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»Gott, siehst du nicht, was ich alles für dich tun könnte…?« (Teil I)

Ich werde sicherlich nochmal zu Jona zurückkehren, wenn ich mit dem Buch weiter bin. Doch die nächsten 2 Blogeinträge möchte ich all denen widmen, die sich gerade in „Gottes Wartesaal“ befinden. Diese Zeiten, wo man so gerne etwas tun würde, aber einfach keine deutliche Weisung von Gott verspürt oder überall nur gegen verschlossene Türen rennt. Diese Zeiten sind furchtbar nervig und verwirrend, ich erinnere mich noch gut… Das sind die Zeiten, die wenig Sinn ergeben und so verschwendet vorkommen. Das sind Zeiten, in denen man sich Fragen stellt wie:

»Gott, siehst du nicht, was ich alles für dich tun könnte…?«

Möglicherweise hat sich auch David diese Frage gestellt, als er, der zukünftige König Israels, beim Schafe hüten Langeweile bekam.

Möglicherweise hat Abraham, Vater des Volkes Israel, sich diese Frage gestellt, als seine Frau wieder nicht schwanger war.

Möglicherweise hat Mose sich diese Frage gestellt, als er sein Volk 40 Jahre lang durch die Wüste führen musste.

Möglicherweise hat Petrus sich diese Frage gestellt, als er zusehen musste, wie der König der Juden geschlagen, verhaftet, verspottet und gekreuzigt wurde.

Möglicherweise habe ich mir diese Frage gestellt, weil ich eine Geistesgabe entdeckt habe ich aber keine Möglichkeit sah, sie anzuwenden.

Möglicherweise stelle ich mir diese Frage immer noch, weil ich Träume habe und sogar qualifiziert dafür wäre, ich aber einfach unfähig bin, sie alleine umzusetzen.

 

Ja, das ist wirklich so gewesen und der Frust war real… Das Problem ist aber weniger, dass Gott es nicht sieht, es liegt wohl eher in dem kleinen Wörtchen »ich«.
»Herr, was ICH alles für dich tun könnte…«
Aber lasst es uns doch noch etwas frommer ausdrücken: »Herr, was ich alles mit deiner Hilfe für dich tun könnte, weil ich dir erlaube durch mich zu wirken«. Ich fürchte nur, Gott ist nicht wirklich daran interessiert, etwas zu nutzen, was wir uns selber schon vorstellen können für ihn zu tun!

Sehen wir uns doch ein paar Leute aus der Bibel an. Sarah lachte Gott aus, weil er ihr im reifen Alter ein Kind versprach. Mose versuchte sich herauszureden, als Gott ihn zum Befreier seines Volkes ernannte. Petrus gab sowieso ständig Widerworte und Jona weigerte sich schlichtweg den Auftrag auszuführen. Letztendlich erlebte jeder von ihnen ein Wunder und kam seiner Berufung nach. Ich glaube also, Gott ist viel mehr daran interessiert, durch uns etwas zu bewirken, was sich keiner von uns aus eigener Kraft hätte vorstellen können.

Dazu gehört aber Glaube, Vertrauen und Geduld.
Glaube dass Gott es wirklich kann und will.
Vertrauen dass er es richtig macht.
Geduld während wir einfach nicht verstehen, warum Gott solche Umwege geht, obwohl wir ihm die Lösung doch schon zurechtgelegt haben.

Natürlich gibt es auch Situationen die mit einem einfachen und schnellen »Ja Herr, kann ich, erscheint mir logisch, mach ich« erledigt sind. Wenn wir aber Wunder erfahren wollen, müssen wir auch bereit sein, Gott seinen Job machen zu lassen. Dann müssen wir uns nach seinem Zeitplan richten, seinen Anweisungen folgen und nicht nach logischen Erklärungen suchen. Dann müssen wir bereit sein, »verschwendete« Zeit und Talente auszuhalten und erst zu gehen, wenn Gott zu uns sagt »Geh los!«.

Als Paulus im Gefängnis saß, hätte er wirklich gute Gründe gehabt, Gott nach dem Sinn zu fragen. Stattdessen schrieb er in seinem Brief an die Gemeinde in Philippi:

Jedes Mal, wenn ich ´im Gebet` an euch denke, danke ich meinem Gott für euch alle.  Ja, ich bete ständig für euch, und ich tue es mit großer Freude, weil ihr euch, ´seit ihr an Christus glaubt,` für das Evangelium eingesetzt habt  – vom ersten Tag an bis heute.  Ich bin überzeugt, dass der, der etwas so Gutes in eurem Leben angefangen hat, dieses Werk auch weiterführen und bis zu jenem großen Tag zum Abschluss bringen wird, an dem Jesus Christus wiederkommt. ´Geschwister,` ich habe euch so ins Herz geschlossen, dass es mehr als selbstverständlich für mich ist, mit solcher Zuversicht an euch alle zu denken. Denn ob ich nun inhaftiert bin oder ob ich für das Evangelium eintrete und seine Wahrheit bekräftige – immer beteiligt ihr alle euch an dem Auftrag, den Gott mir gegeben hat, und habt damit auch Anteil an der Gnade, die er mich erfahren lässt. Philipper 1,3-7 NGÜ (Hervorhebung von mir)

Paulus‘ Einstellung gefällt mir! Ab und zu brauche ich die Bestätigung, dass Gott das, was er beginnt, auch vollendet. Er überlegt es sich nicht auf der Hälfte anders und ich muss mir keine Sorgen machen, dass Gott irgendwann auffällt, dass er sich ausgerechnet bei meiner Berufung vertan hat. Paulus hatte einen klaren Auftrag von Gott, nämlich das Evangelium von Jesus Christus zu verbreiten. Nun saß er in Gefangenschaft und konnte sich fragen, ob er gescheitert war oder Gott sich geirrt hatte. Doch was tat Paulus? Er nutzte die Zeit, um die zu ermutigen, die seinen Auftrag in seiner Abwesenheit weitertrugen. Er war immer noch ein wichtiger Teil dieser Arbeit, aber ich wette, er hatte sich die Umstände etwas anders vorgestellt…

→ Wo darfst du dich gerade in Glaube, Vertrauen und Geduld üben?
→ Wo hält sich Gott leider überhaupt nicht an deine Pläne?
→ Wie nutzt du Wartezeiten? Sitzt du sie ab oder nutzt du sie, um Jesus besser kennenzulernen?

 

 

Bibelstellen:
Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft

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