Bibel

„Aber Gott…“ Berühmte Ausreden – Teil I

In diesem Blog geht es ja um ganz alltägliche Erlebnisse mit Jesus und ich muss leider zugeben, dass der Einwand „Aber Gott…“ definitiv dazu zählt. Mal bin ich sauer wegen irgendwas und denke mir, Jesus würde diesem Menschen jetzt mit Gnade und Verständnis begegnen. „Aber Gott, … der hat mir doch zuerst weh getan.“
Dann habe ich den Eindruck, ich solle einen Glaubensschritt machen und schon liegt mir wieder auf der Zunge: „Aber Gott, … ich kann das nicht, das ist unlogisch und ich trau mich nicht. Bist du dir sicher?“
Und dann kenne ich natürlich auch die faulen Ausreden, wenn ich mal einfach keine Lust habe, die Bequemlichkeit meines eigenen Lebens zu verlassen und jemand anderem zu dienen: „Aber Gott, …muss ich wirklich?“

Interessanterweise ist auch die Bibel voll von Ausreden. Mein persönlicher Favorit ist diese:

Der Faule spricht: »Es ist ein Löwe draußen; ich könnte umkommen auf offener Straße!« (Sprüche 22,13)

Hier geht es natürlich nicht um die reale Gefahr eines freilaufenden Löwen, sondern um eine Rechtfertigung, etwas nicht tun zu müssen oder zu können. Vermutlich spricht der Vers aber nicht nur über wirklich faule Menschen, sondern vielleicht auch über eine Art geistliche Bequemlichkeit oder einen geringen Glauben in einem Bereich .

Denn der, der sagt: „Ich könnte umkommen“ spricht bestimmt nicht aus dem Glauben heraus, dass Gott souverän ist. Egal in welcher Form, hier geht es um Ausreden, den Auftrag Gottes nicht auszuführen. Hin und wieder liegt es bei mir wirklich daran, dass mir etwas zu unbequem ist oder ich keine Lust habe. Meistens allerdings entspringt meine „Ausrede“ eher aus einer Unsicherheit. Ich denke dann wirklich, ich kann das nicht, bin nicht geeignet, unfähig.

Ich habe in The Peoples Bible von Joseph Parker eine Liste der berühmtesten Ausreden gefunden und möchte sie in den nächsten Posts einmal näher unter die Lupe nehmen. Allerdings möchte ich den Fokus nicht auf das schlechte Gewissen der „faulen Ausrede“ legen, sondern zeigen, dass meine Unfähigkeit für Gott noch lange kein Hindernis ist, sich selbst mächtig zu erweisen.

Ausrede #1: Es ist zu schwer oder zu gefährlich

Text: 4. Mose 13, 25 – 14,3

Es geht um die 12 israelitischen Spione, die das verheißene Land auskundschaften sollten. Das tun sie und stellen unter anderem fest, dass es ein sehr gutes Land ist. Trotzdem kommen 10 von ihnen niedergeschlagen wieder und verkünden:

Wir können nicht hinaufziehen gegen das Volk, denn es ist stärker als wir! Und sie brachten das Land, das sie erkundet hatten, in Verruf bei den Kindern Israels und sprachen: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine Einwohner frisst, und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs. (4. Mose 13,31-32)

Mit anderen Worten: „Das Land ist so wie Gott es versprochen hat… aber Gott… von den Einwohnern hast du nichts gesagt, die sind viel zu stark für uns. Das schaffen wir niemals!“

Das klingt für mich erst einmal nach einem verständlichen Einwand, trotzdem wird Gott ziemlich sauer. Warum?

In 4. Mose 14,22-23 erklärt Gott, dass die Israeliten seine Herrlichkeit und seine Zeichen in Ägypten und in der Wüste gesehen haben, dass sie ihn schon zehnmal versucht und seiner Stimme nicht gehorcht haben und das er höchstpersönlich ihren Vätern das Land zugeschworen hat. Und trotz alledem zweifelten sie noch am Erfolg der Sache und gingen sogar so weit, das Vorhaben beim ganzen Volk schlecht zu machen.

Wie geht die Geschichte weiter? Gott nimmt sich Josua und verhilft dem Volk durch ihn zum Sieg. Josua war nicht stärker, größer, erfahrener oder geschickter als die anderen, aber er war einer der beiden, die an Gottes Verheißung und auch an seine Vollmacht glaubten.

Wenn wir Gott auf unserer Seite haben ist körperliche Unterlegenheit also kein Hindernis. Je stärker die Übermacht, desto mächtiger kann er sich erweisen. Jesus hat selbst den Tod besiegt, wovor sollten wir uns also noch fürchten? Sei mutig!

Natürlich soll das kein Aufruf zu leichtsinnigen Entscheidungen sein. Das Volk Israel hatte schließlich eine ganz klare und konkrete Verheißung, auf die sie sich hätten stützen können. Ich bin auch noch nie in einer Situation gewesen, wo ich wegen meines Glaubens körperlich bedroht wurde. Doch auch für mich ist das Thema relevant, wenn es zum Beispiel um Sünde geht. Denn diese hinter mir zu lassen ist ganz klar Gottes Wille und dann zählt die Ausrede „Sie ist zu mächtig“ einfach nicht. Vielleicht habe ich dann Angst, zu kurz zu kommen, wenn ich mir nicht selbst verschaffe, was ich gerne hätte. Aber das ist genau der Punkt, wo ich Gott einfach glauben muss. Und das kann ich nur, wenn ich mich bewusst daran erinnere, was die Gute Nachricht ist und was Jesus bereits getan hat.

Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?
Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?
(Römer 8,31 & 35)

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht?« Die Sünde ist wie ein Stachel, der tödliches Gift in sich trägt. Durch sie hat der Tod seine Macht, und die Sünde hat ihre Kraft durch das Gesetz. Aber Dank sei Gott! Er schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus, unseren Herrn! Bleibt daher fest und unerschütterlich in eurem Glauben, meine lieben Brüder und Schwestern! Setzt euch mit aller Kraft für den Herrn ein, denn ihr wisst: Nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut.
(1. Kor 15,55-58 HFA)

 

Zu den anderen Ausreden:
„Ich kann das nicht!“ Berühmte Ausreden – Teil II
„Ich bin nicht geeignet!“ Berühmte Ausreden – Teil III
„Ich bin zu alt, zu jung, zu irgendwas…“ – Berühmte Ausreden – Teil IV
„Dem kann man es doch sowieso nicht recht machen…“ – berühmte Ausreden – Teil V
Erfolg, eigene Ziele, Karriere – Berühmte Ausreden – Teil VI
„Ich weiß von nichts“ – Berühmte Ausreden – Teil VII
„Aber die anderen…“ – berühmte Ausreden – Teil VIII

 

Quellen:

Parker, Joseph. „Commentary on Proverbs 22:4“. The People’s Bible by Joseph Parker. https://www.studylight.org/commentaries/jpb/proverbs-22.html. 1885-95.

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