Bibel

Perspektive Ewigkeit – Marias Beispiel

In meinem letzten Beitrag Perspektive Ewigkeit – wie man zum geistlichen Filzstift wird ging es um die Frage, warum wir Menschen das Bedürfnis haben, überall „I was here“ drauf zu schreiben. Was ich dort beschrieben habe, war eine mögliche Perspektive und irgendwie auch eine Ermutigung, nicht einfach in den Tag hinein zu leben, sondern mit Perspektive Ewigkeit. Es war ein Aufruf, Gottes Willen zu suchen und sich daran zu beteiligen.

An dieser Aussage möchte ich auch nichts ändern. Trotzdem ist mir noch eine weitere Perspektive bewusst geworden: Es geht dabei nicht um mich! Vielleicht sollten wir mit unseren geistlichen Filzstiften also nicht „I was here“ sondern korrekterweise lieber „Jesus was here“ schreiben. Denn um meinen Namen geht es nicht sondern um seinen Namen, der höher ist als alle anderen (Phil 2,9).

Ich habe mich in der letzten Zeit intensiver mit der Weihnachtsgeschichte in Lukas 1- 2 beschäftigt und wirklich Respekt vor Maria gewonnen. Maria war ein junges Mädchen mit bodenständigen Plänen. Sie war verlobt mit einem jungen Mann namens Joseph, mit dem sie ihre gemeinsame Zukunft plante. Maria war Jungfrau, eben ein ordentliches Mädchen mit vernünftigen Zukunftsplänen. Und dann durchkreuzt ein Engel ihre guten Pläne:

„Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen!“ Lukas 1:28 SCH2000

Was genau „Begnadigte“ bedeutet erfahren wir auch sofort:

„Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; […]

Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ Lukas 1:31-32, 35 SCH2000

In anderen Worten: Die bodenständige Maria, die bis hierhin ein ordentliches Leben geführt hatte, würde fortan als Ehebrecherin verachtet werden. Ihr Verlobter Joseph hätte sie nach dem Gesetz steinigen lassen können. Was würden ihre Eltern dazu sagen? Würden ihre Freundinnen zu ihr halten? Würde ihr irgendjemand ihre Geschichte abkaufen?

Glücklicherweise war Joseph ein guter Mann, der sie nicht der öffentlichen Schmach bzw Steinigung aussetzen wollte. Obwohl er wahrscheinlich auch ganz schön an der Enttäuschung zu knabbern hatte, beschloss er, sie einfach heimlich fort zu schicken. Doch nachdem auch er Besuch von einem Engel bekam, blieb er sogar bei Maria und setzte sich selbst der selben Schande aus, einen Sohn großzuziehen, der nicht sein eigener war.

Begnadet zu sein bedeutete für Maria langfristig zwar „Mutter Gottes“ genannt zu werden und eine wirklich unglaublich wichtige Rolle in Gottes Plan zu spielen. Kurzfristig allerdings bedeutete es Schande, Spott, Unverständnis, Zweifel und allerlei andere Schwierigkeiten auszuhalten!

Perspektive Ewigkeit bedeutet also nicht nur auf Gott zu hören und einen Unterschied in seinem Umfeld zu machen. Perspektive Ewigkeit bedeutet auch, seine guten Pläne von Gott über den Haufen werfen zu lassen.

Wie gesagt, ich habe großen Respekt vor Maria, die sich so bereitwillig darauf eingelassen hat und ich bewundere ihre Worte:

„Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach dei­nem Wort! Lukas 1:38 SCH2000

Maria hat sich verewigt, indem sie sich selbst und ihre Pläne beiseite gestellt hat und zugelassen hat, dass Gott sie durch noch bessere Pläne ersetzt.

Oft meinen wir es doch nur gut und wollen alles richtig machen, aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Ich glaube, Maria hat in ihren jungen Jahren schon verstanden, dass Gott gute Pläne mit uns Menschen hat. Sie hat wohl auch verstanden, dass Gott gerade die Menschen segnet, die diesen Segen nicht behalten wollen, sondern bereit sind ihn für andere zu empfangen.

In dem Weihnachtslied „Mary did you know?“ wird Maria immer wieder gefragt, ob sie wusste, wen sie da zur Welt bringen würde und was das für Auswirkungen hätte. Einerseits wusste sie es sicherlich, denn der Engel hat es ihr recht deutlich gesagt. Andererseits bezweifle ich, dass sie sich wirklich vorstellen konnte, was das alles heißen würde. Trotzdem war sie bereit, Gott zu vertrauen und ihre Sicherheiten aufzugeben.

Für Maria war es ein Wagnis, ja zu Gottes Plänen zu sagen und das hat sich bis heute nicht geändert. Zu sagen „Jesus, ich vertraue dir und ich glaube deinem Wort, zeig du mir, wie ich mein Leben leben soll“ ist immer noch ein Wagnis, zumindest gefühlt.

Maria hat sich einen Namen gemacht und war ein geistlicher Filzstift. Allerdings nicht, weil sie überall „Maria was here“ draufgeschmiert hat, sondern weil sie sich gesagt hat, es geht hier nicht um mich, sondern um genau einen Namen der verherrlicht werden soll und der lautet: Jesus.

„Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“
Phil 2,9-11

 

 

 

 

Bibeltext der Schlachter Übersetzung
Copyright © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere