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Ich habe Recht – was nun?

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Von Natur aus bin ich ein Rechthaber. Das Ding ist, meistens glaube ich auch nicht nur Recht zu haben, ich kann es sogar beweisen! Die Frage ist lediglich, ob es mir etwas bringt?

Wenn mein Chef mir widerspricht kann ich natürlich die Protokolle heraussuchen und beweisen, dass mein Gedächtnis mich nicht im Stich gelassen hat. Nur habe ich dann Recht UND einen möglicherweise beleidigten Chef. Und da die Sache eh schon entschieden ist, werde ich an der Situation auch nichts mehr ändern. Was bringt es mir also? (Einen Schub fürs Ego? Bestätigung? Genugtuung? Sind das Dinge, die ich haben will?)

Andere Situation:
Ich fühlte mich ungerecht behandelt und vernachlässigt und jeder gab mir Recht, mich so zu fühlen. Es stand mir frei, Konsequenzen zu ziehen und niemand hätte mich dafür verurteilt. Doch was hätte ich dadurch gewonnen und was verloren? Es war keine einfache Entscheidung aber ich konnte das Gefühl auch nicht länger ignorieren; ich musste es loswerden. Das hieß also, entweder musste Gerechtigkeit geschaffen werden oder jemand musste mir dieses Gefühl abnehmen. Ich wusste keine Lösung also fragte ich Gott um Rat:

Kor 13, 4-8a
Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe hört niemals auf.

Petrus 4,8
Vor allem aber habt innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken.

Gal 5,13-15
Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe. Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Wenn ihr einander aber beißt und fresst, so habt acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet!

Phil 2,1-11
Gibt es nun [bei euch] Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, so macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid. Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Selbst wenn ich Recht habe, muss ich mich wohl immer noch entscheiden, ob ich davon Gebrauch mache und darauf bestehe, oder ob ich freiwillig verzichte. Da ich sage, dass Jesus mein Vorbild ist, fällt mir diese Entscheidung auch rein sachlich nicht besonders schwer. Wenn es sich nur nicht so schwer anfühlen würde, denn meine rechthaberische Natur sträubt sich sehr dagegen…

Auch wenn der Satz schon etwas abgedroschen ist, fällt mir kein besserer ein: Liebe ist eine Entscheidung, kein Gefühl.

Und ich möchte noch hinzufügen: Freundschaft auch.

 

 

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