AlltäglichesBegegnungen mit Jesus

Festgefahren? Zeit für neues Feuer!

Fühlst du dich manchmal festgefahren? Du liest in der Bibel, betest und tust alles, was sonst auch immer geholfen hat, aber irgendwie bringt es nichts? Es fühlt sich eben nicht so an wie früher… Ich mag diese Phasen nicht, ich habe lieber Patentrezepte und „wenn… dann…“ Lösungen. Ich möchte das Problem erkennen, in einer Tabelle die Lösung raussuchen und dann Schritt 1-7 in genannter Reihenfolge ausführen…

Auch wenn Gott uns tatsächlich einige Hilfsmittel und gute Richtlinien gegeben hat, ist er trotzdem noch ein lebendiger Gott, der in einer stetig wachsenden Beziehung mit uns leben will. Was gestern funktioniert hat, muss also heute nicht genauso erfolgreich sein. Was mich letzten Monat in Gottes Gegenwart gebracht hat, kann heute etwas ganz anderes sein. Was noch vor einem Jahr ein Glaubensschritt war, kann heute nichts Besonderes mehr sein. 

Neues Feuer

So richtig bewusst geworden ist mir das heute noch einmal im Gottesdienst. Irgendwann finden die meisten Christen wohl in einen Rhythmus rein. Sonntags Gottesdienst, 3. Reihe ganz außen, nachher Kaffee am 2. Tisch von links, etwas Milch, kein Zucker. Ach und vorher noch am Büchertisch vorbei, vielleicht gibt es ja was Neues. Na gut, das mag überspitzt sein, ich möchte eigentlich auch nicht sagen, dass Tradition oder vertraute Abläufe schlecht sind, doch dass Veränderungen den Geist und das Gehirn fit halten ist auch bekannt. 

So ist mir im Lobpreis heute ein Satz aus dem Lied „New Wine“ von Hillsong United ganz besonders hervorgestochen:

„I lay down my old flames to carry Your new fire today“

„Ich lege meine alten Flammen nieder, um heute Dein neues Feuer zu empfangen“

(Songwriter: Brooke Ligertwood, Übersetzung von mir)

Neues Feuer, hier, nehme ich, sofort! Ich will wieder brennen und wieder begeistert sein, so wie in den guten alten Zeiten!

Alte Wege

Da gibt es nur noch ein Problem: Ich muss meine alten ausgebrannten Fackeln erstmal loslassen, um die Hände für neue frei zu haben. Echt jetzt? Loslassen? Och nöööööö! Da ist doch noch ein Fünkchen Glut dran, wenn ich die jetzt weglege ist das echt riskant… Außerdem hab ich mich doch schon so an das Dämmerlicht gewöhnt! Kannst du die alten Fackeln nicht einfach wieder anzünden, Herr?

Kommt dir bekannt vor? Dann bin ich wenigstens nicht allein mit meiner „damals als ich noch begeistert war“ Sentimentalität. 

Ich kann dir übrigens nur wärmstens empfehlen, dir das komplette Lied anzuhören. Eigentlich geht es in diesem Lied ja um Wein und nicht um Feuer. Es geht darum, dass Wein durch Druck und Quetschen erzeugt wird. Und es geht darum, dass daraus etwas Neues und viel Besseres entsteht. Vertraust du Gott, dass aus dir ein teurer Wein werden kann, auch wenn es sich gerade noch nach Fußtritten und sonst nichts anfühlt?

Mir ist heute einfach noch einmal sehr bewusst geworden, dass ich oft zu sehr an dem hänge, was früher einmal gut war und funktioniert hat. Doch zu sagen, dass es schon das non plus ultra war und sich nie etwas verändern darf, wäre wirklich ein ziemlich mickriges und starres Gottesbild.

Matthäus berichtet von einigen Pharisäern, die sich in ihren religiösen Regeln und Gewohnheiten sehr gut auskannten und deswegen auch ständig Jesus fragten, warum er hier wieder etwas anders macht und dort wieder eine Regel bricht. Sie hatten doch so ein schönes funktionierendes System, warum musste dieser Jesus alles anders machen und sie so provozieren?

Jesus selbst sagt auf eine dieser Fragen:

„Niemand näht doch ein neues Stück Stoff auf ein altes Gewand, sonst reißt das neue Stück aus, und der Riss im alten Stoff wird noch größer. Und niemand wird doch neuen Wein in alte Schläuche füllen. Er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen. Dann würde der Wein auslaufen und die Schläuche wären verdorben. Nein, neuen Wein füllt man in neue Schläuche, und beide bleiben erhalten.“ (Matthäus 9,16-17 NBH)

Wer zum Glauben an Jesus findet und ihm zu folgen beginnt, der kann sich ganz gewiss darauf einstellen, dass es große Veränderungen geben wird. Man kann keinem lebendigen Gott folgen und erwarten, dass alles berechenbar bleibt. Ich will damit nicht sagen, dass Gott sich Dinge ständig anders überlegt, denn das wäre ein ziemlicher Widerspruch zu Hebräer 13,8 oder Jakobus 1,17. Verlässlich ist Gott und zu seinem Wort steht er. Ich meine damit auch eher die unzähligen Geschichten in der Bibel, wo Menschen dachten, sie hätten endlich herausgefunden, wie Gott funktioniert… und dabei mächtig auf die Nase gefallen sind…

Doch ich glaube, das betrifft nicht nur junge Christen, die zum ersten Mal mit neuen Denkweisen konfrontiert werden. Ich denke, das betrifft uns alte Hasen ganz genauso, wenn nicht noch mehr. Lasst uns also nicht im Glauben einrosten und uns dann wundern, warum die alt bewährten Methoden nicht mehr funktionieren. Lasst uns Jesus jeden Tag aufs Neue kennenlernen.

Neue Flicken näht man nicht auf alte Kleider, denn der neue Stoff geht beim Waschen noch ein. Neuen Wein gießt man nicht in alte Schläuche, denn sie würden bersten. Neues Feuer brennt nicht an alten verkohlten Fackeln, denn sie haben ihren Dienst bereits getan. Ebenso entsteht kein neuer, frischer Glaube durch pures schwelgen in Erinnerungen an die guten alten Zeiten. 

Lasst sie uns einfach als Inspiration für frische Gottesbegegnungen nehmen.

Welche Flammen möchtest du künftig niederlegen und dich wieder von neuem von Gottes Feuer entfachen lassen?

 

 

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