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Perspektive Ewigkeit – wie man zum geistlichen Filzstift wird

„I was here“ von Toiletten kennt man diese Schmierereien und in Gängen und Treppenhäusern bei berühmten Sehenswürdigkeiten sind sie ja auch keine Seltenheit. Wer noch über genügend Respekt vor dem Eigentum anderer verfügt, der macht stattdessen vielleicht auch einfach ein Selfie. Nur warum? Was bringt uns dazu, uns überall „verewigen“ zu müssen oder irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Wen interessiert es denn, wann ich am Frankfurter Flughafen auf welcher Toilette gesessen habe oder ob ich jemals auf dem Eiffelturm oder im Kölner Dom war?

Wie gesagt, es gibt Orte, die sind schon so beschmiert, dass es vielleicht auch einfach eine Art Gruppenzwang ist, sich da auch eintragen zu müssen. Aber jetzt stellt euch vor, ihr steigt 8km über schmale, einsame Pfade und Lavafelder auf einen Vulkan. Es gibt keine Straße, keine Mülleimer, keine Häuser (außer einer Berghütte), keine Bänke, nur Natur und hin und wieder ein Hinweisschild oder einen Wegweiser. Das ist das Bild, an dem ihr euch stundenlang erfreuen dürft:

Und dann schreitet ihr um einen Felsen, seht einen Wegweiser und außer der Nummerierung des Wanderwegs findet ihr noch in fetten, mit schwarzem Filzstift geschriebenen Buchstaben das Wort: KEVIN

Ich gehe daran vorbei und denke mir: „Ich bin ja so froh zu wissen, dass Kevin hier war!“ (Ironie aus…) Nein, in Wirklichkeit frage ich mich, was Kevin dazu getrieben hat sich auf diesem Wanderweg zu verewigen…

Gut, Kevin können wir nicht fragen also frage ich mich selbst. Ich wälze das Thema hin und her und komme zu dem Schluss, dass es ganz normal ist, Spuren hinterlassen zu wollen, schließlich hat Gott uns die Ewigkeit ins Herz gelegt (Prediger 3,11).

So versuche ich mein Leben mit einer größeren Perspektive zu leben, als allein den heutigen Tag zu genießen. Meinen Müll packe ich also sorgfältig wieder ein und schleppe ihn den Berg mit hinunter, damit noch andere die Natur dort genießen können. Ich strebe ein aufrichtiges Leben an, auch wenn man mit Ellbogen und „nach mir die Sintflut“ Denken scheinbar oft einfacher zum Ziel kommt. Durch meinen Erziehungsstil möchte ich der heranwachsenden Generation bestimmte Werte vermitteln. Ich schreibe und teile meine eigenen Gedanken, Kämpfe, Erfolge und Niederlagen in der Hoffnung, anderen damit auf ihrem eigenen Weg zu helfen. Irgendwie möchte auch ich mich so auf eine Art und Weise „verewigen“ und offenbaren, dass ich da war und einen Unterschied gemacht habe.

Dazu brauche ich keinen Filzstift und es geht mir auch im Grunde nicht darum, meinen eigenen Namen irgendwo stehen zu sehen. Trotzdem mag ich den Gedanken, dass Gott seinen genialen Plan hier verwirklicht und ich irgendwann auf eine Stelle zeigen kann und wie ein kleines Kind, das sich zum ersten Mal selbst auf Video sieht, sagen kann: „Da, da bin ich, da durfte ich mitmachen!“

Und wie schaffe ich das ohne Filzstift? Erstens, indem ich im Gebet Augen, Ohren und Herz für seine Absichten offen halte und zweitens mit der Bereitschaft, das dann auch zu tun.

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5:14-16 SCH2000

Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende!
Matthäus 9:35-38 SCH2000

Da sagte Maria: »Ich bin die Dienerin des Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen.« Hierauf verließ sie der Engel.
Lukas‬ ‭1:38‬ ‭NGU2011‬‬


Wo siehst du Gelegenheiten, dich ohne Filzstift zu verewigen?

Wodurch erkennt man, dass du hier warst?
Welche von den Dingen, in die du investierst, haben Ewigkeitswert?

 

»Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. Sammelt euch stattdessen Reichtümer im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo auch keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Reichtum ist, da wird auch dein Herz sein.«
Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben.
Matthäus 6:19-21, 33 NGU2011

 

Wie Maria sich verewigt hat, erfahrt ihr hier: Perspektive Ewigkeit – Marias Beispiel

 

Bibeltext der Schlachter Übersetzung
Copyright © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen
Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft

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