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Ein neuer Name

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Spitznamen
Ich hatte in meinem Leben schon einige Spitznamen. Manche waren süß, andere einfach nur gemein. Teilweise habe ich sie mir selbst ausgesucht und teilweise wurden sie mir von anderen verpasst. Mit einigen verbinde ich schöne Erinnerungen, über manche lache ich heute und wieder andere möchte ich am liebsten nie wieder hören. Doch alle waren sie – und sind es meist noch immer – mit Emotionen verbunden.

Wenn meine Oma mich »Dini« nennt, denke ich an Weihnachten, Süßigkeiten aus dem geheimen Schrankvorrat, Fahrrad fahren, mit Kerzenwachs spielen und noch ein paar Dinge, die ich zu Hause nie durfte. Allesamt schöne Erinnerungen.

Doch ich war auch mal »die Neue«, »Die mit den roten Schuhen« und ein paar andere Dinge, die ich nicht wiederholen möchte. Ich war in der 8. Klasse und hatte gerade mitten im Jahr die Schule gewechselt. Ich war dort offensichtlich nicht sonderlich beliebt und der Gedanke an die ganzen fiesen Namen, die dort für mich gefunden wurden, lässt mich heute noch unverständig mit dem Kopf schütteln.

Dann gibt es noch eine Menge inoffizielle Spitznamen, die ich mir im Laufe der Zeit selber gegeben habe. Auf der Liste befinden sich Namen wie: Versager, Angsthase, Dummkopf, Grobian, Angeber und so weiter…

Die Qual der Wahl
Die meisten Eltern, die ich in meinem direkten Umfeld kenne, haben nicht einfach zufällig einen Namen ausgewählt, sondern sich lange und intensiv mit der Wahl beschäftigt. Viele Eltern haben eine Geschichte zu erzählen, wie sie zu einem bestimmten Namen gekommen sind. Aber warum sind Namen uns so wichtig und warum haben sie so ein großes Potenzial uns entweder aufzubauen oder zu zerschmettern?

In einem meiner Pädagogikkurse warnte man uns ausdrücklich davor ein Kind »böse« zu nennen, sondern stattdessen lieber das konkrete Vergehen anzusprechen. Warum? Weil die Gefahr groß ist, dass wir das, was uns immer wieder über uns selbst gesagt wird, irgendwann anfangen zu glauben. Und hier kann man sicherlich von beiden Seiten vom Pferd fallen. Wir können Potenzial bei unseren Kindern verkümmern lassen, indem wir sie klein halten und kritisieren. Wir können aber auch eine Generation groß ziehen, die denkt die ganze Welt verehrt sie, weil sie so toll, so klug und so bezaubernd sind. Aber das ist ein anderes Thema… Wichtig ist, dass Worte Kraft haben und Namen und Spitznamen ganz besonders. Deshalb sollten wir damit sehr behutsam umgehen.

Unter diesem Gesichtspunkt finde ich besonders biblische Namensgebung immer wieder faszinierend. Manche Namen sind einfach so ironisch oder so verrückt, dass ich mich schon frage: »Was um alles in der Welt haben diese Eltern sich dabei gedacht???«

Kain und Abel
»Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des HERRN! Und weiter gebar sie seinen Bruder Abel.« (1. Mose 4,1-2 SCH)

Kain bedeutet »Erwerb« und Abel »Hauch / Nichtigkeit / Vergänglichkeit«. Faszinierend, wenn man bedenkt was mit Kain und Abel geschehen ist.

Jabez
»und seine Mutter gab ihm den Namen Jabez, denn sie sprach: Mit Schmerzen habe ich ihn geboren.« (1. Chronik 4,9 SCH)

Der Name Jabez erinnert an das hebräische Wort für »Schmerz«. Ist es da verwunderlich, dass Jabez Gott später bittet, von Übel bewahrt zu werden, damit ihn kein Schmerz treffe?

Rahel und Lea
Hier finden wir genug Material um eine Daily Soap zu füllen. Rahel und Lea hatten einen ausgewachsenen Konkurrenzkampf  um die Liebe ihres Mannes. Ja, sie waren beide mit dem selben Mann, Jakob, verheiratet. Sein Name heißt übrigens »Betrüger« und dem hatte er schon alle Ehre gemacht. Doch damit nicht genug, wegen Unfruchtbarkeit wurden auch noch die Dienerinnen mit hineingezogen. Die daraus entstandenen Kinder hatten wirklich furchterregende Namen. Da haben wir Dan (Recht verschaffen), Naftali (Kampf), Gad (Glück), Ascher (ich Glückliche), Sebulon (nun wird mein Mann mich annehmen), Josef (hinzufügen, also im Sinne von »ich will noch ein Kind«) und Ben-Oni (Sohn meiner Trauer). Hier sehen wir aber auch direkt eine Namensänderung, denn Papa wollte ihn lieber Ben-Jamin (Sohn meines Glücks) nennen.

Wenn ich je auf die Idee kommen sollte, meine Kinder nach meiner derzeitigen Gefühlslage zu benennen, bitte haltet mich davon ab!

Doch Namen bedeuten nicht nur den Eltern und dem Namensträger etwas. Sie sind Gott auch wichtig. Gott änderte Abrams Namen in Abraham, also von »mein Vater ist erhaben« zu »Vater einer Menge«. Er benannte Jakob (Betrüger) in Israel (Kämpfer Gottes) um. Jesus selbst gab sich immer wieder andere Namen um einen bestimmten Teil seiner Person hervorzuheben und anderen sein Wesen verständlicher zu machen.

Ein neuer Name
Manchmal wünsche ich mir auch eine Namensänderung. (Häufig an Tagen, an denen ich auf der Arbeit ständig Streit schlichten muss und meinen Namen eindeutig zu oft gehört habe…) Meistens liegt es aber eher daran, dass ich gerne einfach noch einmal von vorne anfangen würde und die ganzen Erinnerungen und Verletzungen, die ich mit bestimmten Namen, Situationen und Fehlentscheidungen in Verbindung bringe, hinter mir lassen möchte. Manchmal möchte ich nicht den Namen gerecht werden, die andere mir auferlegt haben, sondern einfach nur ich sein.

Durch den Propheten Jesaja lässt Gott Jerusalem und Juda von dem bevorstehenden Gericht verkünden. Doch er lässt auch auf den Messias blicken und gibt Hoffnung auf die neue Zeit, die anbrechen wird. So lesen wir in Jesaja 62,2:

Und die Heiden werden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine Herrlichkeit; und du wirst mit einem neuen Namen genannt werden, den der Mund des HERRN bestimmen wird.

Wow! Ein neuer Name direkt aus dem Mund Gottes, den möchte ich auch haben. Ein Name, der mich nicht an meine Fehler und Peinlichkeiten erinnert. Ein Name, der mir die Chance auf einen Neuanfang verspricht.

Und genau das ist auch passiert! Jesus hat mir einen kompletten Neuanfang inklusive Vergebung meiner Sünden und neuem Namen – seinem Familiennamen – angeboten. Alles was ich tun musste, war ihm das auch wirklich zu glauben und sein Angebot anzunehmen.

 

Epheser 1,3-7 NLB:
Wir loben Gott, den Vater von Jesus Christus, unserem Herrn, der uns durch Christus mit dem geistlichen Segen in der himmlischen Welt reich beschenkt hat. Schon vor Erschaffung der Welt hat Gott uns aus Liebe dazu bestimmt, vor ihm heilig zu sein und befreit von Schuld. Von Anfang an war es sein unveränderlicher Plan, uns durch Jesus Christus als seine Kinder aufzunehmen, und an diesem Beschluss hatte er viel Freude. Deshalb loben wir Gott für die herrliche Gnade, mit der er uns durch Jesus Christus so reich beschenkt hat. Seine Gnade ist so groß, dass er unsere Freiheit mit dem Blut seines Sohnes erkauft hat, sodass uns unsere Sünden vergeben sind.

Römer 8,14-16 NLB:
Denn alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes. Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn »Abba, Vater« rufen. Denn der Geist Gottes selbst bestätigt uns tief im Herzen, dass wir Gottes Kinder sind.

1 Johannes 3,1-2 NLB: Seht, wie viel Liebe unser himmlischer Vater für uns hat, denn er erlaubt, dass wir seine Kinder genannt werden – und das sind wir auch! Doch die Menschen, die zu dieser Welt gehören, kennen Gott nicht; deshalb verstehen sie auch nicht, dass wir seine Kinder sind. Meine lieben Freunde, wir sind schon jetzt die Kinder Gottes, und wie wir sein werden, wenn Christus wiederkommt, das können wir uns nicht einmal vorstellen. Aber wir wissen, dass wir bei seiner Wiederkehr sein werden wie er, denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist.

Als ich Jesus noch nicht kannte bzw. persönlich erlebt hatte, habe ich das ehrlich gesagt auch nicht so ganz verstanden und der Gedanke, ein Kind Gottes zu sein, kam mir höchst seltsam vor. Doch heute bin ich einfach nur freudig und dankbar, dass er mich in seine Familie aufgenommen hat. Und ich bin nicht nur ein Stiefkind, nach jemand anderem benannt, sondern rechtsgültig adoptiert und trage nun seinen eigenen Namen. Wow!

→ Welche ungeliebten Namen schleppst du noch mit dir rum?
→ Wünschst du dir auch manchmal eine Namensänderung?
→ Wenn du Jesus schon kennst, dann trägst du seinen Namen. Dann höre nicht auf Namen, die deinen Familienstand nicht beschreiben.
→ Wenn du Jesus noch nicht kennst, was hält dich davon ab?

 

 

Bibelstellen und Namensbedeutung:
Neues Leben. Die Bibel © 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
Bibeltext der Schlachter Übersetzung, Copyright © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf,
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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