Bibel

„Ich kann das nicht!“ Berühmte Ausreden – Teil II

Weiter geht es in der Reihe der berühmtesten biblischen Ausreden.
Die heutige Ausrede gehört quasi zu meinem Standardrepertoire:

Ausrede #2: Ich kann das nicht!

Es geht um Mose und wir begegnen ihm am Berg Horeb. Dort hütet er gerade die Schafe seines Schwiegervaters, als er etwas seltsames sieht. Er bemerkt einen brennenden Dornbusch, der jedoch nicht vom Feuer verzehrt wird. Genau durch diesen Dornbusch erteilt Gott Mose nun seinen Auftrag: So geh nun hin! Denn ich will dich zu dem Pharao senden, damit du mein Volk, die Kinder Israels, aus Ägypten führst! (2. Mose 3,10)

Darauf folgt eine ganze Reihe von Ausreden…

Mose aber sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und dass ich die Kinder Israels aus Ägypten führen sollte? (2. Mose 3,11)

Und Mose antwortete und sprach: Aber siehe, sie werden mir nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen! (2. Mose 4,1)

Mose aber sprach zum HERRN: Ach mein Herr, ich bin kein Mann, der reden kann; ich bin es von jeher nicht gewesen, und bin es auch jetzt nicht, seitdem du mit deinem Knecht geredet hast; denn ich habe einen schwerfälligen Mund und eine schwere Zunge! (2. Mose 4,10)

Zugegeben, es war kein kleiner Auftrag und beim letzten Mal, als Mose einem Landsmann helfen wollte, hatte er jemanden umgebracht und musste flüchten. Es ist also nicht so, als hätte er besonders gute Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht. Ich kann seine Einwände also durchaus nachvollziehen, doch spätestens beim dritten Argument klingt es doch irgendwie nach einer faulen Ausrede… Interessant ist aber schon, was Gott zu der jeweiligen Ausrede antwortet:

Mose: Wer bin ich, dass…? (3,11)
Gott: Ich will mit dir sein. (3,12)
Mose: Sie werden mir nicht glauben.  (4,1)
Gott: Jetzt werd ich dir mal ein paar ziemlich krasse Wunder zeigen, die du den Ägyptern vorführen kannst. (4,2-9)
Mose: Aber ich kann nicht reden. (4,10)
Gott: Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst! (4,12)
Mose: Ach schick doch wen du willst… (4,13)
Gott: Jetzt reicht’s aber! (4,14)

Ob Mose sich das wirklich nicht zutraute oder ob er keine Lust hatte, das wissen wir natürlich nicht. Wobei ich mich echt frage, wie er live erleben kann, dass Gott durch eine brennende Pflanze spricht und gleichzeitig nicht genug Glauben aufbringen kann, dass er es auch durch seinen Mund tun kann. Ich finde aber auch bemerkenswert, was für eine Geduld Gott hier mit Mose hat. Wäre das eins meiner Kinder gewesen, hätte ich schon längst gesagt: „Weißt du was? Ich mach es einfach selbst! Wer nicht will, der hat schon.“

Letztendlich hat Mose (mit Aarons Hilfe) seinen Auftrag erfüllt. Er musste ja nicht einmal viel tun. Die wirkliche Arbeit hat schließlich Gott geleistet, Mose musste ihm nur glauben und seine Anweisungen befolgen.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass Gott so geduldig ist, denn auch ich kenne diese „Och nööö, das kann ich nicht!“ Momente. Manchmal frage ich mich, ob es Gott besondere Freude bereitet, die unmöglichste Person für eine Aufgabe zu finden, um sie dann vor aller Augen auszurüsten, ihr Erfolg zu schenken und sich selbst dadurch zu verherrlichen…

Wie sagt man so schön? Gott beruft nicht die Qualifizierten, sondern er qualifiziert die Berufenen.

Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes, er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Hebr. 13,20-21, Hervorhebung von mir)

Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. (2. Tim 3,14-17, Hervorhebung von mir)

 

  • Hast du aktuell eine Aufgabe, einen Dienst in der Gemeinde, eine Herausforderung, eine angespannte Situation, ein Gespräch, eine geistliche Disziplin, einen Glaubensschritt oder irgendeine Sache, wo deine spontane Antwort „Das kann ich nicht!“ war? Vielleicht hast du recht, dass du es nicht kannst. Aber kannst du Gott dann glauben, dass unsere Unfähigkeit für ihn kein Hindernis ist?

 

Zu den anderen Ausreden:
„Aber Gott…“ Berühmte Ausreden – Teil I
„Ich bin nicht geeignet!“ Berühmte Ausreden – Teil III
„Ich bin zu alt, zu jung, zu irgendwas…“ – Berühmte Ausreden – Teil IV
„Dem kann man es doch sowieso nicht recht machen…“ – berühmte Ausreden – Teil V
Erfolg, eigene Ziele, Karriere – Berühmte Ausreden – Teil VI
„Ich weiß von nichts“ – Berühmte Ausreden – Teil VII
„Aber die anderen…“ – berühmte Ausreden – Teil VIII

 

Bibeltext der Schlachter Übersetzung
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