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Weise Entscheidungen treffen – die Störfaktoren

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Wie treffe ich weise Entscheidungen, was muss ich dabei beachten und welche Fragen sollte ich mir vielleicht vorher stellen? Welche Störfaktoren beeinflussen mich in meinen Entscheidungen? Eigentlich haben wir als Christen ja zwei entscheidende Vorteile: das Wissen, dass Gott einen Plan für unser Leben hat und den Heiligen Geist, der ihn uns offenbart. Doch manchmal frage ich mich, ob dieser Gott-Faktor nicht doch aller nur verkompliziert… Früher habe ich mir eine pro und contra Liste gemacht und die für mich vorteilhafteste Seite ausgesucht. Fertig. Jetzt frage ich mich allerdings nicht nur was ich will, sondern vorrangig was Gott will. Manchmal ist das echt anstrengend; aufregend ist es allerdings immer. Deshalb will ich heute ein paar Dinge ansprechen, die uns in unseren Entscheidungen häufig (auch unbewusst) beeinflussen.

Um dich auf den gleichen Stand zu bringen, kannst du dir hier die anderen Teile der Entscheidungsreihe ansehen:

Folge deinem Herzen…
Entscheidungen und die Angst vor Fehlern
Weise Entscheidungen treffen – der richtige Zeitpunkt
Will ich überhaupt hören? Fasten als Vorbereitung auf die Entscheidung

 

Die Störfaktoren

Also nehmen wir an, ich kenne Jesus, vertraue ihm und möchte ihm nachfolgen. So ist es trotzdem noch eine Herausforderung, seine Stimme richtig zu hören und unter den ganzen Störfaktoren herauszufiltern. Denn auf eines kann ich mich mit relativer Gewissheit verlassen: Gottes Ideen erscheinen mir oft unlogisch, unpopulär, unmöglich oder sogar unsinnig. Im Umkehrschluss heißt das natürlich aber nicht, dass jede dumme oder riskante Idee ein Wort von Gott sein muss. Eine Lösung kann ich dir also nicht bieten, aber vielleicht ein paar Beispiele und Fragen, die du mit Gott im Gebet besprechen kannst. Wahrscheinlich sind nicht immer alle relevant, deshalb fühl dich absolut frei, sie für dich zu nutzen, abzuändern oder zu ergänzen.

 

Motive und eigene Ziele:

  • Suche ich wirklich und aufrichtig Gottes Willen oder habe ich insgeheim doch eine eigene Agenda?
  • Habe ich eine zu genaue Vorstellung, wie Gott handeln soll, oder bin ich offen für seine Wege?
  • Suche ich nur eigenen Erfolg/Glück/Befriedigung oder handle ich aus Treue und/oder Nächstenliebe?
  • Manchmal wird meine Entscheidung jemanden vor den Kopf stoßen, doch geschieht das, weil ich meinen Prinzipien treu bleibe, gesunde Grenzen setze, ich lieber Gott gefallen will, als den Menschen, oder geschieht es aus Rache oder Gleichgültigkeit?
  • Will ich eine Entscheidung mit Perspektive Ewigkeit treffen, oder geht es mir eher um Kurzfristiges Vergnügen/Erfolg/Erleichterung?
  • Sind Neid oder der Wunsch nach Anerkennung meine Motivation?
  • Geht die Hauptrolle an mich oder Jesus?

Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen. (Kol 3,23)

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! (1. Kor 15,58)

Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach! Als er aber dies hörte, wurde er ganz traurig; denn er war sehr reich. (Lukas 18, 22-23)

Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. (Joh 3,30)

Gehorcht Gott, weil ihr seine Kinder seid. Fallt nicht in eure alten, schlechten Gewohnheiten zurück. Damals wusstet ihr es nicht besser. Aber jetzt sollt ihr in allem, was ihr tut, heilig sein, genauso wie Gott, der euch berufen hat, heilig ist. (1. Petr 1,14-15)

 

Unsicherheiten und schlechte Erfahrungen

Ich kann das nicht, ich trau mich nicht, das hat beim letzten Mal schon nicht geklappt… Wer soll das finanzieren, wie soll das funktionieren, wie begegne ich den Kritikern, bin ich dem gewachsen…? Ihr kennt das…

Jeder von uns hat irgendwelche Ängste und Unsicherheiten, der eine geht damit nur anders um als der andere. Doch an diesem Punkt dürfen wir tatsächlich entscheiden, wem wir mehr Glauben schenken wollen, unseren Ängsten und vergangenen Erfahrungen oder einem allwissenden, allmächtigen und liebenden Gott.

Zur Vertiefung des Themas „Unsicherheiten“ empfehle ich übrigens die Blogreihe „Berühmte Ausreden“:

„Aber Gott…“ Berühmte Ausreden – Teil I
„Ich kann das nicht!“ Berühmte Ausreden – Teil II
„Ich bin nicht geeignet!“ Berühmte Ausreden – Teil III
„Ich bin zu alt, zu jung, zu irgendwas…“ – Berühmte Ausreden – Teil IV
„Dem kann man es doch sowieso nicht recht machen…“ – berühmte Ausreden – Teil V
Erfolg, eigene Ziele, Karriere – Berühmte Ausreden – Teil VI
„Ich weiß von nichts“ – Berühmte Ausreden – Teil VII
„Aber die anderen…“ – berühmte Ausreden – Teil VIII

 

Emotionen und Begierde

Machen wir uns nichts vor, unsere Gefühle und Verlangen sind zwar oft keine guten, dafür aber sehr dominante Ratgeber.

  • Esau verkaufte sein Geburtsrecht, weil er hungrig war.
  • Mose sah Ungerechtigkeit und wurde durch seine vorschnelle Reaktion zum Mörder
  • David ließ seinen Blick etwas zu lange und zu weit schweifen und wurde zum Ehebrecher und Mörder.
  • Salomo kriegte den Hals nicht voll und ließ sich von seinen vielen ausländischen Frauen zum Götzendienst verführen.
  • Und Petrus war wohl auch etwas übereifrig…
Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt. Wenn jemand ihr nachgibt, wird die Begehrlichkeit gleichsam schwanger und gebiert die Sünde. Und wenn die Sünde ausgewachsen ist, bringt sie den Tod hervor. (Jak 1,14-15)
Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Jeder soll stets bereit sein zu hören, aber sich Zeit lassen, bevor er redet, und noch mehr, bevor er zornig wird. Denn im Zorn tut niemand, was vor Gott recht ist. Legt also alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat. Es hat die Macht, euch zu retten. Es genügt aber nicht, dieses Wort nur anzuhören. Ihr müsst es in die Tat umsetzen, sonst betrügt ihr euch selbst! (Jak 1,19-22)

 

Schubladen, Etiketten und Rollen

Auch wenn fast jeder sie verurteilt, neigen wir Menschen doch sehr stark dazu, uns gegenseitig in Schubladen zu stecken und mit netten (oder nicht so netten) Etiketten zu versehen. So finden wir uns irgendwann in einer Rolle wieder und lernen, diese perfekt zu spielen. Dabei ist es egal, ob diese Rolle selbst gewählt oder auferlegt ist und ob sie positiv oder negativ ist.

  • Wenn ich die Rolle des braven Mädchens habe, dann beeinflusst das meine Entscheidungen.
  • Wenn ich als „Flucht-Mensch“ berühmt bin, dann habe ich das gewiss im Hinterkopf, egal ob es der Wahrheit entspricht oder nicht.
  • Wenn ich als schwach wahrgenommen werde, wird auch das meine Entscheidung in eine Richtung lenken.

Manchmal sind derartige Eigenschaften tatsächlich Teil unseres Charakters, sollten dementsprechend berücksichtigt werden und dann bewusst in die Entscheidung mit einfließen. Andere sind schlichtweg gemein und hinderlich und davon dürfen wir uns frei machen!

Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch. Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin; als sie hörte, dass er in dem Haus des Pharisäers zu Gast war, da brachte sie ein Alabasterfläschchen voll Salböl, und sie trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe. Als aber der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist! Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sprich! Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war 500 Denare schuldig, der andere 50. Da sie aber nichts hatten, um zu bezahlen, schenkte er es beiden. Sage mir: Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben? Simon aber antwortete und sprach: Ich vermute der, dem er am meisten geschenkt hat. Und er sprach zu ihm: Du hast richtig geurteilt! Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben worden, darum hat sie viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben! Da fingen die Tischgenossen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt? Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden! (Lukas 7,36-50)

 

Fokus

Obwohl die Liste der Störfaktoren an sich nicht einmal lang ist, ist sie doch umfangreich. Natürlich will sich niemand ewig in „Was wäre wenn…?“ verzetteln, sondern auch irgendwann einmal in Bewegung setzen. Josua stand auch kurz vor so einem großen Ereignis als Gott zu ihm sagte:

Sei du nur stark und sehr mutig, und achte darauf, dass du nach dem ganzen Gesetz handelst, das dir mein Knecht Mose befohlen hat. Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise handelst überall, wo du hingehst! Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln! Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst! (Jos 1,7-9)

 

Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Bibeltext der Schlachter Übersetzung Copyright © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf,

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