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Begegnungen mit Jesus – Die Fischer

Inspiriert von der Predigt am Sonntag möchte ich euch in den nächsten Wochen ein paar Geschichten von Menschen erzählen, die Jesus begegnet sind.

 

Die Fischer

Hallo, ich heiße Simon. Ich habe eine harte Nacht hinter mir, denn ich war mit meinen Kumpels Jakobus und Johannes und noch ein paar Männern fischen. Wir haben echt alles gegeben aber nichts gefangen. Das war so enttäuschend. Aber es hilft ja alles nichts, der Tag war angebrochen, wir waren erschöpft und es lang noch etwas Arbeit vor uns, die Netze zu reinigen.

Am Ufer angekommen begannen wir auch sofort, doch uns ist aufgefallen, dass sich schon eine ganze Menge Menschen versammelt hatten. Sie scharten sich alle um diesen Jesus. Er hatte einen beachtlichen Bekanntheitsgrad, aber er hatte auch echt etwas zu sagen. Mich hätte das ja auch mal interessiert, aber ich musste mich ja erst noch um die Netze kümmern und ich war auch echt müde.

Doch dann kam Jesus direkt auf uns zu, gefolgt von der Menge der Zuhörer. Er stieg in mein Boot ein und bat mich ein Stück hinaus zu fahren, denn vom Wasser aus konnte man ihn viel besser verstehen. Er setzte sich und begann die Menge zu lehren. Auch ich hing ihm an den Lippen. Ich war total fasziniert von ihm. Irgendetwas war an ihm besonders. Ich kannte ihn nicht wirklich aber er strahlte so eine Güte und Sanftmut aber gleichzeitig Autorität und Weisheit aus – und das in seinen jungen Jahren. Jünger hatte er scheinbar auch noch keine, obwohl er ein vortrefflicher Lehrer war und viele Menschen ihm gerne zuhörten.

Da, er war fertig. Ich dachte ja, dass er jetzt wieder aussteigen und weiterziehen und wir uns wieder der Reinigung der Netze widmen würden. Doch dann formulierte er eine nahezu lächerliche Bitte: „Fahr hinaus und wirf die Netze aus“. Also erstens sind wir gerade dabei die Netze einzupacken, zweitens fährt kein gescheiter Mensch um diese Uhrzeit zum Fischen hinaus und drittens haben wir es die ganze Nacht versucht. Hier gibt es wahrscheinlich einfach grade keine Fische. Und überhaupt, woher kennt er sich mit Fischen aus? Zuerst widersprach ich ihm auch, denn ich hatte überhaupt keine Lust, dieselbe Niederlage noch einmal zu erleben. Doch irgendetwas an ihm war so vertrauenserweckend, dass ich – entgegen jeglicher Logik – entschied, auf ihn zu hören.

Und was soll ich euch sagen? Innerhalb kürzester Zeit waren die Netze so voll, dass sie zu reißen begannen. So etwas habe ich noch nie gesehen! Das war ein Wunder! Schnell haben wir die anderen Fischer herbeigerufen und haben die Boote so voll geladen, dass sie beinahe untergingen.

Als mir dieses Wunder bewusst wurde, wurde mir ebenfalls bewusst, wen ich da in meinem Boot sitzen hatte. In meinem Boot, Simon Petrus, ein einfacher Fischer… Ich konnte den Gedanken kaum ertragen. Ich konnte nicht anders, ich kniete mich vor ihm hin und sagte voller Ehrfurcht: „Herr, geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch!“ Sollte es wirklich wahr sein, dass ich gerade dem Messias persönlich begegnet bin? Wie kommt der Sohn Gottes dazu, sich in mein schäbiges, stinkendes Fischerboot zu verirren und sich mit mir zu unterhalten?

Ich hatte immer gehört, wer Gott sieht muss sterben, weil man seine Heiligkeit einfach nicht aushalten kann. Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Angst ich hatte. Ich war nun wirklich kein vorbildlicher Jude und ich hatte eine lange und erfolglose Nacht hinter mir. Ich war einfach nur fertig und fühlte mich so unwürdig, solch einen Gast in meinem Boot zu haben.

Doch während ich da noch kniete und mich in meinen Gedanken verlor sagte er zu mir: „Fürchte dich nicht“. Er sagte noch etwas von „Menschenfischer“ und dass er einen Auftrag für mich hätte. Für mich! Ich war ein nichts und niemand, ein erfolgloser Fischer und ein sündiger Mensch. Und jetzt sagt Jesus zu mir, er hätte eine wichtige Aufgabe für mich. Ich war sprachlos aber gleichzeitig wusste ich auch, diesem Rabbi willst du vertrauen und folgen, koste es, was es wolle.

So zogen wir die Boote an Land, verstauten die Netze ein letztes Mal und machten uns auf den Weg. Wir nahmen nichts mit, wir wussten nicht, wo es hin gehen sollte, doch wir folgten ihm. Ich kann euch das gar nicht wirklich erklären, warum ich mich auf so eine riskante Sache eingelassen habe. Wahrscheinlich muss man diese Begegnung selbst erlebt haben, um sie zu verstehen. Aber für mich war die Sache einfach klar.

(Frei nach Lukas 5,1-11)

 

  • Simon war bereit, sich auf Jesus einzulassen, auch wenn seine Bitte in der Situation nahezu lächerlich klingen musste.
  • Er hatte einen „Aha“ Moment, in dem er erkannte, wer Jesus war und wer er selbst war.
  • Er war bereit, sein gewohntes Leben hinter sich zu lassen und sein Vertrauen in konkreten Schritten zu äußern.

 

 

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