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Erhörte Gebete – Manchmal schneller als man denkt

Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr! In den nächsten Beiträgen will ich euch wahre Geschichten von erhörten Gebeten erzählen und euch damit ermutigen, dran zu bleiben.

„Ich rufe zu dir, denn du, o Gott, wirst mich erhören; neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!“ Psalm 17,6

Vor einigen Jahren leitete ich zum ersten Mal eine Kleingruppe in meiner damaligen Gemeinde. Wir waren junge Frauen im Alter von 20-30, davon ein paar Mütter, ein paar frisch verheiratet und ein paar single. Eines Abends, als ich nach Gebetsanliegen fragte, rang Alyssa* sichtbar mit sich. Nachdem einige andere Anliegen für Prüfungen, Krankheiten und andere Probleme geteilt wurden, meldete sich schließlich auch Alyssa zu Wort. Es kostete sie große Überwindung und sie kämpfte merklich mit den Tränen, als sie uns sagte: „Bitte betet für meinen Mann und mich, wir versuchen seit 3 Jahren schwanger zu werden und es klappt einfach nicht. Wir sind so verzweifelt und das wirkt sich inzwischen auch auf unsere Ehe aus“.

Es war mucksmäuschenstill, alle waren irgendwie berührt aber niemand fand die richtigen Worte. Ich muss euch auch gestehen, ich war von dieser Situation total überfordert. Es war meine erste Kleingruppe, wir kannten uns noch nicht so gut und ich wusste einfach nicht, wie man sich in so einer Situation verhält. Wir versprachen Alyssa, dafür zu beten und ich verrate euch auch, dass ich nicht genug Glauben besaß, es gleich dort zu tun.

Versteht mich nicht falsch, ich war seit ein paar Jahren Christ und ich glaubte schon an Gebet nur das war ja jetzt kein kleines Anliegen und ich hatte ehrlich gesagt Angst, dass nichts passieren würde. Gleichzeitig spürte ich die Last der Verantwortung auf meinen Schultern, denn schließlich war ich Gruppenleiterin und ich dachte, es würde von mir erwartet, das mal eben souverän zu meistern.

Zurück zu Hause entschuldigte ich mich bei Gott, dass ich aus Angst untätig gewesen war und betete noch am selben Abend für Alyssa und ihren Mann. Ich bat Gott ganz höflich, ihnen doch bitte ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Morgens vor der Arbeit bin ich damals häufig eine halbe Stunde durch das Wohngebiet spaziert und habe dabei eine Hörbibel gehört. Doch an diesem Tag konnte ich mich nicht so recht darauf konzentrieren. Mir kam immer wieder nur der Gedanke: „Warum bist du so unsicher? Warum fragst du so höflich und zaghaft? Warum erwartest du eigentlich nicht, dass Gott antwortet?“

Ich wusste es nicht aber ich fasste einen Entschluss: Ich würde nochmal für Alyssa beten. Auch diesmal war ich weit entfernt von der „Freimütigkeit“ die in Hebräer 4,16 so schön beschrieben wird. Doch Gott ist gnädig, er hat mich trotzdem verstanden und ernst genommen! Das verlief etwa so: „Ähm Gott, ich bitte Dich, Alyssa schwanger werden zu lassen und ich weiß nicht, ist es zu viel verlangt, wenn das noch während unserer Kleingruppenzeit passiert? Ich bin neugierig und würde das Ergebnis schon gerne noch mitkriegen bevor unsere Wege sich wieder trennen. Also bitte Gott, mach dass das in den nächsten 3 Monaten geschieht. Amen“

Eine Woche war vergangen und es war wieder Kleingruppe. Nach und nach trafen die Frauen ein, man unterhielt sich über die Geschehnisse der Woche, Rezepte, das Wetter… und dann kam eine strahlende Alyssa herein. Sie sprudelte auch gleich los: „Ich war letzte Woche beim Arzt, ich bin schon in der 5. Woche! Normalerweise erzählt man so früh ja noch nichts aber ich konnte das nach dem Gebetsanliegen letzte Woche nicht verschweigen!“

Ich war platt! Wir haben uns natürlich alle für Alyssa gefreut (die übrigens ein wunderschönes, gesundes Mädchen zur Welt gebracht hat). Aber auch mit meinem Glauben hat das was gemacht, was sonst niemand mitbekam.

Zunächst ist es ein wunderbares Bild für Matthäus 6,8b:

„Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.“

Fakt ist, Alyssa war bereits schwanger, als sie sich traute, dieses Gebetsanliegen mit uns zu teilen, sie wusste es nur noch nicht. Doch Gott wusste es (und beantwortete es) noch bevor wir ihn darum baten. Erhörte Gebete – Manchmal schneller, als man denkt… viel schneller…

Aber für mich änderte sich noch mehr. Es war so eine Bestätigung, dass Gott mich absolut ernst nimmt und ich mich ruhig trauen darf, Großes von ihm zu erwarten. Natürlich ist das keine Erfolgsformel, denn er ist immer noch Gott und tut was ihm gefällt (Psalm 115,3). Trotzdem war ich einfach überwältigt, dass ich ihn in meinem kleinen Glauben um eine Antwort in 3 Monaten gebeten hatte und mich genau diese Antwort nun innerhalb einer Woche erreichte. Ich kann euch sagen, das ist eine bleibende Erinnerung. Sicherlich kommt eine Erzählung nicht an Selbsterlebtes heran, aber ich hoffe, sie ermutigt euch trotzdem, Großes von Gott zu erwarten und freimütig vor seinen Thron der Gnade zu treten – seine Hilfe kommt zur rechten Zeit. (vgl. Hebr 4,16)

*Name geändert!

 

Beim nächsten Mal hört ihr, wie Gott unsere besten Vorstellungen manchmal so weit übertrifft, dass wir es nicht einmal als Gebetserhörung wahrnehmen.

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