Alltägliches

FREIHEIT ist eine Entscheidung

Freiheit ist doch toll! Solange sie uns nichts abverlangt, solange wir keine schweren Entscheidungen treffen müssen, solange wir dafür nichts zurücklassen oder entbehren müssen…

Letzte Woche habe ich eine Serie über Freiheit gestartet. Hier nochmal der Überblick:

FREIHEIT

F – Furcht & Friede

R – Risikobereitschaft

E – Entscheidung

I – Identität

H – Heiliger Geist

E – Ehrlichkeit

I – Ich

T – Thron

 

Freiheit ist eine Entscheidung

„Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,32 NBH)

Wenn euch also der Sohn frei macht, seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8,36 NBH)

„Der Geist von Jahwe ruht auf mir, / denn Jahwe hat mich gesalbt. / Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen / und zerbrochene Herzen zu verbinden; / den Gefangenen zu verkünden: „Ihr seid frei!“ / und den Gefesselten: „Ihr seid los!“;“ (Jesaja 61,1 NBH)

Wenn man Johannes 8 oder Jeremia 61 liest, könnte man meinen, Freiheit käme automatisch und frei Haus, sobald man Jesus kennenlernt. Gott tut alles und ich gar nichts. Gut, das ist auch irgendwie nicht völlig falsch, denn wir können zur unserer Errettung ja wirklich nichts hinzutun. Wer in seinem Leben aber  schon mal eine festgefahrene Angewohnheit oder gar eine Abhängigkeit hatte, der weiß, dass Freiheit eine bewusste Entscheidung und ein harter Kampf ist. Natürlich kann Gott uns von heute auf morgen von etwas befreien und ich habe so etwas auch schon erlebt, meistens jedoch tut er es nicht für uns sondern durch und mit uns.

In Galater 5 beschreibt Paulus diese Spannung sehr schön. Einerseits warnt er davor, in eine „Ich muss kämpfen, ich muss dieses Laster loswerden, ich muss ein guter Christ sein“ Einstellung zu verfallen, denn letztendlich entscheidend ist nicht mein Lebensstil sondern meine Beziehung zu Jesus.

„Christus hat uns befreit, damit wir als Befreite leben. Bleibt also standhaft und lasst euch nicht wieder in ein Sklavenjoch spannen! Merkt euch meine Worte! Ich, Paulus, erkläre: Wenn ihr euch beschneiden lasst, dann wird Christus für euch wertlos sein.“ (Galater 5,1-2 NBH)

Andererseits sagt er aber auch sehr deutlich, dass wir Gnade nicht missbrauchen und Freiheit als Ausrede für Zügellosigkeit und Egoismus nehmen sollen.

„Ihr seid ja zur Freiheit berufen, liebe Geschwister! Nur benutzt die Freiheit nicht als Freibrief für eure eigenwillige Natur, sondern dient einander in Liebe.“ (Galater 5,13 NBH)

Freiheit ist eine Entscheidung und auch manchmal ein harter Kampf und wir sollten ihn gewissenhaft kämpfen, so als ob alles von uns abhinge. Gleichzeitig aber können wir uns sicher sein, dass Jesus der Sieger ist und wir ohne ihn ganz schön alt aussehen. Während wir also im Kampf unser Bestes geben, wissen wir auch, dass alles von ihm abhängt.

Jesus bietet uns wahre Freiheit an, wir müssen uns nur darauf einlassen. Ich glaube, das Problem ist, dass wir es uns in unseren bekannten Gefängnissen vielleicht schon viel zu gemütlich eingerichtet haben.

Ich illustriere das mal anhand einer kleinen Geschichte:

Der Häftling

Es war einmal ein Gefangener, der für längere Zeit eingesperrt wurde und jeden Tag von einem Leben in Freiheit träumte. Er sehnte sich nach frischer Luft, weiten Feldern und Selbstbestimmung. 

Anfangs suchte er noch fieberhaft nach Möglichkeiten. Er legte Einspruch gegen das Urteil ein, dann beantragte er vorzeitige Entlassung und dachte sogar über einen Ausbruch nach. Doch nach einigen Jahren begann er, sich mit seinem Schicksal abzufinden und das Beste draus zu machen. Er richtete seine Zelle gemütlich ein, freundete sich mit anderen Häftlingen an, erlangte durch geschickte Tauschgeschäfte ein paar Luxusgüter, die ihm die Zeit versüßten, und er freute sich jeden Freitag auf den Schnitzel Tag. 

Eines Nachts ging seine Zellentür auf. Das war höchst ungewöhnlich und es war auch kein Wärter in Sicht. Jemand hatte den Generalschlüssel entwendet und ließ nun alle Häftlinge frei. Auch unser Häftling sah die offene Tür, doch er blieb noch in seiner Zelle, denn dort kannte er sich aus und er traute dem Braten noch nicht. Was ihn dort draußen erwarten würde, wusste er nicht, doch in seiner Zelle fühlte er sich sicher und dort gehörte er auch irgendwie hin. 

Nach einer Weile kam ein anderer Häftling vorbei und rief ihm zu, er müsse sofort kommen, denn gleich würden die Wachen vorbeikommen. Unser Häftling blickte auf und antwortete: „Ich kann nicht… Ich habe gerade meine Fotos aufgehängt, meine Bettdecke ist frisch gewaschen und gemütlich und Freitag ist Schnitzeltag…“

„Sei nicht dumm, das ist deine Chance auf Freiheit, du musst nur die Beine in die Hand nehmen und rennen, keine Zeit für Sentimentalitäten!“, schrie der andere Häftling über die Schulter zurück. Unser Gefangener sah sich noch einmal um, was er alles zurücklassen müsste. Resigniert setzte er sich auf sein Bett und dachte über seine Situation nach. Er wollte das nicht alles aufgeben und das musste er auch nicht, denn in diesem Moment wurde die Zellentür wieder verschlossen…

Komm auf die Siegerseite

Natürlich ist diese Geschichte überzogen, doch ich glaube, wir entscheiden uns viel zu oft gegen Freiheit, ohne es zu wissen. Wenn wir unfrei sind, muss das nicht immer an einer verschlossenen Tür liegen. Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist uns nicht manchmal einfach der Preis zu hoch?

Auch wenn Freiheit ein Geschenk Gottes ist, verlangt sie uns zumindest Vertrauen und eine Entscheidung ab und manchmal auch Ausdauer und Kampfgeist. 

Jesus ist bereits Herr und Sieger über jede Sucht, schlechte Angewohnheit, Depression, oder sonstige ausweglose Situation  doch manchmal habe ich einfach zu viel Angst loszulassen oder loszugehen. Manchmal fürchte ich mich glaube ich davor, durch die neugewonnene Freiheit allein und ungeschützt in unbekanntem Land zu stehen. Dann hilft es mir, mich daran zu erinnern, dass ein Leben in Freiheit eigentlich nur der (immer wiederkehrende) Entschluss ist, von der Verlierer- auf die Siegerseite zu wechseln.

In welchen Bereichen hast du dich vielleicht zu gemütlich eingerichtet? Welche Zellen hast du gerade neu renoviert und dekoriert? Wo hindert Angst oder Gewohnheit dich daran, in Freiheit zu leben?

 

Ein Gedanke zu „FREIHEIT ist eine Entscheidung

  1. Das war auch mein Kampf , als ich vor der Entscheidung stand in dem Schlamassel meines Lebens zu bleiben oder Jesus mein Leben zu übergeben. Es hat drei Wochen gedauert, bis ich mich auf das Neuland mit Jesus eingelassen habe und das Alte, wirklich katastrophale Leben, loslassen konnte. Aber die Entscheidung hat sich gelohnt und mich befreit und mir ganz neue Sichtweisen eröffnet.
    Heute gilt es immer noch Entscheidungen zu treffen, die mich befreien von eingefahrenen alten Mustern und Denkweisen. Es ist wohl ein lebenslanger Prozess. Was ich heute brauche ist Wachsamkeit, um diese alten Strukturen wahrzunehmen und mit Jesus zusammen ein Neues zu beginnen. Danke, Nadine, deine Beiträge sind dabei sehr hilfreich!👍☺

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