an all die guten Dinge, die ich tun kann, wenn ich nicht überflutet werde. Ich kann meinen Nachbarn helfen, meine Zeit investieren, Kleidung spenden, Geld… Gott, warte nur und sieh es dir an. Ich werde dein Held!“ – Das Wasser stieg immer noch.

So ging es eine ganze Stunde lang. Als die Flut meiner Hoffnung, trocken zu bleiben, langsam dahinschwand, wurde die Strömung meines Glaubens stärker. Wenn der Glaube eine Überzeugung von Tatsachen ist, die man nicht sieht, dann war ich kurz davor in den Glauben hinein geworfen zu werden, denn ich konnte überhaupt nichts Gutes an dieser Situation sehen.

Punkt 7:00 Uhr drückte ich auf den Parkettboden nahe meiner Haustür und Wasser quoll heraus. Das war’s. Das Wasser war hier. Ich atmete tief ein, stand auf und begann damit, meine Familie zu wecken.

Die nächsten Stunden waren gezeichnet von dem Chaos, sieben Kinder und einen Familienhund mit den Nachbarn zusammen in einem Kanu zu retten – dann tagelang Regen.

Jetzt stehe ich auf der anderen Seite. Und wer wusste es denn jetzt besser? Ich oder Gott? Was hat er getan, das diesen ganzen Ärger wert ist? Selbst ein Opfer der Katastophe zu sein, ließ mich die Kraft der Kirche und der Nachbarschaft sehen. Heute wird es wieder so sein. Unsere Straße wird mit Gelächter und Liebe gefüllt sein, während wir wieder gemeinsam arbeiten und aufräumen. Nicht nur unsere Gemeinde, sondern die Kirchen unserer gesamten Region werden da sein – Seite an Seite mit der Stadt. Es wird ein neuer Tag für Friendswood.

Und dann gibt es noch dieses Video, dass ich gedreht habe. Nach der schlimmsten Nacht dieses Sturms wollte ich ein paar Gegenstände aus unserem Haus holen und Rylor versichern, dass sein Klavier in Ordnung ist. Ich setzte mich hin und spielte einfach, was mir gerade in den Sinn kam. Das war das erste Mal, dass ich mich hinsetzte und mir eine kleine Auszeit von diesem Sturm nahm. In diesem Moment traf mich die Wahrheit zum ersten Mal: wir können das alles nicht verhindern, aber wir werden es hindurch schaffen. (Anm: Fortsetzung des Textes nach dem Video)

I went back to our street today because as you guys have probably seen the water has come back with a vengeance. I hope this was its high point. I grabbed the kids' favorite stuffed animals that we had left behind and a couple of games to keep the kids occupied. I think it's all finally sinking in a little. What we used to have going as a city is gone. I really think God is going to do something completely new here. I am excited to see the new beauty in the suffering. Our pastor @bruce_wesley reminded us of that truth from Romans 8 this morning on his Facebook Live broadcast. “For I consider that the sufferings of this present time are not worth comparing with the glory that is to be revealed to us. For the creation waits with eager longing for the revealing of the sons of God. For the creation was subjected to futility, not willingly, but because of him who subjected it, in hope that the creation itself will be set free from its bondage to corruption and obtain the freedom of the glory of the children of God. For we know that the whole creation has been groaning together in the pains of childbirth until now. And not only the creation, but we ourselves, who have the firstfruits of the Spirit, groan inwardly as we wait eagerly for adoption as sons, the redemption of our bodies. For in this hope we were saved. Now hope that is seen is not hope. For who hopes for what he sees? But if we hope for what we do not see, we wait for it with patience. Likewise the Spirit helps us in our weakness. For we do not know what to pray for as we ought, but the Spirit himself intercedes for us with groanings too deep for words. And he who searches hearts knows what is the mind of the Spirit, because the Spirit intercedes for the saints according to the will of God. And we know that for those who love God all things work together for good, for those who are called according to his purpose.” ‭‭Romans‬ ‭8:18-28‬ ‭ESV‬‬

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Später an diesem Tag teilte unser Pastor Bruce Wesley, der in Boise festsaß, einen Gedanken live auf Facebook. Er erinnerte uns an Römer 8, wo es heißt, dass wir Leid erfahren werden, doch dass Gott bei uns ist und er damit etwas für seine Ehre und unser Bestes bewirken wird.

Diese Botschaft, gepaart mit dem Video, in dem ich in 60cm tiefem Wasser Klavier spiele, löste etwas bei den Menschen aus. Es bewirkte bei Ihnen, was es bei mir bewirkte: menschen haben Hoffnung darin gefunden. Es hat jetzt schon über 1 Million Menschen auf der ganzen Welt berührt. Ernsthaft, wer hätte DAS gedacht?!?

Der Kreislauf der Weltnachrichten ist kurz und schnell und wird mich jeden Moment wieder abwerfen, aber das ist ok. Doch jetzt sehe ich auf mein 6:00 Uhr Gebet und komme mir lächerlich vor. Wer war ich, dass ich versuchen wollte, Gott seinen Plan vorzuschreiben? Für alles das, was er getan hat noch tun wird, ist es mir wert, neuen Boden zu verlegen, neue Wände zu errichten und eine Weile aus einem Koffer zu leben.
Danke dir Gott, dass du mir in deiner unendlichen Weisheit erlaubt hast, ein Teil von dem zu sein, was du tust! Nimm die Ehre, sie gehört dir.

Wenn du dich an einer Hilfsaktion beteiligen möchtest, geh zu www.clearcreekrelief.org. Das ist eine vertrauenswürdige Seite mit einem guten Ruf. * Bereits heute werden Dutzende von Arbeitsgruppen in unseren Straßen unterwegs sein, um dort zu helfen.

 

 

Trage deinen Teil dazu bei, sag ja zu Gott, liebe deinen Nächsten.


Wir hier in diesem Teil der Welt kennen uns nicht so sehr mit Hurrikans aus, trotzdem hat jeder Stürme in seinem eigenen Leben. Ich kenne auch dieses Ringen mit Gott und die Frage, ob Gott eigentlich weiß, was er da tut. Ich kann nachvollziehen, wie schwer es ist, ihm zu vertrauen, wenn sein Weg für mich hoffnungslos aussieht. Und genau deshalb liebe ich Geschichten aus dem wahren Leben, wie zum Beispiel die von Aric Harding.

Gott weiß ganz genau, was er tut und wir können nichts Besseres tun als ihm zu vertrauen und ihn einfach seinen Job machen zu lassen.

Über welche „Flut“ diskutierst du gerade mit Gott? Kannst du ihm vertrauen, auch wenn du noch nichts Gutes an der Situation finden kannst?

 

*Anmerkung: Ich gebe hier Aric’s Empfehlung weiter, ich kenne ihn zwar persönlich, nicht aber seine Gemeinde. Was euch natürlich nicht davon abhalten soll, zu spenden, Hilfe wird definitiv überall gebraucht.

Meine ehemalige Gemeinde hat ebenfalls einen Hilfsfond eingerichtet, diesen findet ihr hier.

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