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Richtig, aber nicht wahr

Richtig aber nicht wahr

„Richtige Sätze lassen einen Menschen allein, Wahrheit stellt sich als Wegbegleiter an seine Seite.“1

Viele Dinge, die wir sagen oder die zu uns gesagt werden, sind zwar objektiv betrachtet richtig aber eben nicht wahr. Das war am Samstag das Thema bei unserem Frauenfrühstück. Aber lasst mich das an einem Beispiel verdeutlichen:

Christine Caine, die heute Teil der Hillsong Church ist, Bücher schreibt, eine weltweite Kampagne gegen Menschenhandel betreibt und auch als Referentin sehr gefragt ist, beschreibt ihre Vergangenheit mit den Worten: „unnamed, unwanted, unqualified“2 (unbenannt, ungewollt, unqualifiziert)

Das schlimme ist, diese Worte waren richtig. Christine wurde von ihrer Mutter im Krankenhaus zurückgelassen, noch bevor sie ihr einen Namen gab. Gutachter beschrieben die Mutter als desinteressiert. Christine wurde adoptiert, erfuhr dies aber erst Mitte 30 durch einen Zufall. In ihrer Kindheit wurde sie wegen ihrer griechischen Wurzeln gehänselt, wurde missbraucht und wurde von ihrer Familie dazu gedrängt, nicht zu studieren, sondern lieber zu heiraten und viele Kinder zu bekommen. Christine studierte dennoch und es zog sie in die soziale Arbeit. Allerdings nannte die Universität sie dafür ungeeignet und gab ihr das sogar schriftlich. Schwarz auf weiß steht auf ihrer Geburtsurkunde „unbenannt“, in dem psychologischen Gutachten „ungewollt“ und in dem Schreiben ihrer Uni „unqualifiziert“. Diese Aussagen mussten also richtig sein. Doch Jahrzehnte später beweist ihre Lebensfreude, ihre Begeisterung für Jesus und ihr Erfolg: Diese Dinge waren richtig, aber nicht wahr!

„Richtige Sätze lassen einen Menschen allein, Wahrheit stellt sich als Wegbegleiter an seine Seite.“1

Das ist auch wunderbar in Johannes 1,17 beschrieben:

„Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ Johannes 1,17

Das Gesetz war richtig, aber es hat die Sünde lediglich aufgezeigt und den Sünder damit alleine stehen lassen. So ist Jesus nicht nur die Gnade und die Wahrheit sondern auch der Wegbegleiter, den Gott uns zur Seite gestellt hat.

„Denn zur Wahrheit gehört die Gnade, die einem Menschen einen Weg zur Veränderung ermöglicht“3

-> Welche Erfahrungen hast du mit Jesus gemacht, wie hat er dich auf unbequeme Wahrheiten hingewiesen und sich dir dann aber auch als Wegbegleiter angeboten?

 

„Damit Richtiges zur Wahrheit wird, ist eine prophetische Dimension nötig: Ein klarer Blick auf das, was im Moment ist und was durch die liebevolle Zuwendung Gottes und der Menschen daraus werden kann. Die Wahrheit Jesu entspricht nicht einer Gutachterposition, die einen Schaden möglichst objektiv richtig beurteilt, sondern sie hilft zurecht und ist immer heilend.“4

Nehmen wir ein Beispiel aus Lukas 19. Für seine Mitmenschen war Zachäus ein stadtbekannter Zöllner und Betrüger und damit haben sie eine richtige Aussage getroffen, denn er steckte sich so manchen Zoll in die eigene Tasche. Für Jesus allerdings war er ein „Sohn Abrahams“, der einen sündigen Lebensstil führte und mit dem man deswegen mal zusammen Essen musste. Das Ergebnis war, dass Zachäus seine Taten bereute und das gestohlene Geld vierfach zurückzahlte. Hier hat Gnade den Weg zur Veränderung ermöglicht.

Eigentlich bräuchten wir also für alle unsere Konflikte eine „Jesus Brille“, denn unsere eigene Wahrnehmung erlaubt es häufig nur, richtige aber keine wahren Aussagen zu treffen, denn oft können wir das Potenzial im Gegenüber doch gar nicht erkennen. Ich habe mal gehört, dass nach einem Unfall mehrere Augenzeugen befragt wurden und jeder beschrieb die Szene anders. Einer legte mehr Wert auf dieses oder jenes Detail, ein anderer fügte noch etwas hinzu oder widersprach dem ersten. Unsere Erinnerungen und auch unsere Gefühle mischen sich eben auch sehr schnell – und oft unbemerkt – unter den Versuch, etwas sachlich und objektiv zu beschreiben.

Und selbst wenn es uns gelänge, eine Situation völlig korrekt und detailliert zu beschreiben, dann würde immer noch der zwischenmenschliche Aspekt fehlen, der sich unserem bloßen Auge verbirgt. Jesus hingegen sieht nicht nur das Äußere sondern auch die Emotionen und sogar den Menschen, der wir in der Zukunft einmal sein werden.

Man kann diese Tipps und wissenschaftliche Erkenntnisse anwenden und Konflikte auch lösen, wenn man nicht an Jesus glaubt. Dann wird man einen Menschen vielleicht sogar richtig einschätzen, verstehen können und möglicherweise sogar verborgenes Potenzial erkennen. Aber wirklich durch und durch kennen, so wie Psalm 139 es beschreibt, das kann nur Gott. Echte Gnade und Wahrheit betritt die Situation erst in der Form von Jesus Christus. Ohne ihn kann man sicherlich auch Konflikte lösen, mit ihm haben wir aber einen entscheidenden Vorteil, warum nutzen wir ihn nicht?

Richtig, aber nicht wahr – Zusammenfassung:
1. „Richtig“ lässt allein – Wahrheit begleitet
2. Zur Wahrheit gehören Gnade und die Chance zur Veränderung
3. Wir brauchen eine Jesus Brille
4. „Richtige Sätze haben oft etwas Abschließendes. Wahrheit gleicht einem Doppelpunkt: Einem Weg zum Leben.“5

-> Wo hast du einen Punkt gesetzt, wo ein Doppelpunkt hin könnte?

 

 

Quellen:
1Kormannshaus, O. (2004). Einander Wegbegleiter sein. Kassel: Oncken, S. 15
2Caine, C. (2015): Your Past Isn‘t Your Future. Youtube, 24.06.2015, Web, 21.01.2018 um 20:45 Uhr, in: https://youtu.be/wOIgkOu-gS0
3Kormannshaus, a.a.O., S. 15
4Ebd.
5Ebd., S. 16

Bibeltext der Schlachter Übersetzung Copyright © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1204 Genf.

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