AlltäglichesBibelMotivation

Sollte, müsste, könnte öfter Bibellesen? So gelingt der (Wieder-) Einstieg

Stille Zeit Bibellesen

Eigentlich sollte ich ja regelmäßig beten und in der Bibel lesen, aber immer kommt was dazwischen… Ich würde ja, aber ich versteh das alles nicht… Ich bin immer so müde und so abgelenkt… Ich hab‘s versucht, aber irgendwie fühle ich nichts dabei…

Das sind alles Dinge, die ich schon einmal gesagt habe. Du auch? Sollte es nicht pure Freude und ein Privileg sein, im Wort Gottes zu lesen? Definitiv, allerdings fühlt es sich nicht immer so an. Und je länger wir uns mit müsste, könnte, sollte quälen, desto unwahrscheinlicher wird die Freude daran. Wie gelingt also ein Wiedereinstieg oder wie fange ich überhaupt an, regelmäßig in der Bibel zu lesen?

Als ich in die Welt des Bloggens eingestiegen bin, habe ich mir einige sehr wertvolle Tipps von erfahreneren Bloggern eingeholt. Wahrscheinlich folgst du Unerschütterlich aber nicht, um die Tipps und Tricks des Bloggens zu erfahren, doch viele dieser Tipps lassen sich auch auf das geistliche Leben übertragen. Davon inspiriert möchte ich dir heute meine 5 wichtigsten Erfahrungen mitgeben, die dir den (Wieder-) Einstieg ins tägliche Bibellesen erleichtern können.

Am Anfang steht die Disziplin.

Wenn ein Blog am Anfang nur von einer Handvoll Leuten gelesen wird, kann man sich schon fragen, wofür man sich die Mühe eigentlich macht. Der Rat an mich war: Regelmäßig schreiben, egal wie die Resonanz ist.
Das selbe möchte ich auch über das Bibellesen sagen. Seien wir doch mal ehrlich, häufig nehmen wir doch die Bibel in die Hand und erwarten, dass sich sogleich der Himmel auftut und wir eine Offenbarung Gottes empfangen. Natürlich spricht Gott durch sein Wort und ich schließe nicht aus, dass er es auch mal beim ersten Satz tut. In der Regel braucht es aber eine gewisse Disziplin um überhaupt empfänglich dafür zu werden. Auch heute noch gibt es Tage, da lese ich mehr (oder weniger) interessante Fakten in der Bibel und dann gibt es Momente, da spricht sie mitten in mein Herz. Doch das sind und bleiben besondere Momente. Wenn du also nach ein paar Tagen Bibellesen immer noch nichts „fühlst“, dann sage ich dir jetzt: Regelmäßig lesen, egal wie die Resonanz ist.

Lass dich nicht von dem entmutigen, was du nicht verstehst.

Wisst ihr, was mir die Begriffe SEO, CSS und §5TMG gesagt haben, als ich anfing zu bloggen? Gar nichts! Heute kann ich euch zumindest erklären, was sie heißen und habe zum erstellen meiner Homepage tatsächlich einiges an CSS erfolgreich angewendet. Das war mit Arbeit verbunden, ich musste Fragen stellen und ich musste ausprobieren. Vor allem aber durfte ich nicht nicht davon lähmen lassen, dass ich keine Ahnung von gar nichts hatte und mich weiter auf das regelmäßige Schreiben konzentrieren.
Auch in der Bibel verstehe ich so viele Dinge nicht. Wenn ich mich aber daran aufhalte und darüber verzweifle, was bringt mir das? Ich sage nicht, dass man sich nicht mal anstrengen sollte, Bücher darüber liest oder erfahrenere Leute fragt. Trotzdem komme ich sehr viel weiter, wenn ich mich in erster Linie darauf konzentriere, das anzuwenden, was ich schon verstanden habe. Erfahrungsgemäß habe ich damit schon genug zu tun… und der positive Nebeneffekt ist: Je mehr ich anwende, desto mehr verstehe ich.

Ein schlechtes Gewissen bringt niemandem etwas.

Ich habe in unserem Gemeindebrief einmal darüber geschrieben, dass ich keine halben Sachen mache und Dinge entweder ganz oder gar nicht anpacke. Manchmal ist das gut, doch manchmal hindert es mich auch. Wenn ich also einmal das Bibellesen verpasst habe, dann kann ich es nach eigenen Kriterien ja auch ganz sein lassen… Absoluter Quatsch! Ein Blogpost mit Rechtschreibfehlern (oder noch schlimmer inhaltlichen Fehlern) ist nicht schön und kann peinlich sein, aber rechtfertigt das, den Blog an den Nagel zu hängen? Eine verpasste Stille Zeit, eine Woche verpasste Stille Zeit, ein Monat verpasste Stille Zeit, erstrebenswert ist das sicherlich nicht, aber disqualifiziert es mich? Nein. Den Gedanken „Ich kann doch so nicht zu Jesus kommen, ich müsste mich ja erstmal wieder vorstellen, ach ich mach das Morgen“, den verbanne bitte ganz schnell aus deinem Kopf. Egal wie lange es her ist, Jesus weiß genau, wer du bist und er wartet schon sehnsüchtig.

Finde heraus, was Gott will, wie er ist, wie er denkt, wie er handelt, was ihn interessiert.

Natürlich schreibe ich viel darüber, was mich selbst gerade beschäftigt, aber ich versuche auch aufmerksam zu bleiben, was um mich herum geschieht und welche Themen andere interessieren.
Genauso ist es beim Bibellesen. Wusstest du, dass die Bibel nicht in erster Linie ein Buch darüber ist, wie ich mich zu verhalten oder mein Leben zu führen habe? (Auch wenn manche das sehr glaubhaft predigen…) Nein, zuallererst ist die Bibel ein Buch über Gott (eine Sammlung von Büchern, wenn wir schon genau sind). Sie offenbart seinen Charakter, seine Absichten und wie er mit seinem Volk Geschichte schrieb. Natürlich ist das alles nicht losgelöst von unserem Leben und ja, sie enthält auch Gottes Vorstellungen von einem Leben als Nachfolger Christi. Trotzdem lohnt es sich, die Bibel voranging als Einladung zu sehen, Gott näher kennenzulernen und nicht so sehr als Gebrauchsanweisung für den heutigen Tag.

Gebet funktioniert wie Google Translate.

Ab und zu klicken meine amerikanischen Freunde „gefällt mir“ auf einen meiner Beiträge. Anfangs habe ich mich darüber gewundert und mich gefragt, ob sie das einfach so tun, ohne zu wissen, was da steht. Doch dann habe ich mir den Text von Google übersetzen lassen und ich ich muss sagen, die Übersetzung war echt ziemlich gut.
Möglicherweise hinkt dieser Vergleich gewaltig aber wenn ich in der Bibel lese, fungiert Gebet irgendwie als mein Übersetzer. Der Text, der zwar in meiner Sprache verfasst ist, macht auch ohne Gebet irgendwie Sinn und ich verstehe grob, worum es geht. Doch kennst du das, wenn ein Vers nicht nur ein toller Spruch ist, sondern dich total berührt und einfach eine passende Antwort auf eine Frage, eine Ermutigung oder auch eine Zurechtweisung ist? Das ist der Unterschied, ob man die Bibel einfach so liest, oder ob man dem Heiligen Geist Raum gibt, das ganze anzuwenden und zu übersetzen. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll, Gebet macht uns irgendwie bilingual?

 

Natürlich ist die Liste nicht vollständig und ich habe mich mehrfach umentschieden, welche meine 5 Favoriten sind. Deshalb bin ich sehr gespannt, ob ihr noch andere Tipps habt oder Erfahrungen gemacht habt. Beim nächsten Mal soll es dann etwas praktischer werden, da werde ich meine Lieblingshilfsmittel vorstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.