AlltäglichesGemeindeleben

Das Kakawurst Syndrom – Teil II

Heute mit Intrigen und „Schleifverletzungen“.

Lustiger Fakt: Der am häufigsten durch Suchmaschinen gefundene Blogeintrag ist Das »Kakawurst« Syndrom… mit dem Suchbegriff „Kakawurst“. Möglicherweise wollte jemand lustig sein oder hatte einfach Langeweile. Andererseits muss man auch erst einmal auf den Gedanken kommen, „Kakawurst“ in eine Suchmaschine einzugeben…

Egal was der Grund ist, der Gedanke ist jetzt wieder frisch in meinem Kopf und ich habe tatsächlich Fortschritte bemerkt. Im ersten Kakawurst Blogbeitrag ging es darum, was wir tun können, wenn der Teufel uns anklagt, beleidigt und uns unsere Sünden ständig wieder aufs Butterbrot schmiert. In einem Gespräch gestern ist mir aber aufgefallen, dass mir das „unter die Nase halten“ meiner eigenen Sünden gar nicht mehr so viel ausmacht, denn den Versuch kontere ich meistens relativ schnell mit Römer 8,1a: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind“.

Deshalb gibt es heute den Fortsetzungsgedanken. Denn wisst ihr, was der Teufel außerdem noch wirklich gut beherrscht? Er ist ein Meister darin, Situationen so zu manipulieren, dass wir uns sogar selbst oder gegenseitig sabotieren und er sich nicht einmal die Hände schmutzig machen muss. Bei Eva säte er einfach nur einen kleinen Zweifel an der Güte Gottes und seinen Geboten (1. Mose 3,5). Jesus versprach er all das, was Gott ihm auch zugesagt hatte, nur eben schneller und einfacher (Lukas 4). Wirklich erschreckend finde ich aber die ganzen Warnungen vor Irrlehrern und Verführern aus den eigenen Reihen im Neuen Testament. So sagt Paulus z.B. in seiner Abschiedsrede zu den Ältesten in Ephesus: „Selbst aus euren eigenen Reihen werden Männer auftreten und die Wahrheit verdrehen, um die Jünger des Herrn zu ihren Nachfolgern zu machen.“ (Apg 20,30)

Ich will hier nicht zu Misstrauen aufrufen, sondern eher aufzeigen, dass da wo Gott am Werk ist, der Teufel auch immer in Lauerstellung liegt, um das zu unserem Schaden zu verdrehen, was Gott zu unserem Besten eingesetzt hat. Und dabei ist er eben nicht offensichtlich, sondern ein sehr geschickter Intrigant.

Es gäbe unzählige Beispiele dafür, aber lasst uns zur Kakawurst zurück kommen. Gott hat uns als Wesen geschaffen, die zunächst Gemeinschaft mit ihm, aber auch Gemeinschaft untereinander brauchen. Und in dieser Gemeinschaft kommt es tatsächlich auch schon mal vor, dass einer den anderen „Kakawurst“ nennt.

So heißt es in 1. Kor 12,27: „So bildet ihr gemeinsam den Leib von Christus, und jeder Einzelne gehört als ein Teil dazu.“ Wie diese Teile unterschiedlich sind, welche Probleme das mit sich bringt und wie sie zusammen funktionieren können, beschreibt Paulus im restlichen Kapitel 12.

Ebenso heißt es in Sprüche 27,17: „Eisen schärft Eisen, ebenso schärft ein Mensch einen anderen.“

Leider ist dieses Schärfen, das Gott für unsere positive Veränderung nutzen möchte, nicht ganz frei von Verletzungen. Dort wo Gott mich also vor eine Herausforderung stellt, an der ich wachsen kann oder mit einem Menschen zusammenführt, der ein paar Ecken und Kanten an mir abschleifen kann, genau dort wartet der Feind, um mir im richtigen Moment zu sagen: „Siehst du, Gott will dir nur schaden und deine Mitmenschen ebenso!“

Ich will mir auch sicherlich nicht alles gefallen lassen, denn wenn wir von menschlichen Schleifsteinen reden, können diese genauso irren wie ich. Trotzdem finde ich den Gedanken interessant, dass Gott mich in eine Situation stellt, um Wachstum zu bringen und der Teufel manipuliert genau diese Sache so, dass ich dabei verletzt werde. Wir haben alle unsere wunden Punkte und mir ist in letzter Zeit aufgefallen, wie zielstrebig diese oft getroffen werden.

Meine persönliche Herausforderung ist also gerade, in meinen ganzen „Schleifverletzungen“ Gottes Ziel zu erkennen und seiner Souveränität zu vertrauen. Ich muss sagen, ich hätte vermutlich nie definiert, wer ich bin, wenn mich nicht jemand „Kakawurst“ genannt hätte. Deswegen war ich im ersten Moment zwar beleidigt, aber im Nachhinein könnte ich mich genauso gut bedanken.

Letztendlich wissen wir ja, wer gewinnt und dass Gott es immer gut mit uns meint. An Petrus und Hiob sieht man sogar, dass er den Teufel oft gewähren lässt und selbst darin seinen souveränen Plan verfolgt. Nur wenn man sich mittendrin befindet, ist das echt anstrengend.

Trotzdem kann ich mir ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen, wenn ich daran denke, dass der Teufel sich die Hände reibt, weil er scheinbar Gottes Gemeinde gegeneinander aufgebracht hat und letztendlich aber selbst nur benutzt wurde, um die einzelnen Glieder zu schleifen und noch gefährlicher zu machen!

 

Bibelstellen:
Neues Leben. Die Bibel © 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten

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