Alltägliches

Freiheit & Unterordnung – Geht das?

Bei all dem Gerede von Freiheit möchte ich nicht verschweigen, dass es immer noch jemanden gibt, der über allem thront und von dort mit Weisheit und Macht regiert. Ob wir an ihn glauben oder nicht und ob wir seine Herrschaft anerkennen oder nicht, ändert nämlich gar nichts daran, dass Gott diese Welt geschaffen hat und auch immer noch den Lauf aller Dinge in der Hand hält.

Das mag sich unfrei anhören, doch Gott ist kein Diktator, der seine Macht missbraucht, sondern er regiert mit Liebe und Gnade. Und so ist es tatsächlich möglich, dass wir uns seinem Willen unterordnen und gleichzeitig wirklich frei sein können. Die Bibel sagt:

„Begreifst du denn nicht, dass er dich mit seiner Güte zur Umkehr bringen will?“ (Römer 2:4b NBH)

Das ist ein Paradoxon, was die Welt noch nicht begriffen hat, welches aber immer wieder durch wahre Geschichten bewiesen wird. Ja, Gott hat klare Regeln und Vorstellungen und er ist absolut zuverlässig und gerecht. Dennoch regiert er nicht mit Angst und Druck, schreit uns nicht an und prügelt uns nicht in den Gehorsam.

Stattdessen umwirbt er uns mit seiner Güte. Er liebt uns, wenn wir ihn verachten, ihn nicht verstehen oder nichts von ihm wissen wollen. Er beschenkt uns, obwohl wir oft undankbar sind. Er gibt uns zweite, dritte, vierte und 857565736375. Chancen, obwohl er es nicht müsste. Er ist behutsam mit uns, auch wenn wir mal rumzicken – wie ein guter Vater halt.

Jetzt hast du vielleicht das Bild von einem Weichei im Kopf, mit dem man alles machen kann, der sich ja sowieso nie wehrt und immer nur freundlich lächelt und auf sich rumtrampeln lässt… Dann schau mal ins alte Testament, dort gibt es zahlreiche Begebenheiten, wo Gott ganz klar macht, dass er Sünde nicht duldet und da auch kein Auge zudrückt.

Gott ist mächtig und wir dürfen nicht vergessen, dass er auf dem Thron sitzt. Es ist gut, ihn Papa zu nennen, denn wir sind seine Kinder. Es ist aber genauso gut ein Gefühl von Ehrfurcht und Staunen zu haben, wenn wir uns in seine Gegenwart begeben. Einer meiner Lieblingsverse drückt genau das aus:

So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! (Hebräer 4,16 SCH)

Die neueren Übersetzungen sagen Zuversicht statt Freimütigkeit. Zuversicht ist auch gut, aber ich mag Freimütigkeit, denn darin steck das Wort „FREI“. Freimütigkeit bedeutet für mich, es gäbe Gründe Angst zu haben, denn ich bin mir Gottes Macht bewusst. Doch ich muss mich nicht fürchten, denn ich weiß, dass Gott gnädig ist. In den Versen davor im Hebräerbrief erfahren wir auch, woher diese Gewissheit kommen kann, denn Jesus Christus selbst sorgt dafür. Er stellt sich höchstpersönlich als Mittler in den Weg.

Ich kann dir nur sagen, wenn du diese Freiheit, die Gott anbietet, einmal erlebt hast, dann verliert das Wort „Herrschaft“ auch seinen bitteren Beigeschmack. Gott ist einfach anders als Menschen und bei ihm ist es wirklich möglich gleichzeitig sein Diener, sein Kind, sein Freund und in allem völlig frei zu sein! Und es ist nicht nur möglich, sondern auch der einzige Weg zu wahrer Freiheit.

Der Thron in unseren Herzen

Auch in unseren Herzen gibt es einen Thron und wir können bestimmen, wen wir darauf setzen wollen. Leer bleiben wird er nicht, dafür gibt es zu viele Anwärter, die sich notfalls den Thron auch erschleichen oder gewaltsam an sich reißen. Diese Anwärter heißen zum Beispiel „Erfolg“ oder „Macht“, „Geld“, „Anerkennung“, „Glücksgefühl“, „Weltverbesserer“, „Genuss“, „Adrenalinkick“ usw. Die wenigsten von uns würden sagen: „Ich lebe nur für Geld“ oder „Das wichtigste im Leben ist Spannung und Adrenalin“, doch auch wenn wir das so nicht formulieren, leben wir oft so. Nicht weil wir es selbst so entscheiden, sondern weil sich jemand auf dem Thron breitgemacht hat.

Ich denke, du verstehst, worauf ich hinaus will. Oft sind die Dinge ja auch viel subtiler und kommen in positiven Verpackungen. Ich möchte uns auch einfach nur darauf aufmerksam machen, dass es einen Thron gibt und die Wahl des Thronfolgers bei uns liegt. Lassen wir etwas auf den Thron, was uns letztendlich nur versklaven wird oder setzen wir den darauf, der uns Freiheit schenken will?

Freiheit finden wir nicht in der Abwesenheit eines Herrschers, sondern in der Wahl des richtigen.

Vielleicht magst du dir mal ein paar Minuten Zeit nehmen und reflektieren, wer oder was die meiste Zeit dein Denken und Handeln bestimmt. Ist das der Throninhaber, den du gerne hättest, oder ist es an der Zeit, ihn vielleicht ganz rauszuschmeißen oder aber ihm einen anderen (möglicherweise auch wichtigen und einflussreichen aber etwas niedrigeren) Posten zu geben?

 

Mit dieser Aufgabe beende ich die Freiheitsserie. Es wurde bestimmt nicht alles gesagt und ich bin mir ziemlich sicher, morgen fällt mir ein, was ich unbedingt noch hätte sagen sollen. Doch für jetzt sind das die Punkte, die mich auf dem Weg in die Freiheit am meisten beschäftigt haben:

FREIHEIT

F – Furcht & Friede

In Freiheit fühle ich mich nicht überwacht oder bedroht.

R – Risikobereitschaft

In Freiheit habe ich keine Angst vor der Zukunft oder vor Fehlern.

E – Entscheidung

Niemand zwingt mich zur Freiheit, ich muss es schon selbst wollen.

I – Identität

In Freiheit muss ich mich nicht verstellen um zu gefallen, sondern darf sein, wie ich bin.

H – Heiliger Geist

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit! Wie viel Raum hat der Heilige Geist in meinem Leben?

E – Ehrlichkeit

In Freiheit kann ich ehrlich sein und nur durch ehrliche Betrachtung meiner Situation kann ich frei werden.

I – Ich

Der Freiheitskiller Nr. 1 -> nicht vergeben. Hier geht es um mich!

T – Thron

Einer regiert immer, wer ist es? Der, der dich versklavt oder der, der dich frei macht?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere