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Begegnungen mit Jesus – Der Gelähmte

Ich muss euch was erzählen, ihr werdet es mir vielleicht nicht glauben, aber es ist wirklich geschehen! Gestern noch lag ich auf meiner Liegematte, wie eigentlich jeden Tag. Naja, was soll man als Gelähmter auch sonst tun? Laufen konnte ich ja nicht. Also lag ich auf meiner Matte – tagein, tagaus. Manchmal träumte ich davon, wie es sich anfühlen würde, über eine Wiese zu laufen, über einen Zaun zu hüpfen oder in einem See zu schwimmen… Doch natürlich würde ich das niemals erfahren – dachte ich.

Wobei es mich auch schlimmer hätte treffen können, immerhin gab es eine handvoll Menschen, die mich besuchten und sich um mich kümmerten. So auch gestern. Von diesen Männern erfuhr ich auch, dass ein neuer Lehrer in der Stadt war, von dem man sagte, er könne Wunder tun und Menschen heilen. Das sprach sich natürlich schnell herum und so wollte einfach jeder diesen Lehrer namens Jesus sehen. Auch meine Freunde meinten, dass er vielleicht meine Chance auf Heilung sei. Gut, was hatte ich schon zu verlieren?

Wir beschlossen also diesen Jesus aufzusuchen. So trugen meine Freunde mich auf meiner Matte zu dem Haus, in dem Jesus verweilte. Schon von Weitem sah man die Menschenmassen, die sich in und um das Haus drängten. Wie sollten wir da jemals hineingelangen? Mit meiner Lähmung war es unmöglich und meine Liegematte war auch eher hinderlich. Doch meine Freunde waren fest entschlossen, sie hievten mich also samt Matte aufs Dach und begannen, sich an den Dachziegeln zu schaffen zu machen. Als die Öffnung groß genug war, ließen sie mich einfach durch das Dach hinab, genau zu Jesu Füßen. Ein wenig peinlich war mir das ja schon, so viel Aufmerksamkeit zu erregen, doch meine Freunde ließen sich nicht beirren.

Jesus sah mich an. Dann sah er meine Freunde an. Schließlich schaute er wieder zu mir und bevor ich etwas sagen konnte sprach er: „Deine Sünden sind dir vergeben.“

Sofort empörten sich die Gesetzeslehrer und Pharisäer, dass niemand als Gott allein Sünden vergeben könne. Ich war immer noch nicht zu Wort gekommen. Meine Freunde hatten mir Hoffnung gemacht, dass ich hier geheilt werden könne und nun lag ich – immer noch gelähmt – mitten in einer wütenden Menge, die sich darüber aufregte, was Jesus zu mir gesagt hatte. 

Deine Sünden sind dir vergeben… Ich weiß, dass ich überall als Sünder bekannt war. Ich meine, jeder macht Fehler, doch bei mir war es leider ganz offensichtlich, denn es herrscht hier die Meinung, dass körperliche Gebrechen ein Zeichen von Sünde sind. Und die konnte man bei mir ja nun wirklich nicht übersehen. 

Deine Sünden sind dir vergeben… eigentlich kam ich ja her, um körperlich geheilt zu werden, aber ich muss sagen, ich fühle mich jetzt schon irgendwie frei. Ob die Pharisäer wohl recht haben? Wenn nur Gott allein Sünden vergeben kann, ist dieser Mann da vor mir dann Gott? Immerhin hat er mir meine Sünden vergeben und seine Worte hatten Vollmacht, das habe ich gemerkt. So etwas habe ich noch nie zuvor verspürt.

Dann fragte Jesus die Menge was leichter sei, Sünden zu vergeben oder zu sagen: „Steh auf und geh!“? Und dann drehte er sich wieder zu mir, sah mich genau an und sagte mit der selben Vollmacht: „Steh auf, nimm deine Liegematte und geh!“.

Ich musste nicht lange nachdenken, ich wusste, ich war geheilt. Sofort stand ich vor aller Augen auf und konnte gar nicht anders, als Gott zu preisen für das, was mir widerfahren ist.

Gestern war ich noch ein armer Gelähmter mit ein paar Freunden, die einen wirklich großen Glauben hatten. Sie haben mich zu Jesus gebracht und als ich ihm gegenüber lag, konnte ich auch glauben. Er sprach mich nicht nur von meinen Sünden frei, sondern machte mich auch gesund. Unglaubliches ist mir passiert! Ich kann es selbst noch kaum fassen, aber es ist wahr, so wahr ich hier vor euch stehe.

(frei nach Lukas 5,17-26)

 

Zum Nachdenken: 

– Die Freunde brachten den Mann nur zu Jesus und überließen den Rest ihm.
– Der Mann hat sich auf die Hilfe eingelassen und hat sich der Peinlichkeit gestellt.
– Er wollte Jesus um einfache Heilung bitten und bekam etwas viel besseres.

 

Begegnungen mit Jesus – Die Fischer

 

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