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Begegnungen mit Jesus – Die Bibel verstehen lernen

Bekenntnis: Ich bin kein Evangelist. Ich kann mich anstrengen so viel ich will, ich kann Verse, Formeln und andere Dinge auswendig lernen bzw mitnehmen. Ich kenne das Evangelium und ich kann es auch ohne Probleme erklären. Trotzdem beiße ich bei dem Thema jedes Mal die Zähne zusammen, verkrampfe total und bin fast gelähmt vor Angst. Angst wovor? Vermutlich Ablehnung oder etwas falsch zu machen, ich weiß es nicht einmal. Ich weiß nur, dass es mir schwer fällt. Trotzdem komme ich nicht um diverse Bibelstellen herum, wo wir den konkreten Auftrag erhalten anderen Menschen von Jesus zu erzählen. Die bekannteste darunter ist sicherlich Matthäus 28,18-20:

Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Jünger gab es damals viele, denn Jünger bedeutet schlicht und einfach „Schüler“. Wer damals Lehrer war hatte auch Jünger. Die erste Frage ist also, zu wessen Jüngern sollen wir alle Völker machen? Doch die beantwortet Jesus gleich selbst, indem er sagt, wir sollen seine Lehren weitergeben. Doch dann habe ich eine zweite Frage, wird jemand zum Jünger/Schüler indem ich ihm einfach alles erzähle, was ich selber weiß? Ja bestimmt, aber dann wird er zu MEINEM Jünger und das ist weder mein Auftrag noch meine Absicht. Ich will es also irgendwie schaffen, anderen nicht nur von Jesus zu erzählen, sondern sie direkt zu ihm zu bringen und ihre eigenen Erfahrungen mit ihm machen zu lassen.

Grandios vorgemacht haben das die 4 Männer in Markus 2, die den Gelähmten einfach samt Matte aufgehoben und durch das Dach zu Jesu Füßen heruntergelassen haben. Allerdings finde ich das für mich eher weniger praktikabel.

Dann versuchen wir es einfach anders. Ich habe gesucht, wer eine ganz persönliche und verändernde Begegnung mit Jesus hatte. Beispiele bietet die Bibel viele, deshalb habe ich eine Vorauswahl getroffen. Aber lass uns den Text doch zusammen ansehen. Ich wollte sowieso grad zu Jesus, also wenn du Lust hast, komm einfach mit.

Lass uns unseren Besuch damit beginnen, dass wir Jesus begrüßen und ihm sagen, dass wir bereit sind zuzuhören und von ihm zu lernen. Bereite dich im Gebet darauf vor und bitte ihn, dir die Dinge verständlich zu machen. Wenn du soweit bist legen wir los. Wenn du auf meine Fragen keine Antworten hast oder selber ganz andere Fragen stellen möchtest, ist das kein Problem, im Prinzip sollen sie ja nur helfen, uns in den Text hineinzuversetzen.

Lukas 7
36 Es bat [Jesus] aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch.

  • Wer waren die Pharisäer bzw für wen hielten sie sich?
  • Wer war Jesus für sie?

37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin; als sie hörte, dass er in dem Haus des Pharisäers zu Gast war, da brachte sie ein Alabasterfläschchen voll Salböl,

  • Hatte die Frau auch einen Namen oder war es so schlimm, dass sie nur als „Die Sünderin“ bekannt war?
  • Wofür brauchte sie das Alabasterfläschchen voll Salböl sonst? War es kostbar? Besaß sie noch mehr davon?
  • War sie in diesem Haus überhaupt erwünscht? Wie würde wohl der Gastgeber reagieren und wie Jesus?

38 und sie trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe.

  • Warum weinte sie? Und was zeigt ihre Handlung?
  • Was hatte sie über Jesus gehört, dass sie ihn so überschwänglich begrüßte?
  • Was waren ihre Motive?

39 Als aber der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist!

  • Was passt dem Pharisäer hier nicht und warum?

40 Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sprich!

  • Warum antwortet Jesus? Der Pharisäer hatte doch „bei sich selbst“ gesprochen.
  • Wie redet er Jesus an und was sagt das über ihr Verhältnis aus?

41 Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war 500 Denare schuldig, der andere 50.
42 Da sie aber nichts hatten, um zu bezahlen, schenkte er es beiden. Sage mir: Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?

  • Warum erzählt Jesus diese Geschichte, was will er damit verdeutlichen?

43 Simon aber antwortete und sprach: Ich vermute der, dem er am meisten geschenkt hat. Und er sprach zu ihm: Du hast richtig geurteilt!
44 Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.
45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.
46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt.

  • Wie und warum kriegt Simon hier sein Fett weg?
  • Hatte Simon sich als guter Gastgeber gezeigt?
  • Wenn ihm bewusst gewesen wäre, dass er Gott selbst bei sich zu Hause hat, hätte er dann wohl genauso gehandelt?
  • Warum dreht Jesus sich zu der Frau, wenn er mit Simon spricht?
  • Welche Einstellung hatte Jesus zu dieser Sünderin und welche Simon?
  • Hatte die Frau vielleicht etwas erkannt, was Simon noch verborgen war?

47 Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben worden, darum hat sie viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
48 Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben!

  • Was war im jüdischen Glauben die Basis für Sündenvergebung und wer konnte diese aussprechen?
  • Woher hat Jesus das Recht/die Macht Sünden zu vergeben?
  • Hatte die Frau überhaupt um Vergebung gebeten? Wenn ja wie? Verbal? Durch Gesten?

49 Da fingen die Tischgenossen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?
50 Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden!

  • Warum ignoriert Jesus hier das Gerede der Pharisäer und geht nicht auf ihre Frage ein?
  • Von welchem Glauben spricht er? Wie hat sie sich zum Glauben bekannt? Sie hat doch kein Wort gesprochen.

 

Wer von den beiden, Pharisäer oder Sünderin, hatte hier die wirklich verändernde Begegnung mit Jesus und warum?

Meinst du, es ist wichtig sich mit frommen Floskeln und Bräuchen auszukennen und muss man die richtigen Worte finden um zu Jesus zu kommen? Oder welche Voraussetzungen müssen wir noch erfüllen? (Wie sah es mit der Herzenshaltung der beiden aus?)

Was genau hat Jesus den Anlass gegeben, dieser stadtbekannten Sünderin zu vergeben?

Was spricht dich an dieser Geschichte am meisten an? Kannst du dich in die Lage der einzelnen Personen hineinversetzen?

Stell dir vor, du hättest dich in Simons Haus geschlichen und stündest jetzt vor Jesus, was würdest du tun? Was ginge dir durch den Kopf? Was würdest du ihm gerne sagen?

 

Behalte den Gedanken, den du gerade hattest und setze ihn doch einfach spontan in die Tat um. Da Jesus nicht mehr in seinem irdischen Körper verweilt, haben wir jederzeit und allerorts die Möglichkeit zu ihm zu kommen. Sag ihm doch einfach wofür du dankbar bist und was dich belastet. Bitte ihn um Vergebung und sei gewiss, selbst wenn es dem Pharisäer neben dir nicht passt, Jesus verstößt niemanden, der es ernst mit ihm meint. Und jetzt verabschiede ich mich und lass euch zwei noch etwas allein…

 

 

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