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Hurrikan Harvey und der Leib Christi

Puh, meine Woche war definitiv von Hurrikan Harvey geprägt. Ich habe mehrere Jahre im Großraum Houston gelebt und habe dort immer noch viele gute Freunde. Obwohl alles weit weg ist und irgendwie eher wie ein schlechter Film vor mir abgelaufen ist, hat es mich doch betroffen gemacht. Ich hörte einen Ortsnamen und hatte sofort ein Bild vor Augen. Ich sah ein Foto einer überfluteten Wohngegend und wusste noch, wann ich dort wen besucht habe. Ein wirklich verwirrendes Gefühl.

Weil Harvey mein relativ einziges Thema diese Woche war, geht es heute natürlich auch um ihn. Erwartet aber bitte nichts Fundiertes und Nachgeprüftes und gut Strukturiertes, denn ich hatte andere Sorgen. Dies sind rohe Gedanken. Aber prüft selbst und seht, was ihr daraus machen könnt.

In meinem Bekanntenkreis haben 2 Familien so gut wie alles verloren. Es waren natürlich die mit den 7 Kindern und die, die sich unermüdlich in der Gemeinde stark gemacht und immer für andere eingesetzt haben. Dann kenne ich auch etliche, die gar kein Wasser im Haus hatten und einfach nur ein paar Tage festsaßen. Natürlich bin ich dafür dankbar aber fair sieht das erstmal nicht aus, dass einer alles verliert und einer überhaupt keinen Schaden erleidet.

Dann sah ich in einem Wust von Facebook Posts ein wahres Goldnugget. Ich weiß leider nicht mehr, wer es gesagt hat, wie der genaue Wortlaut war und ich finde es auch nicht mehr, aber es ging in diese Richtung:

Ihr, die ihr in euren trockenen Häusern sitzt und wegen der Flut nicht rauskommt. Fühlt euch nicht schlecht, weil ihr kaum Schaden genommen habt, momentan nicht helfen könnt und andere alles verloren haben. Ruht euch aus, wenn der Wasserpegel sinkt und alle, die gerade kämpfen, total erschöpft sind, dann seid ihr dran und dann brauchen wir euch ausgeruht!“

Ich finde das ist ein grandioser Gedanke und ich habe ihn heute bereits in die Tat umgesetzt gesehen. So ändert sich mein erster „unfair“ Gedanke in: „Eigentlich doch nicht so verkehrt, dass manche geschont wurden, die dann jetzt wirklich helfen können. Besser, als das Unheil gerecht auf alle zu verteilen und dann geht es jedem nur naja…“

Ich habe mich natürlich sofort gefragt, ob das auch fürs geistliche Leben gilt und mir sind Parallelen aufgefallen. Bei manchen Menschen in meinem Umfeld scheint einfach immer alles zu funktionieren und Gott schüttet Segen über Segen aus und andere müssen sich alles erkämpfen und es wird einfach nicht besser. Ganz schlimm wird es, wenn ich mir etwas wünsche und dafür bete und jemand anderes es bekommt… Ich werde den Gedanken über das Ausruhen und auf den Einsatz warten noch weiter denken, aber fürs Erste bewahrt er mich davor, den Segen anderer zu beneiden und ihn stattdessen als Ausrüstung zum Dienst zu sehen. Denn dann entpuppt sich dieser vermeintliche Konkurrent möglicherweise als nächster Staffelläufer im eigenen Team.

Man hat es oft gehört: „Not schweißt zusammen“ und das sehe ich auch gerade in Texas. Ich glaube, dass das schon sehr nah an Gottes Vorstellung für unser Miteinander herankommt (nachzulesen unter anderem in Römer 12 oder 1. Kor 12). Wäre es nicht schön, wenn wir das auch ohne Krise erkennen und hinkriegen würden?

 

Römer 12 HFA
Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe. Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt. In der Vollmacht, die mir Gott als Apostel gegeben hat, ermahne ich euch: Überschätzt euch nicht, sondern bleibt ehrlich und bescheiden im Urteil über euch selbst. Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat. Unser Körper besteht aus vielen Teilen, die ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Ebenso ist es mit uns Christen. Gemeinsam bilden wir alle den Leib von Christus, und jeder Einzelne ist auf die anderen angewiesen. Gott hat jedem von uns unterschiedliche Gaben geschenkt. Hat jemand die Gabe bekommen, in Gottes Auftrag prophetisch zu reden, dann muss dies mit der Lehre unseres Glaubens übereinstimmen. Wem Gott einen praktischen Dienst übertragen hat, der soll ihn gewissenhaft ausführen. Wer die Gemeinde im Glauben unterweist, soll diesem Auftrag gerecht werden. Wer andere ermahnen und ermutigen kann, der nutze diese Gabe. Wer Bedürftige unterstützt, soll das gerecht und unparteiisch tun. Wer eine Gemeinde zu leiten hat, der setze sich ganz für sie ein. Wer sich um Menschen in Not kümmert, der soll es gerne tun. Eure Liebe soll aufrichtig sein. Und wie ihr das Böse hassen müsst, sollt ihr das Gute lieben. Seid in herzlicher Liebe miteinander verbunden, gegenseitige Achtung soll euer Zusammenleben bestimmen. Bewältigt eure Aufgaben mit Fleiß und werdet nicht nachlässig. Lasst euch ganz von Gottes Geist durchdringen und dient Gott, dem Herrn. Seid fröhlich in der Hoffnung darauf, dass Gott seine Zusagen erfüllt. Bleibt standhaft, wenn ihr verfolgt werdet. Und lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. Helft anderen Christen, die in Not geraten sind, und seid gastfreundlich! Bittet Gott um seinen Segen für alle, die euch verfolgen, ja, segnet sie, anstatt sie zu verfluchen. Freut euch mit den Fröhlichen! Weint aber auch mit den Trauernden! Seid einmütig untereinander! Strebt nicht hoch hinaus und seid euch auch für geringe Aufgaben nicht zu schade. Hütet euch davor, auf andere herabzusehen. Vergeltet niemals Unrecht mit neuem Unrecht. Verhaltet euch gegenüber allen Menschen vorbildlich. Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden. Liebe Freunde, verschafft euch nicht selbst Recht. Überlasst vielmehr Gott das Urteil, denn er hat ja in der Heiligen Schrift gesagt: »Es ist meine Sache, Rache zu üben. Ich, der Herr, werde ihnen alles vergelten.« Handelt so, wie es die Heilige Schrift von euch verlangt: »Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen; ist er durstig, gib ihm zu trinken. So wirst du ihn beschämen.« Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.

 

Hoffnung für Alle® (Hope for All)
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