AlltäglichesGottes Wille

Was machst du da?

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„Was machst du da?“ ist vermutlich eine der Fragen, die ich auf der Arbeit am häufigsten höre. Manchmal antworte ich darauf klar und deutlich und und bekomme dafür ein „Ah!“ als Reaktion. Manchmal antworte ich aber auch mit einem schelmischen Lächeln und einer übertrieben ironischen und ganz offensichtlich falschen Antwort. In einem bestimmten Alter ist das einfach herrlich mit anzusehen, wie es im Kopf des Kindes arbeitet und dann, nach ein paar Sekunden, mein schelmisches Lächeln erwidert wird und das Kind sagt: „Nein, du machst nur Spaß, ich sehe ja, was du machst!“. Das nur als kleine Anekdote am Rande.

Eigentlich wollte ich auf eine dritte Antwort hinaus, und zwar folgende: „Puh, das kann ich dir gerade ganz schlecht erklären, aber ich zeig es dir gleich, wenn ich fertig bin, ok?“. Manche Dinge sind einfach leichter zu zeigen als zu schildern und von manchen Dingen weiß ich einfach, dass sie die Vorstellungskraft meiner Kinder übersteigen. Ich will mich jetzt nicht mit Gott vergleichen, aber ich finde das ist ein gutes Bild dafür, dass auch so viele seiner Handlungen meine Vorstellungskraft übersteigen.

…so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. (Jesaja 55,9)

 

Was ich tue, verstehst du jetzt nicht

Im Moment fühle ich mich wie so ein Kind, das ständig fragt: „Was machst du da?“. So viele Dinge sind in den letzten Wochen um mich herum passiert, die ich einfach nicht verstehe und die mich irgendwie sprachlos gemacht haben. Und so stehe ich da fassungslos und frage: „Gott, was machst du da?“. Ich muss sagen, ich habe auch alle obigen Antworten schon erlebt, manchmal eine direkte und manchmal kam es mir auch so vor, als wollte Gott mich zu einem Späßchen einladen. Sinn für Humor hat er definitiv… Doch dann gibt es auch diese Antworten, die mir gar nicht gefallen: „Moment, ich zeig’s dir gleich wenn ich hier fertig bin…“. Nur in der Zwischenzeit stehe ich immer noch da und verstehe nur Bahnhof. Ihr glaubt mir nicht, dass Gott so etwas tun würde? Bitte:

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber danach erkennen. (Joh 13,7)

Hier ist Jesus gerade dabei, Petrus die Füße zu waschen. Doch der versteht die Welt nicht mehr. Füße waschen machen schließlich  die Diener und nicht der Lehrer… Was denkt Jesus sich dabei, diese erniedrigende Aufgabe zu übernehmen?

Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe? (Joh 13,12)

Und dann erklärt Jesus es ihnen.

Kindliches Vertrauen

Ich bin mal gespannt, ob ich irgendwann erfahre, wozu diese ganzen mir unverständlichen Dinge gut sein sollten. In der Zwischenzeit habe ich beschlossen, Jesus weiter zu beobachten, vielleicht komme ich ja – wie meine Kinder – auch noch selbst drauf. Ja, und wenn nicht, dann ist das irgendwie auch ok. Mir ist zwar klar, dass der Vergleich etwas hinkt, denn meine Kinder fragen aus Interesse und ich frage, weil ich mich von den ganzen Geschehnissen irgendwie bedroht oder erschüttert fühle. Dennoch will ich, genauso wie meine Kinder mir vertrauen, auch Gott vertrauen, dass er erstens weiß, was er tut und zweitens mein Bestes im Sinn hat.

Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. (Jer 29,11)

 

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Römer 8,28)

 

 

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