Bibel

Ist Gott gerecht? (Teil II)

Im letzten Beitrag, Ist Gott gerecht? (Teil I), ging es um die Frage, warum Gott Ungerechtigkeit manchmal duldet. Heute frage ich euch, wer definiert eigentlich die Begriffe „gerecht“ und „ungerecht“? Hat überhaupt jemand das Recht dazu? Ist das nicht manchmal einfach eine Frage des Blickwinkels? (siehe dazu auch: Die Ersten werden die Letzten sein…)

Ich kann euch jetzt schon sagen, auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort, denn es gibt fast so viele Auffassungen von Gerechtigkeit, wie es Menschen gibt. Wir können so viele Regeln machen, wie wir wollen, doch wenn das Einzelschicksal dann vor uns steht, oder es uns sogar selbst betrifft, sehen wir das meistens doch wieder ganz anders. (An dieser Stelle Hut ab an alle, die täglich Gesetzestexte auslegen, anwenden und/oder vollstrecken müssen, sicherlich keine einfache Aufgabe).

Gibt es also überhaupt so etwas wie eine absolute Gerechtigkeit? Darüber ein letztendliches Urteil zu fällen, überlasse ich euch. Dennoch erhebt Jesus in dem Gleichnis vom Unkraut (Matthäus 13,24-30) sehr exklusive Ansprüche. Lest seine Deutung selbst:

Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus seinem Reich sammeln und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre! (Matt 13,37-43)

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, zieht Jesus hier ganz klare Linien. Er spricht von den „Gerechten“ (dem guten Samen) und den „Kindern des Bösen“ (dem Unkraut). Dazwischen gibt es nichts, man gehört entweder zur einen oder zur anderen Seite.

Bei Pflanzen stört mich die Unterteilung weniger, aber wenn wir von Menschen sprechen, dann ist das ganz schön hart. Gibt es dann etwa keine „normalen“ Menschen, die gute Absichten haben und es echt versuchen und auch noch nie etwas wirklich Schlimmes getan haben? Also, ich meine so ganz einfache, nette Menschen, die anderen nichts Böses wollen, die sich aber jetzt auch nicht gerade als  fromm bezeichnen würden. Gibt es wirklich nur „Gerecht“ und „Böse“?

Die Bibel sagt ganz klar: Ja! Nur ein Kapitel vorher sagt Jesus selbst: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich“ (Mt 12,30)

Und im Brief an die Römer erklärt Paulus:

denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten (Römer 2,23)

Ob es uns gefällt oder nicht, ob wir es verstehen oder nicht, ob wir diese Meinung teilen oder nicht, die Bibel sagt: Wir sind alle Ungerecht. Punkt.
Gott sei Dank (und das meine ich wörtlich), gibt es noch einen Vers 24:

sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. (Römer 2,24; Hervorhebung von mir)

Ich fasse zusammen:

  • Es gibt nur „Gerecht“ und „Böse“
  • Wir sind alle „Böse“
  • Aber wir müssen dort nicht bleiben, denn wir können gerechtfertigt werden und haben somit die Chance, auf die andere Seite zu wechseln

 

Die nächsten Verse verraten uns auch wie:

Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz vor aller Welt sterben lassen. Jesus hat sein Blut für uns vergossen und mit diesem Opfer die Vergebung für alle erwirkt, die daran glauben. Daran zeigt sich, dass es gerecht von Gott war, als er die Sünden der Menschen bisher ertrug; er hatte Geduld mit ihnen. Jetzt aber vergibt er ihnen ihre Schuld und erweist damit seine Gerechtigkeit. Gott allein ist gerecht und spricht den von seiner Schuld frei, der an Jesus Christus glaubt. (Römer 3,25-26 HFA; Hervorhebung von mir)

 

Manchmal mag es uns nicht so vorkommen, jedoch ist die Bibel sehr deutlich:
Gott ist gerecht aber er ist auch barmherzig.
Und das, ihr Lieben, ist die Gute Nachricht. Sie mag haarsträubend oder unlogisch klingen, aber so steht es geschrieben und natürlich steht uns frei, es zu glauben oder nicht.

 

 

Bibelverse:

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