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Erhörte Gebete – Und ich?

Kennst du diese Zeiten, in denen jeder um dich herum Durchbrüche erlebt, Fortschritte macht, Herzenswünsche erfüllt bekommt und du dich fragst: „Wann bin ich mal dran?“

Ende 2016 zwei Hochzeiten (nicht meine, ich blieb single), Anfang 2017 eine finanzielle Gebetserhörung (nicht meine, ich hatte stattdessen einen Unfall und wurde zur Kasse gebeten), ein Umzug, ein gesundheitlicher Durchbruch, Anerkennung, berufliche Erfolge (alles nicht meine, bei mir war alles beim langweiligen Alten). Ist es dann nicht verständlich, dass man sich irgendwann fragt: „Gott, hast du mich vergessen oder ignorierst du mich bewusst?“

Mich erinnert das irgendwie an den Film „27 dresses“. Dort geht es um Jane, eine Frau, die schon 27 mal Trauzeugin und Organisatorin für die Hochzeiten ihrer Freundinnen war, aber noch nie selbst die Braut. Zu allem Überfluss will dann auch noch ihre Schwester den Mann heiraten, in den Jane sich verguckt hat. Selbstverständlich wird Jane auch wieder als Trauzeugin und Organisatorin bemüht. Es folgen noch einige andere Wendungen und Beziehungsdramen und letztendlich dann natürlich auch das Hollywood Ende.

Ich glaube auch an ein Happy End, aber Gott hat mir eben noch nicht verraten, wie das genau aussehen wird. Ich weiß nicht, ob das die Erfüllung meiner jetzigen Träume bedeutet oder etwas viel besseres jenseits meiner Vorstellungskraft. Ich weiß nur, dass das Mittendrin echt hart ist! Letztes Jahr, als ich mich gefragt habe, ob Gott mich ignoriert oder vergessen hat, da war ich einfach müde und ausgelaugt vom Kämpfen, Flehen und Durchhalten und jede fremde Gebetserhörung streute irgendwie nur noch mehr Salz in diese Wunde.

Vielleicht bin ich ja die Einzige, der er so geht, aber vielleicht auch nicht…

Spulen wir ein Jahr vor. Vor ein paar Tagen habe ich von der wundersamen Erfüllung eines weiteren langjährigen Gebetsanliegens erfahren. Es war wieder nicht meins und blöderweise war es auch noch mit einem Datum versehen, dass für mich persönlich eine große Bedeutung hatte, bzw so etwas wie ein Hoffnungsträger war.

Aber diesmal freue ich mich – ehrlich! Es ist tatsächlich auch kein Fall von „ich sollte mich freuen, Gott will das so“ sondern wirkliche Freude darüber, DASS Gott Wunder tut und Gebete erhört – egal wessen.

Ich habe mich schon gefragt, woher dieser Sinneswandel kam und bin zu folgendem Schluss gekommen: Gott hat mehr als 27 Kleider im Schrank und nur weil er meine Schwester oder meinen Bruder reich beschenkt, heißt es nicht, dass er für mich nichts mehr übrig hat!

Wie man an den vorigen Geschichten gesehen hat, ist Gott sehr kreativ was Gebetserhörungen angeht und sein Segensvorrat wird sicherlich nicht kleiner, nur weil jemand anders gerade das bekommt, was ich mir wünsche.

Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es interessant, was Paulus über die Gemeinde schreibt:

Denkt an den menschlichen Leib: Er bildet ein lebendiges Ganzes und hat doch viele Teile, und jeder Teil hat seine besondere Funktion. So ist es auch mit uns: Als Menschen, die zu Christus gehören, bilden wir alle ein unteilbares Ganzes; aber als Einzelne stehen wir zueinander wie Teile mit ihrer besonderen Funktion. (Römer 12,4-5)

Denn er wollte, dass es keine Uneinigkeit im Körper gibt, sondern jeder Teil sich um den anderen kümmert. Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit. Und wenn irgendein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen mit. Ihr alle seid zusammen der Leib von Christus, und als Einzelne seid ihr Teile an diesem Leib. So hat Gott in der Gemeinde allen ihre Aufgabe zugewiesen. (1. Kor 12,25-28)

Wenn die Gemeinde Christi ein Leib ist, dann ist sie definitiv kein Ort für Futterneid!

Natürlich ist es nicht schön, sich irgendwie „übersehen“ zu fühlen. Doch mir hilft es tatsächlich, darüber nachzudenken, was meine Reaktionen wirklich über mich aussagen und im Fall von Neid und Ungeduld ist das höchstwahrscheinlich eins (oder mehrere) der folgenden Dinge:

– Gott, ich vertraue dir nicht, dass du weißt was ich wann brauche.
– Gott, ich habe Angst zu kurz zu kommen, falls dein Segen irgendwann aufgebraucht ist.
– Gott, ich glaube du bist taub oder willst mich ärgern.
– Gott, ich weiß es besser als du.
– Gott, ich zweifle an deiner Fähigkeit, lass mich dir helfen.
– Gott, was du mir gegeben hast reicht mir nicht, ich will mehr.
– Gott, ich weiß nicht, ob du es gut mit mir meinst.
– Gott, mir gefällt meine Aufgabe nicht, hast du dich vielleicht vertan?

Ist das wirklich das, was ich mit meinem Leben und Handeln aussagen will? Ich denke nicht.

Wir loben Gott, den Vater von Jesus Christus, unserem Herrn, der uns durch Christus mit dem geistlichen Segen in der himmlischen Welt reich beschenkt hat. Schon vor Erschaffung der Welt hat Gott uns aus Liebe dazu bestimmt, vor ihm heilig zu sein und befreit von Schuld. Von Anfang an war es sein unveränderlicher Plan, uns durch Jesus Christus als seine Kinder aufzunehmen, und an diesem Beschluss hatte er viel Freude. Deshalb loben wir Gott für die herrliche Gnade, mit der er uns durch Jesus Christus so reich beschenkt hat. Seine Gnade ist so groß, dass er unsere Freiheit mit dem Blut seines Sohnes erkauft hat, sodass uns unsere Sünden vergeben sind. Er hat uns mit Gnade überhäuft und uns Weisheit und Erkenntnis gegeben. So hat Gott uns nun seinen Willen erkennen lassen, der lange verborgen war, und uns seinen Plan mit Christus offenbart. Gott beschloss, wenn die Zeit dafür gekommen ist, alles im Himmel und auf der Erde der Vollmacht von Christus zu unterstellen. Darüber hinaus haben wir durch Christus ein göttliches Erbe empfangen, denn Gott hat uns von Anfang an erwählt, wie er es mit seinem Willen beschlossen hatte. Wir, die wir als Erste auf Christus gehofft haben, sollen mit unserem Leben Gottes Herrlichkeit loben. (Eph 1,3-12)

 

 

Weitere Beiträge aus dieser Reihe:

Erhörte Gebete – Manchmal schneller als man denkt
Erhörte Gebete – Manchmal besser als erwartet
Erhörte Gebete – Manchmal ist man selbst die Antwort

 

Bibeltext:
Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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