Bibel

„Aber die anderen…“ – berühmte Ausreden – Teil VIII

Wir beenden die Ausreden Reihe mit einem Klassiker: „Aber ich kann doch nichts dafür, wenn die anderen mal (nicht) dieses oder jenes täten, dann könnte ich…“ Manchmal nimmt diese Ausrede auch etwas geistlichere Züge an: „Gott, wenn du xy tust, dann kann ich auch…“

„Ich würde ja gerne ein Buch schreiben, aber ich muss ja leider Vollzeit arbeiten. Gott, wenn ich irgendwann mal Rentner bin, dann kann ich das machen.“

„Ich würde ja gerne mehr über den Glauben reden, aber die anderen reagieren immer so komisch. Gott, wenn ich mal selbstsicher bin, dann mach ich das.“

„Ich würde ja gerne mit dieser blöden Angewohnheit aufhören, aber die anderen machen das auch und ich will nicht den Anfang machen. Gott, wenn jemand anders losgeht, dann geh ich mit.“

Ich könnte noch mehr Beispiele herauskamen, aber ich denke, ihr wisst worum es geht. Unser biblischer Prominenter ist diesmal ein Mann aus Johannes 5,2-7.

„Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat. In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war. Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte. Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit [in diesem Zustand] war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.“ (Johannes 5:2-7 Hervorhebung von mir)

Versteht mich nicht falsch, dieser Mann tut mir wirklich leid. Es muss schrecklich sein, 38 Jahre lang in seinem eigenen gelähmten Körper gefangen zu sein – die Quelle der Heilung in Sichtweite und doch unerreichbar. Ich habe volles Verständnis für seine Aussage. Der Text spricht von einer „großen Menge“ von Kranken, von denen immer einer geheilt wurde. Der Mann war Augenzeuge vieler Wunder geworden, doch um ihn scherte sich niemand.

Und dann kommt Jesus, sieht ihn an und unterhält sich mit ihm (ich frage mich, wie lange es her ist, dass sich davor jemand mit ihm unterhalten hat…). Ich hätte erwartet, dass Jesus Mitleid hat und ihm in den Teich hilft. Aber nein, er stellt ihm eine sehr provokante Frage: „Willst du gesund werden?“

Warum fragt Jesus das? Ist das nicht offensichtlich? Anscheinend nicht, denn Jesus stellte eine ja/nein Frage und der Mann antwortete mit einer Ausrede, warum er gar nicht gesund werden kann!

Mal ehrlich, geht uns das nicht auch oft so? Jesus fragt uns, ob wir ein Leben in Fülle führen wollen, ob wir mit ihm großartiges bewegen und Wunder sehen wollen und wir antworten mit einer Reihe von Ausreden, warum die anderen daran Schuld sind, dass wir gar nicht können…

„Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher! Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher. (Johannes 5:8-9a)

Vielleicht haben wir das auch selbst schon erlebt, aber dieser Mann erfuhr, dass sein Schicksal eben doch nicht von „den anderen“ oder „den Umständen“ abhing, sondern von seinem „Ja“ zu Jesu Angebot und seinem Gehorsams- bzw. Glaubensschritt.

Diese „aber die anderen“ und „wenn…dann…“ Ausreden sind mir persönlich sehr vertraut und ich bin mir relativ sicher, dass sie in Angst, Sorge und Unglauben verwurzelt sind. Es ist ja nicht, als wolle ich Jesus nicht folgen und Abenteuer mit ihm erleben, ich kann mir nur oft genug nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Und dabei vergesse ich, dass das genau ja auch gar nicht meine Aufgabe ist.

„Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“ (Matthäus 6:33 HFA)

Die Ausreden Reihe begann ja mit folgender Aussage:

Der Faule spricht: »Es ist ein Löwe draußen; ich könnte umkommen auf offener Straße!« (Sprüche 22,13)

Welche Form der Ausrede dieser Löwe annehmen kann, haben wir gesehen. Manche  waren imaginär, manche ein Vorwand und andere wirklich furchteinflößend. Doch keiner dieser „Löwen“ stellt für Gott ein Hindernis dar, das haben wir auch gesehen.

Gott hat Daniel’s sehr realen Löwen das Maul verschlossen und kann das auch jederzeit wieder tun, warum sollten wir uns dann vor imaginären Löwen fürchten? Es gibt keinen Grund!

Römer 12,11 (GNB) Werdet im Eifer nicht nachlässig, sondern lasst euch vom Geist Gottes entflammen. Dient in allem Christus, dem Herrn.

Wenn die Begeisterung mal nachlässt, fange ich sehr schnell an „Löwen“ zu sehen. Dann seh ich Probleme, sehe was nicht gut läuft, mache mir Sorgen darüber, was alles noch schief gehen könnte und komme so zu gar nichts. Aber genau deshalb sollen wir uns neu entflammen lassen vom Heiligen Geist. Also keine Ausreden mehr!

Zu den anderen Ausreden:
„Aber Gott…“ Berühmte Ausreden – Teil I
„Ich kann das nicht!“ Berühmte Ausreden – Teil II
„Ich bin nicht geeignet!“ Berühmte Ausreden – Teil III
„Ich bin zu alt, zu jung, zu irgendwas…“ – Berühmte Ausreden – Teil IV
„Dem kann man es doch sowieso nicht recht machen…“ – berühmte Ausreden – Teil V
Erfolg, eigene Ziele, Karriere – Berühmte Ausreden – Teil VI
„Ich weiß von nichts“ – Berühmte Ausreden – Teil VII

Bibeltext der Schlachter Übersetzung
Copyright © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf

Hoffnung für Alle® (Hope for All)
© 1983,1996, 2002, 2009, 2015 by Biblica, Inc.®

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere