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Doch dann hast du uns ins Weite geführt

Gestern noch habe ich mit einer Freundin darüber gesprochen, dass sich in meinem Leben gerade alles irgendwie eng anfühlt. Daraufhin meinte sie: „Ja, aber das Beste kommt noch“.

Vielleicht haben mich genau deswegen die Worte aus Psalm 66 heute morgen so angesprochen.

„Denn du hast uns geprüft, Gott, / hast uns wie Silber geläutert. Du hast uns ins Verlies gebracht, / uns schwere Lasten aufgelegt. Du hast uns niedertrampeln lassen. / Wir gingen durch Feuer und Wasser. / Doch dann hast du uns ins Weite geführt.“ (‭‭Psalm‬ ‭66,10-12‬ ‭NBH‬‬)

Eigentlich ist dieser Psalm eine einzige Lobeshymne. So erscheinen die Worte aus den Versen 10-12 auf den ersten Blick irgendwie unpassend. Warum redet jemand mitten im Danken davon, dass er schwere Zeiten durchgemacht hat?

Ich musste sofort an meinen letzten Urlaub denken. Ich war auf Mallorca in den Bergen wandern. An einem Tag ging es den ganzen Vormittag nur bergauf. Zwischendurch kamen mir so Gedanken wie: „Du hättest auch an der Küste entlang laufen können, aber nein, du wolltest unbedingt in die Berge…“. Gegen Mittag war ich einfach nur noch genervt, weil es nach jeder Biegung nur noch weiter hoch ging und kein Ende in Sicht war. Doch dann war ich endlich am Pass angelangt und auf der anderen Seite erwartete mich eine grandiose Aussicht.

Die Strapazen waren vergessen und ich war froh, nicht an der Küste spazieren gegangen zu sein. Doch dann hast du mich ins Weite geführt… nach der ganzen Anstrengung weiß man diesen Moment doch viel mehr zu schätzen und deswegen passen diese Strapazen eben doch sehr gut in einen Lobpreispsalm. Auch wenn sich das mittendrin vielleicht anders anfühlt. Gerade weil der Weg dorthin so kräftezehrend ist, mag ich diese Gipfel-Momente. Da wird auf einmal eine gefühlte Enge zu Weite, Schuld zu Freiheit, Trauer zu Hoffnung, Ablehnung zu Liebe, Mangel zu Überfluss.

Ich bin heute dankbar für dieses Bild, das Gott mir gegeben hat, und ich wünsche jedem, dass er die Bibel nicht nur liest, sondern genauso lebendig und persönlich erleben kann.

So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. (Hebr 10,35-36 SCH)
Bleibt daher fest und unerschütterlich in eurem Glauben, meine lieben Brüder und Schwestern! Setzt euch mit aller Kraft für den Herrn ein, denn ihr wisst: Nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut. (1. Kor 15,58 HFA)
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Röm 8,28 SCH)
PS: Psalm 66 hat in verschiedenen Übersetzungen einen deutlich unterschiedlichen Wortlaut. Mich hat die Weite angesprochen, aber vielleicht ist es für dich ja einer der anderen Begriffe.
du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen; wir sind in Feuer und Wasser gekommen, aber du hast uns herausgeführt in die Fülle. (SCH)
du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen, / wir sind in Feuer und Wasser gekommen. Aber du hast uns herausgeführt und erquickt. (LUT)
Du hast Menschen über unseren Kopf reiten lassen; wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen, aber du hast uns herausgeführt zum Überfluss. (ELB)
Andere Menschen trampelten auf uns herum, durch viele Feuerproben mussten wir hindurch – aber du hast uns aus der Gefahr befreit und uns mehr gegeben, als wir brauchten. (HFA)
Unseren Feinden hast du erlaubt, uns in den Staub zu treten. Durch Feuer und Wasser mussten wir gehen; doch du hast uns herausgeholt, sodass wir wieder frei atmen konnten. (GNB)

 

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