AlltäglichesInfoWahre Geschichten

Muttertag – zwischen Frust und Freude wird ein Blog geboren.

»Liebe Irgendwann-, Bald-, Ersatz-, In Gedanken- oder auch aktive Mama…« mit diesen Worten wurden heute bei uns in der Gemeinde zum Muttertag Rosen an alle Frauen verteilt. Zugegeben, Muttertag zählt nicht zu meinen Lieblingsfeiertagen und ich weiß, dass es einigen unter euch aus ganz unterschiedlichen Gründen ähnlich geht. Aber egal, was dieser Tag bei dir primär auslöst, es gibt immer andere, die sich genauso fühlen und jede Herausforderung bietet auch eine Chance. Also, was kann bei dir heute zwischen Frust und Freude geboren werden?

Mütter sollen gewürdigt werden (und das mehr als einmal im Jahr!). Ich war 5 Jahre lang AuPair für eine Großfamilie und bin nun Erzieherin. Ich weiß, wie anstrengend Kinder sein können! Wenn ich meine Kinder um spätestens 16:30 Uhr an die Eltern zurückgebe und meine Freizeit genieße, beginnt für euch Mütter die Arbeit nach der Arbeit. Wenn ihr mitten in der Nacht Nasen putzen oder Bettwäsche wechseln müsst, wenn ihr 300 Paar Socken in der Wohnung verteilt findet, wenn euer Festagsmenü heimlich dem Hund gefüttert wird, wenn die Trotzphase ihren Höhepunkt erreicht und wenn ihr euch fragt, wann das alles mal einfacher wird, dann denkt daran, dass Mutter sein eine großartige Berufung ist. Ihr genießt meinen Respekt!

Doch gerade zu Muttertag kommen auch viele alte Verletzungen hervor und führen dazu, dass wir uns an dem Tag wo alle Welt kitschige Karten und sentimentale Sprüche verschickt, am liebsten verkriechen würden. Doch was führt zu Muttertags-Frust und wie können wir angemessen damit umgehen?

Du bist Mutter aber deine Kinder interessieren sich nicht wirklich für dich
Ich stelle mir das schrecklich vor. Du hast dich jahrelang bemüht, gekümmert und für deine Kinder gesorgt, doch der Dank bleibt aus. Es nützt dir auch nichts, wenn jemand anders dir sagt, dass deine Mühe nicht umsonst war, denn eigentlich würdest du es gerne von deinen Kindern hören. Leider gibt es keinerlei Einsicht. Eine winzig kleine Aufmerksamkeit würde dir schon reichen, aber alles was du bekommst ist Ablehnung oder Gleichgültigkeit…

Wusstest du, dass es Jesus ganz genauso ging? In Matthäus 23,37 klagt er: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!“. Sie wollten nicht und er zwang sie nicht. Er betete für sie, er liebte sie weiterhin, er opferte sich für sie und er tat einfach nur das, wozu Gott ihn berufen hatte. Jesus hätte sich vielleicht auch über Anerkennung oder Bestätigung gefreut, aber er war sich seiner Aufgabe so sicher, dass er sie trotzdem erfüllen konnte. Selbst er hat Blut und Wasser geschwitzt und darum gebeten, dass der Kelch an ihm vorübergehe, doch letztendlich vertraute er auf Gottes Gerechtigkeit und seinen guten Willen. Einfach ist es sicher nicht und unfair noch dazu, doch sei gewiss, Gott ist nicht blind und jemanden selbstlos und unverdient zu lieben, ist genau das was er uns vorgemacht hat. So wird es zumindest sein Herz erfreuen, auch wenn noch keine weiteren Auswirkungen sichtbar sind.

Deine Mutter hat dich im Stich gelassen oder lebt nicht mehr
Du bist enttäuscht und wenn du an deine Mutter denkst, empfindest du Trauer, Wut, Gleichgültigkeit oder eine Mischung daraus. Vielleicht hattest du aber auch eine wundervolle Mutter, die dir viel zu früh genommen wurde. Eigentlich bist du dankbar, aber es schmerzt trotzdem an sie zu denken.

Die Gründe und die Umstände können so unterschiedlich sein, deswegen traue ich mich auch nicht, einen Lösungsansatz vorzuschlagen. Manchmal gibt es auch einfach (noch) keine Lösung (mehr). Auch Klärung oder Versöhnung sind nicht immer möglich. Was ich dir nur unbedingt mit auf den Weg geben möchte ist, dass Gott dich nicht vergessen hat oder für irgendetwas bestrafen will. Menschen machen Fehler und Gott tut manchmal Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann. Nimm dir die Zeit, die du brauchst um mit der Situation fertig zu werden und lass dir eben nicht von anderen sagen, was du alles tun musst. Du gehst deinen Weg mit Gott, ich meinen und die anderen ihren.

Ein Psalm. Von David. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele. Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen. Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des HERRN lebenslang. (Psalm 23)

Du wärst gerne Mutter aber du kannst nicht
Du sehnst dich nach eigenen Kindern, aber dieser Wunsch wird dir – aus welchen Gründen auch immer – verwehrt. Für dich ist Muttertag das Fest an dem du die Zähne zusammenbeißen und dich für die freuen sollst, die genau das haben, was du dir so sehr wünschst. Und an dieser Stelle wird es persönlich. Ich könnte dir von Sarah, Hannah oder Rahel aus der Bibel erzählen, die allesamt unfruchtbar waren und dann doch Kinder bekamen. Das sind auch wirklich tolle Geschichten, aus denen man viel lernen kann, doch diese Geschichten sind abgeschlossen, meine nicht. Ich weiß, wie sich das anfühlt.

Genau deshalb finde ich die Worte auf der Karte, die meine Gemeinde heute verteilt hat, so schön. Wenn Gott das so geplant hat, werde vielleicht noch irgendwann Mutter. In der Zwischenzeit aber möchte ich meine Rolle als Ersatzmutter und Mentorin wahr nehmen und so gut ich kann ausfüllen. Darum finde ich es auch sehr passend, dass dieser Blog am Muttertag „geboren“ wird. Den Gedanken und die Berufung zu schreiben und meine Erlebnisse mitzuteilen trage ich schon länger mit mir herum und nun ist die Zeit einfach reif. Ich bin gespannt!

Zwischen Frust und Freude
Die Liste der Frust-Erlebnisse ist natürlich nicht vollständig, sondern nur eine ganz kleine Auswahl. Was ich damit auch eigentlich nur verdeutlichen wollte ist, dass wir stets die Wahl haben, uns unserem Frust zu ergeben oder darin eine Chance zu sehen und aktiv zu werden.

Mit welchem Gedanken bist du schon länger „schwanger“ und was möchte endlich „geboren“ werden? Wenn die Zeit nicht reif ist, dann ist es so. Aber lass dich nicht von Frust davon abhalten, Gott zu vertrauen!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere