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Persönliches – Von Träumen, Sackgassen und einem treuen Gott

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Heute möchte ich euch noch einmal einen persönlichen Einblick in mein Leben geben und euch erzählen, was ich in den letzten Monaten so mit Gott erlebt habe. Es waren nicht nur schöne Dinge dabei und ich mag auch eigentlich nur darüber reden, weil jetzt die meisten Ungewissheiten geklärt sind und weil mein Pastor mich heute Morgen dazu inspiriert hat. Er meinte nämlich, wir sollen ruhig über seine Träume lachen, denn er will sogar so groß und so verrückt träumen, dass nur Gott das zustande bringen kann. Ich bin ehrlich, ich finde es angenehmer, wenn man meine Träume und Pläne toll findet, aber eigentlich hat er recht und es sollte mir wichtiger sein, wer mir diese Vision gegeben hat, als was andere darüber denken. Also los geht’s.


Ein Traum und eine Sackgasse

Zu meinem Traum bzw meinem persönlichen Mission Statement erzähle ich übrigens später konkreteres, es ist alles noch nicht druckreif ausformuliert sondern momentan eher noch eine grobe Richtung, in der ich meinen Platz finden möchte.

Als diese Richtung klarer wurde, zeigte sich allerdings auch ganz schnell, dass sie große Veränderungen mit sich bringen würde. Zuerst habe ich noch alles daran gesetzt, meinen Traum und meine aktuellen Umstände unter einen Hut zu bringen, doch es gelang mir einfach nicht, ich rannte überall gegen Mauern und verschlossene Türen. Ich fühlte mich von Gott in eine Sackgasse gedrängt und das gefiel mir überhaupt nicht. Natürlich glaubte ich, dass er mit einem Wort Mauern verschwinden lassen könnte, doch es geschah nichts.

Ich dachte: Ok Nadine, mehr beten, nicht aufgeben! Beharrlich sein.

Nichts.

Na dann hab ich mich vielleicht doch verhört, eigene Motive als Gottes Plan missverstanden, eine Abbiegung verpasst…?

Aber nein, die Vision blieb dieselbe und die Umstände änderten sich auch nicht. Was nun? Was wollte Gott von mir und warum ging es nicht weiter?

Ganz langsam und leise formte sich der Gedanke in mir, dass es vielleicht nicht weiter geht, weil ich nicht bereit bin, mich von meinem Platz zu bewegen…


Noch ein Traum und die Qual der Wahl

Diesmal träumte ich wirklich, also so richtig, nachts beim Schlafen und so. In meinem Traum stand ich wieder in der Sackgasse, in die ich mich von Gott gedrängt fühlte, doch diesmal ging ich einfach weiter hinein anstatt am Anfang sitzen zu bleiben und zu verzweifeln. Nach und nach entdeckte ich jede Menge Türen, Tore und Schranken. Im Traum dachte ich mir, ich guck einfach mal welche davon aufgeht. Das verrückte war, keine einzige war verschlossen, sie ließen sich alle öffnen, doch an jeder hing ein anderes Preisschild. Ich musste mich wohl entscheiden.

Ich höre nicht oft durch Träume von Gott, aber wenn dann weiß ich immer sofort, was sie mir sagen sollen. Nach dem Aufwachen war mir sofort klar, dass ich immer noch eine Wahl hatte, ich durfte eine freie Entscheidung treffen, ich musste mir nur über die jeweiligen Konsequenzen im klaren sein. Dass man sich der Kosten bewusst sein soll, sagt Jesus übrigens auch über die Nachfolge in Lukas 14,25-35, es ist also kein neues Konzept.

Trotzdem ist es eine echt bescheidene Situation, für jemanden, der einfach nur alles richtig machen will. Ich bat Gott um ein Neon Leuchtschild mit der Aufschrift „Richtiger Weg“, die Kosten waren mir egal, solange ich Gewissheit hatte, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. So, wer möchte raten, ob es eine Neon Leuchtschrift oder eine Stimme vom Himmel gab?


Erste Schritte

Als jemand, der Entscheidungen hasst und bloß keine Fehler machen will, fällt mir der erste Schritt immer besonders schwer. Ihr wisst, wie lange ich mich mit dem Thema Entscheidungen auch hier auf dem Blog beschäftigt habe, ich habe gebetet, gefastet, noch mehr gebetet, Kosten überschlagen, mich selbst für verrückt erklärt, meine Motive geprüft, mich von allerleuts Meinungen umstimmen lassen, noch mehr gebetet und dann… eine Entscheidung getroffen. Sie war in dem Moment relativ spontan und hatte weitreichende Konsequenzen.

Ich hatte von dieser Kirche mitten im Ruhrgebiet gehört, die Menschen erreicht, die mit Gott so erstmal überhaupt nichts anfangen können. Das wollte ich auch lernen und das passte auch wunderbar zu meinem Traum. Wäre diese Kirche in meiner Nähe gewesen, hätte ich mich dort liebend gern angeschlossen und investiert. Aber mal ehrlich, Ruhrgebiet??? Och nööö… kennt ihr diese „Gott schick mich wohin du willst aber nicht nach Afrika“ Gebete? Ja sorry, nicht böse gemeint, aber wir von außerhalb haben echt Vorurteile. Davon abgesehen hatte ich gerade meine Wohnung renoviert und einen festen Job. Eigentlich kam das also wirklich nicht für mich in Frage, vielleicht doch lieber eine andere Tür.

Wie gesagt, die Entscheidung war spontan und ging aufs Ganze. Volles Vertrauen, dass Gott diesen Weg ebnen wird, wenn ich ihn im Vertrauen gehe. Ich möchte mich hier auch nicht frommer darstellen, als ich bin, ich hatte auch eine sehr gute Freundin, die mir konkrete Hilfe angeboten hat und so habe ich es einfach gemacht: Wohnung gekündigt, obwohl ich zu der Zeit nur eine mündliche Zusage für eine neue hatte. Job gekündigt, obwohl ich nicht einmal im entferntesten einen neuen in Aussicht hatte.


Gott sei Dank

Warum erzähle ich euch das? Ganz ehrlich, ja ich bin auch ein wenig stolz drauf, diesen Schritt gewagt zu haben. Was ich aber wirklich damit sagen will ist: Vertrau Gott, dass er dich nicht fallen lässt und riskier einfach mal etwas Verrücktes für ihn!

Seit ein paar Tagen und wochenlanger Zitterpartie kann ich nur verkünden: 1. Ich mag das Ruhrgebiet und fühle mich dort total wohl! 2. Ich habe eine tolle Gemeinde auf die ich stolz bin 3. Ich habe eine schöne neue Wohnung und 4. einen vielversprechenden neuen Job, auf den ich mich sehr freue. Und ja, in dieser Reihenfolge. Die konventionelle Methode ist das vielleicht nicht, aber da Gott treu ist funktioniert das bei ihm viel besser so herum.

Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung.  Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse.  Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht. Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug. (Matt 6,31-34)

 

Unerschütterlich

Unerschütterlich ist immer noch mein Wort. Diese ganze Geschichte hat mir einfach einmal mehr gezeigt, dass es sich lohnt, Gott voll und ganz zu vertrauen. Es gab unterwegs sehr viele Tränen und harte Erkenntnisse und ich kann euch sagen, mein Glaube hing einige Male am seidenen Faden, als ich alles, was ich jemals über und von Jesus gelernt habe, auf einmal in Frage stellte.

Ich war kurz davor aufzugeben, nicht weil es zu schwer war, sondern weil ich einfach nicht mehr wusste, wem ich noch glauben und vertrauen konnte. Ihr wisst ja gar nicht wie viele einzig wahre Wege man angepriesen bekommt, wenn man einfach nur genug Leute fragt. Das war einfach nur verwirrend, doch ich selbst hatte mich so sehr getäuscht und verschätzt, dass ich auf meine eigene Wahrnehmung auch nicht mehr viel gab. Doch dann fiel mir das Buch „Warum ich nicht mehr glaube“ in die Hände und es hat mich so sehr wachgerüttelt, dass eins sehr fest stand: Ich werde dafür kämpfen, dass mir das nicht passiert. So lernte ich eine weitere Facette von unerschütterlichem Glauben kennen: Übernimm Verantwortung für deinen Glauben und lasse nicht zu, dass er zerstört wird.

„Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt“ (Epheser 6, 16)

Ich habe gelernt, manche Kämpfe lohnen sich nicht und fordern einfach zu viele Opfer. Doch dafür zu kämpfen, dass ich meinen Glauben nicht verliere, das lohnt sich immer und ist auch genau das, was Jesus für Petrus gebetet hat:

Doch ich habe für dich gebetet, dass du deinen Glauben nicht verlierst. Wenn du also später umgekehrt und zurechtgekommen bist, stärke den Glauben deiner Brüder! (Lukas 22,32)

In diesem Sinne:

Sei mutig!

Wage es, groß und verrückt zu träumen!

Geh ein Risiko ein!

Übernimm Verantwortung für deinen Glauben!

Bleib in Kontakt mit Jesus, alles andere muss und wird sich sowieso seinem Willen unterordnen!

Sei unerschütterlich!

 

 

2 Gedanken zu „Persönliches – Von Träumen, Sackgassen und einem treuen Gott

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