AlltäglichesGebet

Verankert – Frag doch einfach!

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Manchmal wünsche ich mir, ich hätte meinen Blog nicht „unerschütterlich“ genannt. So oft wie ich im letzten Jahr erschüttert und durchgerüttelt worden bin ist echt nicht mehr lustig. Das Schlimmste daran ist, dass ich ja weiß, wozu es alles gut ist, denn am Ende wird nur das stehen bleiben, was unerschütterlich ist. Spaß macht es aber trotzdem nicht. Es ist also ein sehr passender Zeitpunkt, sich weiter mit dem Thema „verankert“ zu beschäftigen.

Ausgangspunkt war Psalm 112,7-8:

Schlimme Nachricht macht ihm keine Angst, / mit ruhigem Herzen vertraut er Jahwe. Verankert ist sein Herz, er fürchtet sich nicht, / denn bald schaut er auf seine Feinde herab.

Ich habe über solch ein verankertes Herz nachgedacht (Verankert) und überlegt, wie man zu einem kindlichen Vertrauen in einen guten himmlischen Vater zurückfindet. Dazu ist mir noch ein vierter Punkt eingefallen. Punkt 1-3 findet ihr in Verankert – Zum kindlichen Vertrauen zurückfinden.

 

4. Kinder fragen einfach!

„Darf ich ein Eis haben?“ Fünf Minuten vor dem Mittagessen ist mir klar, dass die Antwort „nein“ sein wird und deswegen frage ich gar nicht erst. Doch was bewegt Kinder dazu, selbst die dreistesten Anfragen zu den ungelegensten Zeitpunkten zu stellen? Ich denke, sie machen sich einfach nicht so viele Gedanken wie ich. Was soll schon passieren? Bestenfalls ist die Antwort ja, schlimmstenfalls nein. Doch im Erwachsenenalter habe ich solch eine Angst vor Ablehnung und Enttäuschung entwickelt, dass ich gar nicht erst frage. Da sind Kinder mir tatsächlich wieder weit voraus.

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gibt, und, wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gibt? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten! (Matt 7,7-11)

Das ist sicherlich nicht als Freifahrtschein gedacht, Gott unsere Wunschlisten zu schicken und dann auf Erfüllung zu bestehen. Wir geben unseren Kindern ja auch nicht alles, was sie sich wünschen, aber doch einiges und es macht uns Freude, es ihnen zu schenken.

Mit welchen Erwartungen bete ich also? Mit der kindlichen Erwartung es zu bekommen oder mit der erwachsenen, die sagt: „Ach, klappt bestimmt eh nicht“. Ich sage euch, ich schreibe diesen Beitrag nur für mich! Ihr dürft gerne mitlesen und auch gesegnet werden, aber dieser Punkt trifft bei mir voll ins Schwarze. Manchmal bin ich einfach so kleingläubig. Mein engster Kreis kann sich vorstellen, an welches konkrete Anliegen ich gerade denke. Kinder fragen einfach. Ich bin ein Kind des einzigen und allmächtigen Gottes, warum frage ich nicht einfach und glaube, dass er zum perfekten Zeitpunkt antwortet?

 

Verankert

Eigentlich glaube ich das ja auch, zumindest mit meinem Wissen und Verstand. Nur das Herz hinkt manchmal noch etwas hinterher, weil es sich zu leicht von Erfahrungswerten und Wahrscheinlichkeiten ablenken lässt. Damit wären wir dann auch wieder beim verankerten Herz angelangt, das sich eben nicht von jeder Gefühlswoge mitreißen lässt.

Wie komme ich dort hin? Ich denke, indem ich mein Herz immer wieder packe und zur Wahrheit zurückbringe. Mir haben zum Beispiel die Predigten der letzten Wochen so viel gegeben. Genauso haben meine Freundinnen mich immer wieder genau zur rechten Zeit ermutigt. Dann gab es Tage, wo der Vers des Tages meiner Bibel App nur für mich geschrieben war. Aber es gab auch Zeiten, da war mir einfach alles zu viel, da hab ich die Hände überm Kopf zusammengeschlagen und gefragt: „Jesus, bist du eigentlich der einzige, dem ich hier noch vertrauen kann?“

Viele Fragen und wenige Antworten beschreiben gerade mein Leben ganz gut. Manche Fragen oder Bitten traue ich mich kaum zu stellen, obwohl ich genau weiß, dass ich eigentlich keine Angst vor dem Ergebnis haben sollte. Vieles ist unsicher, doch in alledem bin ich mir wenigstens einer Sache vollkommen und unumstößlich sicher:

Hab keine Angst und verliere nicht den Mut, denn der Herr selbst wird vor dir hergehen. Er wird bei dir sein. Er wird sich nicht von dir zurückziehen und dich nicht im Stich lassen! (5. Mose 31,8)

Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. (Röm 8,38)

 

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