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Hoffnungsloser Fall? – Niederlagen sinnvoll nutzen

Dieser Moment, in dem du bemerkst, dass du deine guten Vorsätze gerade zunichte gemacht und schon wieder versagt hast… kennt ihr den? Der klassische Monat für solche Gedanken ist zwar eigentlich Januar, aber leider hält sich die verführerische Macht der Sünde nicht an Terminkalender. Meistens kommt sie sogar äußerst ungelegen oder unerwartet, z.B. wenn wir hungrig, traurig, müde oder gestresst sind. Am liebsten schlägt sie dann zu, wenn wir keine Lust oder Kraft haben, dagegen anzukämpfen… Vielleicht versuchen wir es noch, aber irgendwann geht es einfach nicht mehr.

Ich denke, wir kennen, verabscheuen und fürchten alle diesen Moment, in dem uns das eigene Scheitern bewusst wird:

„Eigentlich wollte ich ja _______ (gesünder essen, aufhören zu rauchen, nicht mehr trinken, fluchen, lästern, lügen, was auch immer) aber ich habe es wieder nicht geschafft.“
Nicht genug, dass der Teufel (auch Ankläger genannt) mich auslacht und verhöhnt, irgendwann beginne ich ihm sogar Recht zu geben und mache mich selbst fertig, weil ich es wieder nicht geschafft habe.
„Na du siegreicher Frommer“, tönt der Ankläger, „ich dachte, du vermagst alles durch den, der dich stark macht, sieht aber für mich gerade nicht so aus!“
Verwirrt und kleinlaut beginne ich ebenfalls daran zu zweifeln. Was mache ich nur falsch? Warum will sich der versprochene Sieg nicht einstellen? Warum hat jemand/etwas/eine Sache/ein Gedanke/ein Gefühl noch so viel Macht über mich, obwohl ich doch eigentlich frei sein sollte? Bin ich ein hoffnungsloser Fall?
„Jaaaa hoffnungslos, absolut und ewig hoffnungslos“, freut sich mein Widersacher. Mit letzter Kraft versuche ich mich zu wehren: „Du Lügner, Gottes Gnade ist größer als meine Fehler.“ Doch anstatt zurückzuschlagen werden seine Gesichtszüge auf einmal freundlicher, irgendwie verständnisvoll. „Jetzt hör doch endlich auf zu kämpfen, du bist gut, wie du bist und du musst dich nicht ändern; jeder macht mal Fehler“, flüstert er mir liebevoll zu.  „Quäl dich nicht damit, mach dir nicht zu viele Gedanken und genieße dein Leben, so wie alle anderen auch“, fügt er zwinkernd hinzu.

Eigentlich sollte ich mich besser fühlen, aber ich tue es nicht, denn das Ganze war eine riesen große Lüge und ein sehr geschickter Täuschungsversuch. Beinahe wäre ich darauf hineingefallen. Ich gebe es zu, ich wollte ihm glauben. Denn ich bin es satt, immer die gleiche Niederlage zu erleben und eigentlich finde ich es sehr vielversprechend, dass er mich mitsamt meiner schlechten Angewohnheiten akzeptieren will. Was er sagt, klingt logisch und seine Versprechen verlockend. Doch etwas in mir warnt mich: „Trau ihm nicht.“ Im Grunde weiß ich es auch besser, denn ich bin schon zu oft auf ihn hereingefallen.

Was soll ich also tun? Ich fühle mich schlecht, es mal wieder nicht geschafft zu haben. Ich habe mich selbst enttäuscht und Gott noch viel mehr. Ich weiß, dass Gott gnädig ist und Sünde vergibt, aber ich fühle es gerade einfach nicht. Ich fühle mich alles andere als liebenswürdig.

Dann treffe ich eine mutige Entscheidung: Ich nehme meine Bibel und beginne zu lesen…

Lasst uns also unerschütterlich an unserem Bekenntnis zu Jesus Christus festhalten, denn in ihm haben wir einen großen Hohenpriester, der vor Gott für uns eintritt. Er, der Sohn Gottes, ist durch den Himmel bis zu Gottes Thron gegangen. Doch er gehört nicht zu denen, die unsere Schwächen nicht verstehen und zu keinem Mitleiden fähig sind. Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, doch im Gegensatz zu uns hat er nie gesündigt. Er tritt für uns ein, daher dürfen wir voller Zuversicht und ohne Angst vor Gottes Thron kommen. Gott wird uns seine Barmherzigkeit und Gnade zuwenden, wenn wir seine Hilfe brauchen. (Hebr. 4,14-16 HFA)

Die Israeliten haben Schuld auf sich geladen und den Bund verletzt, den ich mit ihnen schloss. Sie haben etwas von dem an sich genommen, was ich zur Vernichtung bestimmt habe. Sie haben es gestohlen und heimlich bei sich versteckt. Deshalb seid ihr euren Feinden unterlegen und müsst vor ihnen fliehen. Ihr selbst seid jetzt dem Untergang geweiht! Ich werde euch nicht mehr helfen, wenn ihr nicht das aus eurem Volk beseitigt, worüber ich mein Urteil verhängt habe. (Josua 7,11-12 HFA)

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen. Doch wenn wir behaupten, wir hätten gar nicht gesündigt, dann machen wir Gott zum Lügner und zeigen damit nur, dass seine Botschaft in uns keinen Raum hat. (1. Joh 1,9-10 HFA)

Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen stürzen nieder im Unglück.(Sprüche 24,16 SCH)

 

Das Gefühl, betrogen worden zu sein, wird immer stärker, doch so langsam sehe ich auch die Wahrheit wieder klar und deutlich:

  • Gott verabscheut Sünde, aber er liebt mich.
  • Gott nimmt Sünde sehr ernst und das sollte ich auch.
  • Ich habe versagt und muss das auch nicht schön reden oder ignorieren, aber Jesus hat bereits eine Lösung dafür (bzw ist die Lösung).
  • Der Ausdruck „Hoffnungslos“ befindet sich nicht in Gottes Wortschatz.
  • Ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal überrumpelt werde, doch ich werde mich vorbereiten und ich weigere mich, kampflos aufzugeben.
  • Sollte ich fallen, darf ich trotzdem mit Zuversicht zu Gott rennen, denn ich glaube, dass Jesus meine Schuld bezahlt hat, mir vergibt und vor Gott für mich eintritt.
  • Ich werde mich nicht bequatschen oder einlullen lassen und dem „alten Lügner“ glaube ich kein Wort.
  • Meine augenblickliche Niederlage soll nicht vergeblich sein; ich will daraus lernen und sie als Vorbereitung auf den Sieg nutzen. Die Worte, die Jesus einst zu Petrus sprach, möchte ich auch in meinem Leben verwirklicht sehen:

    Es sprach aber der Herr: _______, _______, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen; ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder! (Lk 22,32 SCH)

 

 

Bibeltexte:
Bibeltext der Schlachter Übersetzung
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Hoffnung für Alle® (Hope for All)
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