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Das Rennen gewinnen – So kommst du ins Ziel

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Ziel erreichen

Wer gewinnt eigentlich ein Wettrennen? Der Schnellste? Der mit der größten Ausdauer? Nicht unbedingt… Schnelligkeit und Ausdauer sind ohne Frage wichtige Eigenschaften, doch ich wage zu behaupten, wer den Weg nicht sieht oder das Ziel nicht kennt, der wird trotzdem keinen Preis gewinnen.

Damals haben wir öfter Mario Kart gespielt und netterweise wurde man da von einer kleinen Wolke mit „wrong way“ Schild auf die falsche Richtung hingewiesen. Bei angemeldeten Straßenwettläufen ist die Laufstrecke in der Regel auch gut markiert. Im echten Leben ist das leider nur bedingt so. Da hat Gott uns zwar Hilfsmittel in Form seines Wortes und des Heiligen Geistes gegeben, aber die gilt es dann auch zu erkennen.

Paulus schreibt:

Ich weiß genau, wofür ich mich mit aller Kraft einsetze. Ich laufe und habe dabei das Ziel klar vor Augen. (1.Kor 9,26 HFA)

Nun ist das Leben allerdings kein Sprint sondern eher ein Marathon und da kann man das Ziel doch überhaupt nicht ständig im Auge haben. In diesem Fall sind Zwischenziele hilfreich: Kilometermarker, Häuser, Straßen, Bäume, Armbanduhr, andere Läufer… Bis dorthin schaffe ich es noch, danach fixiere ich den nächsten Punkt an. Das (Zwischen-)ziel stets im Auge.

-Szenenwechsel-

In NRW beginnen bald die Sommerferien. Das Sommerwetter ist auch schon längst da und macht so manchem schwer zu schaffen. Die Luft ist raus, die Nächte zu heiß, die Tage zu lang, die Motivation verschwunden und die Tage bis zum Urlaub ziehen sich wie Kaugummi. Dieses Jahr ist für mich besonders herausfordernd, denn ich entlasse im Sommer meine komplette Gruppe in die Grundschule und darf nach den Ferien ganz andere Kinder begrüßen. Alle wissen, dass ein Lebensabschnitt zu Ende geht und ein neuer kommt. Wir fiebern zwar dem sich unaufhaltsam nahenden Abenteuer entgegen, wissen aber auch, dass es noch nicht ganz da ist.

Nur was machen wir mit der Zwischenzeit? Absitzen? Wünschen, sie wäre endlich vorbei? Trauern? Noch mal eben etwas auf die Schnelle starten? Treiben lassen?

Mir fällt es ehrlich gesagt schwer, meinen Schwung und meine Motivation aufrecht zu erhalten. Es gilt noch ein paar angefangene Dinge zu beenden und das will ich auch mit Sorgfalt tun. Bei anderen Dingen drückt man auf die letzten Tage aber auch einfach nochmal ein Auge zu. Es ist eine ganz komische Zeit, in der man leicht die Orientierung verliert und Gefahr läuft, müde und mutlos zu werden.

Auf der Suche nach Antworten sind mir 3 wichtige Dinge eingefallen, die (neben gutem Training) entscheidend für Sieg und Niederlage sind.

Diese 3 Dinge bringen dich ins Ziel

1 – Finde (oder erinnere dich an) deine Vision und deine Ziele

Wenn ich jetzt frage „und was ist das Ziel?“ wird mir jeder, der jemals im Kindergottesdienst war, vermutlich mit „Jesus!“ antworten. Aber mal im Ernst, natürlich ist unser Ziel, Jesus ähnlicher zu werden. Doch was bedeutet das eigentlich konkret? Beim Marathon können das Ziel physische Marker sein, auf der Arbeit Verträge, Deadlines oder Finanzen und im geistlichen Leben Träume und Herzenswünsche.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, ein persönliches Mission Statement zu schreiben?

In meiner Gemeinde gibt es zum Beispiel einen Flyer mit dem Titel „Unser Traum“. Dort heißt es unter anderem: „Wir träumen von einer Kirche in der gebückte Menschen wieder aufrecht gehen, praktische Hilfe erfahren und neu anfangen zu träumen“. Das ist zwar noch kein wirklich konkretes Ziel, aber wenn ich anfange, mich in allen möglichen guten Dingen zu verzetteln, dann erinnert es mich zumindest daran, dass ich ja eigentlich gerade dabei war, die Gebückten aufzusuchen.

Wovon träumst du? Was würdest du gerne sehen, was Gott in deinem Umfeld tut? Und wenn du deinen Traum oder deine Vision bereits entdeckt hast: Welche konkreten Schritte kannst du in diese Richtung gehen und welche Zwischenziele kannst du fixieren?

 

2 – Finde deine Cheerleader

Damit meine ich nicht Leute, die alles toll finden, was du tust und dich für jede Kleinigkeit mit Lob überschütten. Damit meine ich Menschen, die deine Vision unterstützen möchten und sich für deine Erfolge begeistern können. Beim Marathon sind das oftmals Oma und Opa, die mit deinen Kindern stundenlang am Straßenrand ausharren, bis endlich einer von ihnen schreit: „Da kommt Papa!!!“ Auf der Arbeit sind das vielleicht Kollegen, die deine Erfolge mit dir feiern anstatt sich heimlich zu ärgern und Konkurrenzgedanken zu hegen. Im geistlichen Leben sind das Brüder und Schwestern, die dich bei deinen eigenen Glaubensschritten begleiten und ermutigen. Wir Christen sind ja oft der traurigen Annahme, dass zu viel Lob das Ego aufplustert und schädlich ist. Leider bleibt dabei die gegenseitige Ermutigung oft auf der Strecke. Ihr wisst alle, wie gut es tut, wenn man angefeuert wird. Genießt es für den einen Moment und dann geht und tut dasselbe für andere.

Es gibt einen schönen Spruch: Alle sagten, es sei unmöglich und dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

 

3 – Finde deine Kraftquelle

Bei Kindern liegt die Zeit zwischen „Ich kann nicht mehr“ und „Wer als erster oben ist…“ bei gefühlten 0,3 Millisekunden, bei mir deutlich drüber… Das ist normal. Bei meinem ersten Marathon dachte ich bei Kilometer 40 (von 42): „Nee, jetzt ist Feierabend, ich lauf keinen Schritt weiter“. Was für eine Verschwendung wäre das gewesen! Das Problem ist nicht die Müdigkeit; problematisch ist es, nicht wieder aufzustehen.

Selbst gut Trainierte machen irgendwann schlapp, doch Gott ist unermüdlich. „Die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft“ heißt es im Buch Jesaja. Flauten kommen, Rückschläge passieren, Mutlosigkeit macht sich breit, Zweifel zerfressen uns, Müdigkeit befällt uns, aufgeben klingt verlockend… Uns Menschen passiert so etwas, doch Gott wird nicht müde und ihm fehlt es nie an Kraft und darauf können wir uns felsenfest verlassen! Es ist also gut zu wissen, dass nicht alles von mir, meiner Standhaftigkeit und meiner Ausdauer abhängt.

„Weißt du es denn nicht, / oder hast du es noch nie gehört? / Jahwe ist ein ewiger Gott, / der die ganze weite Erde schuf. / Er wird nicht müde, seine Kraft lässt nicht nach / und seine Weisheit ist unerschöpflich tief. Er gibt dem Müden Kraft, / und die Schwachen macht er stark. Die Jungen werden müde und matt, / junge Männer stolpern und brechen zusammen. Doch die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft. / Flügel wachsen ihnen wie den Adlern. / Sie laufen und werden nicht müde, / sie gehen und werden nicht matt.“ (Jesaja 40,28-31 NBH)

 

 

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