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Nach vorne blicken

Jetzt mal ehrlich, wer von euch hat Leichen im Keller? Jeder von uns hat doch Dinge, die man am liebsten ungeschehen machen würde, Situationen in denen man am liebsten die Zeit zurück drehen und anders handeln würde, Entscheidungen, die man jetzt ganz anders treffen und Dinge, die man vielleicht gar nicht oder auch viel früher sagen würde. Manchmal sind wir an den Peinlichkeiten unserer Vergangenheit tatsächlich maßgeblich beteiligt.

In anderen Situationen konnten wir uns jedoch nicht aussuchen, was uns geschehen ist. In manche unangenehme Ereignisse der Vergangenheit sind wir vielleicht auch ganz unvorhersehbar und unverschuldet hineingerutscht.

Ich kenne beide Varianten gut. Rückblickend ist die Schuldfrage natürlich sehr wichtig. Doch nach vorne schauend ist es eigentlich fast egal. Dazu habe ich ein sehr weises Zitat gesehen, das ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

Die Vergangenheit muss uns ein Ruder sein, das uns voranbringt; nicht ein Anker, der uns zurückhält.
(Warren Wiersbe)

 

Der entscheidende Punkt ist also weder warum noch durch wen wir in der Vergangenheit beeinflusst worden sind, sondern was wir daraus machen:

Die Vergangenheit als Anker:

  • Lasse ich mir von Geschehenem die Zukunft vermasseln oder Träume und Visionen zerstören?
  • Hält mich etwas gefangen? Plagen mich Schuldgefühle oder Ängste?
  • Hindert meine Vergangenheit mich an irgendwas oder engt sie mich ein?
  • Ist meine Vergangenheit etwas gegen das ich permanent ankämpfen muss? Etwas, was mich ermüdet und mutlos werden lässt?
  • Ende ich immer wieder in alten Wegen und alten Mustern?

Die Vergangenheit als Ruder:

  • Aus welchen Fehlern bin ich klüger geworden? Was hat zum Kurswechsel geführt?
  • Welche Erfahrungen helfen mir empathischer zu sein und weiten meinen Blick für die Nöte anderer?
  • In welchen Situationen konnte ich erfahren, dass Gottes Gegenwart genug ist?
  • In welchen Punkten bin ich jetzt wachsamer und besser gerüstet gegen Angriffe?
  • Wo bin ich stärker geworden? Wo wurde mein Charakter geformt?

Ich verstehe Warren Wiersbe so, dass wir uns zwar unsere Vergangenheit nicht aussuchen können, wohl aber, ob wir sie zum Anker und störenden Ballast oder zum Ruder und Richtungsweiser machen wollen. Vor dem Einfluss des Geschehenen können wir uns wohl nicht verstecken und die wenigsten Situationen lassen sich durch ein einfaches „Ich mach meine Vergangenheit zum Ruder“ aufarbeiten. Trotzdem will ich dich ermutigen, den Blick nach vorne gerichtet zu lassen.

Gott selbst sagt, dass denen, die ihn lieben, alles zum Besten dient. Er will dich trotz schwieriger Umstände wachsen und nicht verkümmern sehen. Er will, dass wir ihm folgen und ihm ähnlicher werden aber dazu muss man sich eben auch bewegen.

Und selbst wenn du dir das alles selbst eingebrockt hast und jetzt vielleicht denkst, du hast eh nichts besseres verdient, selbst dann hat Gott noch eine viel bessere Idee. Selbst wenn du aus eigener Dummheit dort gelandet bist, möchte Gott dir trotzdem helfen voranzukommen, denn seine Güte ist so viel Größer als unsere Fehler.

Manchmal lohnt sich ein Blick über die Schulter, aber nicht, um dort zu erstarren und mutlos zu werden, sondern um zu erkennen, wo wir herkommen und wie wir den Kurs eventuell korrigieren müssen. Wenn du dort eigene Schuld entdeckst, lass sie bei Jesus. Wenn du fremde Schuld entdeckst, kann er dir auch helfen, diese zu vergeben und ebenfalls hinter dir zu lassen.

Und dann blicke wieder nach vorn. Verfluche nicht die Vergangenheit und schäme dich nicht für sie, sie gehört zu deinem Lebensweg. Nutze sie um neuen Kurs auf dein Ziel zu nehmen.

„Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen zu sein; doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat. Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest: Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt. Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.“ Philipper‬ ‭3,12-14‬ ‭NBH‬‬

 

Noch eine persönliche Info…
Nach vorne blicken tu ich grad auch sehr intensiv. Falls es in den nächsten Wochen hier etwas ruhiger wird, dann liegt das daran, dass ich mein Leben gerade völlig neu ausgerichtet habe bzw voll dabei bin. Ich ziehe nämlich um! Das bedeutet eine neue Gemeinde, neue Aufgaben, neuer Job, neue Menschen, neue Herausforderungen, neue Abenteuer. Manches steht schon fest, vieles ist noch ungewiss (dafür dürft ihr sehr gerne beten), aber ich freue mich auf so viel Neues und bin sehr gespannt, was Gott noch alles vor hat.

 

 

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