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Was Gott draus macht…

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Kennst du diese Momente, in denen du Gott fragen möchtest, ob er wirklich weiß, was er da tut? Im Prinzip bin ich mir sicher, dass er es weiß. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich noch nie den Drang hatte, Gott auf die Sprünge zu helfen oder eines Besseren zu belehren… Manchmal habe ich auch eine sehr genaue Vorstellung davon, wie er in einer Situation eingreifen oder handeln könnte. Und dann tut er es einfach nicht, sondern macht sein eigenes Ding. Frechheit!

Diese Woche läuft einfach alles drunter und drüber und nichts nach Plan. Ich bin genervt und gestresst und frage mich, wo Gott darin einen Sinn sieht. Aus besagtem Zeitmangel hatte ich mich eh schon entschieden, heute einen bereits geschriebenen Text zu veröffentlichen. Doch dann ist mir aufgefallen, wie passend er eigentlich ist. Heute habe ich einen Buchtipp für euch, den ich für die Seite jesus.de geschrieben habe. Es geht um Josefs Leben und was wir von ihm über Vertrauen lernen können.

In Josefs Leben ging auch einiges drüber und drunter und das nicht nur eine Woche lang, sondern über Jahrzehnte hinweg. Und ich finde, er hat das ziemlich souverän gemeistert!

 

Was Gott daraus macht – Vertrauen lernen mit Josef

Stefan Jung erzählt die biblische Geschichte von Josef in eigenen Worten und moderner Sprache.

Es beginnt mit den schwierigen Familienverhältnissen, in die Josef hineingeboren wird. Der Autor beschreibt seine Kindheit und Jugend inklusive aller Bevorzugungen und der Sonderstellung, die Josef in seiner Familie hatte. Eines Tages wird Josef zwar im Traum klar, dass er einmal über seine Geschwister herrschen wird, doch zunächst einmal nimmt sein Schicksal einen ganz anderen Lauf. Er wird von den eigenen Brüdern verkauft, in Ägypten zu Unrecht beschuldigt und inhaftiert und verbringt so etliche Jahre in Gefangenschaft. Erst viel später beginnen sich Gottes Verheißungen zu erfüllen, denn Josef ist die ganze Zeit treu geblieben, auch als es nicht danach aussah.

So kommt Jung vermutlich auch zu dem Titel des Buches „Was Gott daraus macht – Vertrauen lernen mit Josef“. Denn in diesem Buch geht es darum, Josefs Handeln zu verstehen. Die biblische Darstellung ist deutlich kürzer als die von Stefan Jung. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass er Details hinzudichtet oder verdreht. Er schafft es einfach, die Szenen so auszumalen, dass man sich als Leser wirklich gut in Josefs Lage hineinversetzen und beinahe zu fühlen glaubt, was er damals fühlte.

 

In die Josefsgeschichte eingestreut sind auch einige andere Geschichten und Bibelstellen, die das jeweilige Thema noch einmal aus einer anderen Perspektive beleuchten. Gegen Ende des Buches beschreibt Jung, wie Jakob Josefs Söhne mit überkreuzten Armen segnet.

Er sieht dies als Bild dafür, wie Gottes Segenslinien in unserem Leben oft verlaufen: „Anders, als wir das wollen oder uns vorstellen. Und wenn sie kreuz und quer verlaufen – sie verlaufen nach einem genialen und souveränen Plan“ (S. 119).

Und genau dieser Plan ist es, den der Autor uns hier an Josefs Leben verdeutlicht.

von Nadine Schliesky
Veröffentlicht auf: https://www.jesus.de/stefan-jung-was-gott-draus-macht-vertrauen-lernen-mit-josef-2/

 

  • Laufen bei dir auch gerade ein paar Segenslinien kreuz und quer?
  • Wo hat Gott dich völlig unerwartet gesegnet und wo verstehst du nicht, warum er scheinbar nichts tut?
  • Gibt es schon Dinge in deinem Leben, die – rückwirkend betrachtet – doch einen Sinn ergeben, obwohl es zunächst gar nicht so aussah?

 

Die Geschichte mit den überkreuzten Armen finden wir in 1. Mose 48, 8-21. Josef hat in seinem Leben definitiv viel richtig gemacht und unglaubliches Gottvertrauen bewiesen, doch hier erwischen wir ihn doch in einem kurzen Moment des: „Bist du dir sicher, dass du weißt, was du tust?“

Die folgende Unterhaltung führt Josef mit seinem Vater (und nicht mit Gott):

Als aber Joseph sah, dass sein Vater die rechte Hand auf Ephraims Haupt legte, missfiel es ihm; darum ergriff er die Hand seines Vaters, um sie von Ephraims Haupt auf Manasses Haupt zu wenden. Dabei sprach Joseph zu seinem Vater: Nicht so, mein Vater; denn dieser ist der Erstgeborene; lege deine Rechte auf sein Haupt! (1. Mose 48,17-18)

Trotzdem kann ich nicht anders, als mir Gott den Vater vorzustellen, wenn ich folgende Worte lese:

Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es wohl! (1. Mose 48,19)

 

Ich verstehe auch vieles nicht, aber ich versuche, mich mit den Worten „Ich weiß mein Sohn/meine Tochter“ zu trösten und entspannen. Denn selbst wenn Gott hier nicht direkt spricht, weiß er genau, was er tut und warum er sich bei manchen Dingen weigert, nach meinem Plan zu handeln.

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