AlltäglichesGottes Wille

Was erwartet Gott eigentlich von mir?

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Weißt du, was ich wirklich anstrengend finde am Christsein? Mich nervt es kolossal, dass ich bereits Gelerntes ständig wieder vergesse und mir neu in Erinnerung rufen muss. Jemand hat mal Römer 12,1 (siehe unten) zitiert und meinte daraufhin: „Wisst ihr, was das größte Problem an lebendigen Opfern ist? Sie wollen dauernd vom Altar hüpfen…“

Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, liebe Geschwister, ermahne ich euch nun auch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst. Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch so umgestalten, dass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt. Römer 12,1-2 NBH

Lasst uns nicht zu makaber denken. Während im Alten Testament noch tatsächliche Tieropfer gefordert wurden, ist unser Opfer heute im übertragenen Sinne zu sehen, nämlich dass wir uns Gott mit Leib und Leben zur Verfügung stellen, wie es in Römer 12,1 auch heißt. 

Doch mal ehrlich, auch wenn ich mein Opfer darin sehe, Gott von ganzem Herzen zu lieben und seinen Willen zu suchen, springt mein Herz doch ganz schön oft vom Altar. Hier eine Ablenkung, da ein Termin, dort eine vielversprechende Aussicht, da eine Verletzung, um die man sich kümmern muss… und am Ende des Tages, der Woche, des Monats merkt man dann, da war doch was… 

Mir fällt „da war doch was“ meist dann auf, wenn ich Leuten begegne, die von Gottes Gegenwart nur so übersprudeln. Also, Pause drücken, Herz wieder einfangen und zurück zum Altar.

Wenn es dir so geht wie mir, dann fällt dir der Weg dorthin vermutlich meist auch nicht so leicht. Hebräer 4,16 habe ich auch hauptsächlich aus genau diesem Grund auswendig gelernt:

So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! Hebräer 4,16 SCH2000

Trotzdem plagen mich unterwegs oft Gedanken wie:
Schon wieder vermasselt!
Lern es doch endlich mal!
Du hättest es besser wissen müssen!
Andere kriegen das auch hin!
Das ist mir peinlich, was wird Gott nur sagen?
Soll ich mich so überhaupt hin trauen oder doch einfach direkt alles aufgeben?
Hat doch eh keinen Sinn!
Warum passiert mir der gleiche Fehler immer wieder?
Weiß Gott überhaupt noch wer ich bin oder muss ich mich ihm neu vorstellen?
Bin ich eine Enttäuschung für ihn?

Die letzte Frage ist für mich die bitterste von allen. Ich kenne die Antwort und trotzdem kämpfe ich immer wieder mit dem Gedanken eine Enttäuschung oder eine Schande für ihn zu sein.

Doch all diese Fragen werden keine Antwort finden, wenn du dich nicht auf den Weg machst. Auch ein „mach ich morgen“ hilft da nicht wirklich weiter. Manchmal ist es einfach nötig alles stehen und liegen zu lassen und die Sache gleich zu klären (und wenn du Kinder hast, ich denke ja, das „stille Örtchen“ trägt seinen Namen genau deswegen…)

Zurück zur Enttäuschung. Damit einher geht ja die Frage nach den Erwartungen, die Gott an uns hat. Treffe ich seine Erwartungen oder enttäusche ich sie? Doch was genau erwartet Gott eigentlich von mir? Dass ich regelmäßig bete, artig bin, in den Gottesdienst gehe oder möglichst viel spende? Dass ich anderen von ihm erzähle und ein gutes Vorbild bin? Mich selbst verleugne und Gutes tue?

Ich will die Frage gar nicht selbst beantworten, denn sowohl in Micha als auch in Hosea gibt Gott selbst eine Antwort darauf:

Doch womit soll ich zu Jahwe kommen, / wie mich beugen vor dem hohen Gott? / Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten, / oder mit einjährigen Kälbern? Wird Jahwe sich über Tausende von Schafböcken freuen, / über zehntausend Bäche von Olivenöl? / Soll ich meinen Ältesten für meine Vergehen opfern, / meinen eigenen Sohn für mein Versagen?“ Man hat dir gesagt, Mensch, was gut ist, / und was Jahwe von dir erwartet: / Du musst nur das Rechte tun, / anderen mit Güte begegnen / und einsichtig gehen mit deinem Gott. Micha 6,6-8 NBH

 

Denn Güte will ich von euch / und nicht geschlachtete Opfer. / Erkenntnis Gottes bedeutet mir mehr / als brennende Opfer auf dem Altar. Hosea 6,6 NBH

Jesus zitiert diesen Vers übrigens an zwei Stellen, als die Pharisäer sich mal wieder darüber aufregen, dass er sich nicht an ihre Gesetze hält und sich einfach mit Zöllnern und Sündern an einen Tisch setzt (Mt 9,13) bzw seinen Jüngern am Sabbat erlaubt, sich etwas zu essen zu besorgen (Mt 12,7).

Was du daraus mitnimmst überlasse ich dir. 

Meine persönliche Erkenntnis des Tages war die Antwort auf die Frage „Gott, was erwartest du eigentlich von mir?“ und die lautete:

„Versuch doch bitte nicht, mir krampfhaft gefallen zu wollen. Ja, bemühe dich gerne um ein ehrbares und aufrichtiges Leben aber – vor allem – bleib an meiner Seite und lass meine Gnade dein Handeln bestimmen, mein Plan war, das mit dir zusammen zu machen…“ 

 

 

Ein Gedanke zu „Was erwartet Gott eigentlich von mir?

  1. Wow! So treffend beschrieben. Mein Herz hüpft auch immer wieder vom Altar und ich bin so dankbar, dass unser Gott so geduldig mit uns ist & seine Liebe grenzenlos. Er wusste wohl wie vergesslich wir sind als er uns seinen Heiligen Geist geschenkt hat, um unser Herz immer wieder an seine Liebe & Gnade zu erinnern und zurück zu ihm führen. 🙏🏻 Und dank ihm geben wir auch nie auf, egal wie oft wir versagen…

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