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Erfolg, eigene Ziele, Karriere – Berühmte Ausreden – Teil VI

Was hält dich eigentlich davon ab, Jesus bedingungslos nachzufolgen? Was hält mich davon ab? Bevor ich die Frage für mich und du sie für dich beantwortest, sehen wir uns doch einmal zwei Situationen aus der Bibel an.

Lukas 18,18-25

Es kam einmal ein reicher und frommer Mann zu Jesus und fragte ihn, wie er denn das ewige Leben erhalten könne. Jesus erzählte ihm erstmal von den 10 Geboten. Vielleicht stimmte das den Mann erst einmal zuversichtlich, denn diese hatte er ja seit seiner Kindheit gekannt und gehalten. Doch es geht weiter:

Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach! Als er aber dies hörte, wurde er ganz traurig; denn er war sehr reich. Als aber Jesus ihn so sah, dass er ganz traurig geworden war, sprach er: Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes hineinkommen! Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.(Lukas 18,20-25)

Was hielt diesen Mann also davon ab, Jesus zu folgen? Was war seine Ausrede? In erster Linie war es Besitz, von dem er sich nicht trennen wollte. Doch Jesus hat ja nicht einmal von ihm verlangt arm zu werden, er wollte nur den einen Schatz gegen einen anderen (langfristig besseren) tauschen – sprich den irdischen gegen den himmlischen (V.20). Es geht also gar nicht darum, alles abgeben zu müssen, wenn wir Jesus folgen wollen, sondern darum, nicht an unseren eigenen Vorstellungen von Besitz, Erfolg, Karriere etc festzuhalten.

Ich glaube, die Frage die der Mann hier stellte, zeigt nicht so sehr wahres Interesse an Veränderung, sondern eher die Hoffnung, Nachfolge und eigene Ziele irgendwie verbinden zu können.

Vielleicht war er auch auf ein Lob von Jesus aus, weil er die Gebote so toll gehalten hatte… Mal ehrlich, ich kenne das doch von mir, auch wenn es nur eine Mutmaßung ist, völlig abwegig klingt das nicht.

 

Lukas 14,16-20

Jesus erzählt hier ein Gleichnis von einem Menschen, der zu einem Festmahl einlädt. Als es dann so weit war, fingen die geladenen Gäste an sich zu entschuldigen und herauszureden.

Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss unbedingt hinausgehen und ihn ansehen; ich bitte dich, entschuldige mich!

Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, um sie zu erproben; ich bitte dich, entschuldige mich!

Wieder ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet, darum kann ich nicht kommen! (Lukas 14,18-20)

Man muss vielleicht dazu sagen, dass die israelitischen Feste immer mehrere Tage dauerten, es also nicht mit einer kurzen Abendveranstaltung getan war. Trotzdem stinken diese Ausreden regelrecht vor „Oh, das passt jetzt aber gerade gar nicht in meine Pläne“.

In den Versen 21-24 lesen wir, dass der Hausherr zornig wurde. Statt der geladenen Gäste holte er sich nun alle möglichen Leute von der Straße ins Haus und feierte mit ihnen sein Fest.

Die Parallele zum Volk Israel, das den Messias nicht erkannte und eine Einladung zugunsten ihrer Traditionen und Gesetze ablehnte, ist unübersehbar. Doch ich möchte ungern vorschnell „Oh gut, betrifft mich nicht“ sagen.

Die Frage, die ich mir am Anfang gestellt habe, war: „Was hält mich davon ab, Jesus bedingungslos zu folgen?“ und da finde ich mich tatsächlich sehr oft in den obigen Texten wieder…

Ich habe mich gegen konkrete Beispiele entschieden und teile stattdessen lieber ein paar Fragen, die mich gerade bewegen. Wer weiß, vielleicht geht es ja jemandem ähnlich.

  • Habe ich Angst, dass mir Gottes Pläne am Ende nicht so gut gefallen wie meine eigenen?
  • Habe ich Angst, etwas zu verpassen?
  • Habe ich Angst vor Veränderung oder einer ungewissen Zukunft?
  • Hänge ich an etwas so sehr, dass ich Angst habe, es zu verlieren oder abgeben zu müssen?
  • Lasse ich mich von eigenen Unsicherheiten bestimmen?
  • Fürchte ich mich vor Ablehnung, Misserfolg oder anderen Peinlichkeiten?
  • Warum kommt es mir zu schwer oder zu gefährlich vor? (siehe Ausrede #1)
  • Warum fühle ich mich einfach völlig unqualifiziert und ungeeignet? (siehe Ausrede #2)
  • Gott, bist du dir sicher, dass du mich meinst? (siehe Ausrede #3 und #4)
  • Lasse ich mich von der Angst bestimmen, einen Fehler zu machen? (siehe Ausrede #5)
  • Sagt Gott mir gerade, dass ich geduldig sein soll oder lasse ich mich etwa von meiner Angst lähmen?

 

Zu den anderen Ausreden:
„Aber Gott…“ Berühmte Ausreden – Teil I
„Ich kann das nicht!“ Berühmte Ausreden – Teil II
„Ich bin nicht geeignet!“ Berühmte Ausreden – Teil III
„Ich bin zu alt, zu jung, zu irgendwas…“ – Berühmte Ausreden – Teil IV
„Dem kann man es doch sowieso nicht recht machen…“ – berühmte Ausreden – Teil V
„Ich weiß von nichts“ – Berühmte Ausreden – Teil VII
„Aber die anderen…“ – berühmte Ausreden – Teil VIII

 

 

Bibeltext der Schlachter Übersetzung
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