Alltägliches

Freiheit – Weißt du wer du bist?

Was hat Freiheit eigentlich mit Identität zu tun? Wir sind in der Freiheitsserie bei einem vielleicht nicht ganz so offensichtlichen Punkt angekommen, den ich aber gerne näher beleuchten möchte, weil ich ihn für absolut zentral halte. Falls du den Anfang verpasst hast, kommst du hier zu den vorherigen Beiträgen:

FREIHEIT

F – Furcht & Friede

R – Risikobereitschaft

E – Entscheidung

I – Identität

H – Heiliger Geist

E – Ehrlichkeit

I – Ich

T – Thron

Freiheit & Identität 

Ich glaube, Freiheit ist sehr eng mit Identität verbunden, denn wenn wir nicht wissen, wer wir sind, was uns ausmacht, wo unser Wert liegt, bzw wer ihn bestimmt, dann werden wir uns zwangsläufig irgendwo Antworten auf diese Fragen suchen oder zurechtlegen müssen.

Manche legen sich dann vielleicht selbst Ketten an und versklaven sich Gruppenzwängen oder Konkurrenzgedanken. Um dazu zu gehören muss ich so oder so sein oder dieses oder jenes tun oder besitzen. Ich will in einer Gruppe ja mit anderen mithalten können und mir ihre Anerkennung irgendwie verdienen. Ich will nicht auffallen, weil ich anders bin, sondern lieber dazugehören und mitreden können.

Doch das ist keine Freiheit! Das bin nicht ich.

Wenn ich immer nur schauen muss, wo der nächste Trend hingeht, um bloß von Anfang an dabei zu sein, dann ist dieser Trend mein Herr.

Wenn ich mich bemühe so auszusehen, so zu reden und mich so zu verhalten, wie andere Leute, dann bestimmen diese Leute über mein Leben und meine Richtung.

Wenn ich immer gucken muss, dass ich irgendwas besser kann als andere, dann ist das meine treibende Kraft.

Wenn ich ständig nur daran denke, wie ich auf andere wirke oder was sie von mir denken, dann gebe ich diesen Menschen das Recht, meinen Wert zu bestimmen.

Das klingt für mich nicht nur ungesund sondern – ganz fromm ausgedrückt – auch ziemlich nach Götzendienst.

Ouch!

Der Duden definiert Identität wie folgt: Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird. (1)

Weißt du eigentlich, als was du bezeichnet wirst?

Kurzer, aber sehr passender Einschub von heute morgen:
Ein Kind steht mit mit imaginärem Mikrofon ein paar Schritte entfernt und ruft: „Weißt du wer ich bin?“
Ich: „Ja“
Kind: „Nee, weißt du wer ich bin?“
Ich: „Ja, du bist *Vorname Nachname*.
Kind: „Nee, weißt du wer ich bin?“
Ich: „Ok, dann sag du es mir…“
Kind (fängt an zu singen): „Ich bin Gottes geliebtes Kind…“

Super auf den Punkt gebracht! Also, weißt du wer du bist?

Du bist:

– geschaffen als Ebenbild Gottes (1. Mo 1,27)

– schon vor deiner Geburt gekannt (Jer 1,5; Psalm 139)

– wunderbar und einzigartig (Psalm 139)

– geliebt (Röm 5,8)

Und wenn du an Jesus und das was er für dich getan hat glaubst, dann bist du:

– ein Kind Gottes (Joh 1,12) & von ihm adoptiert (Eph 1,5)

– angenommen (Röm 15,7)

– mit Gott vereint (1. Kor 6,17)

– kein Sklave mehr (Röm 6,6)

– gerechtfertigt (Röm 5,9)

– erwählt, königliche Priester, heilig & sein Eigentum (1. Petr 2,9)

– Tempel des Heiligen Geistes & für einen hohen Preis erworben, wertvoll  (1. Kor 6,19-20)

– Frei! (Joh 8,36)

uvm.

Die Bibel ist voll von Aussagen, was Gott von uns denkt und wer wir in Christus sind und wenn ich mir die so angucke, geben sie mir eine unglaubliche Gelassenheit und Sicherheit, nicht mit anderen mithalten zu müssen.

Freiheit ist so sein zu dürfen, wie ich bin. Natürlich dürfen die rauen Kanten auch gerne abgeschliffen werden, aber was am Ende überbleibt soll schon noch ich sein und keine Restesammlung von jedermanns Vorstellungen.

Auch hierzu kann ich eine wundervolle Geschichte mit dem Titel „Du bist einzigartig“ von Max Lucado empfehlen. In diesem Buch geht es um einen Holzjungen namens Punchinello, der nicht so viel von sich hält. Andauernd merkt er nur, dass alle anderen etwas besser können als er. Er fühlt sich ziemlich nutzlos und wertlos. Und zu allem Überfluss lebt er auch noch in einer Gesellschaft, die Sterne für gute und graue Punkte für schlechte Leistung verteilt und somit die Mitmenschen bewertet. Natürlich hat Punchinello nur graue Punkte.

Eines Tages trifft er ein Mädchen, die gar keine Aufkleber hat. Er fragt sie warum und sie verrät ihm ihr Geheimnis: Sie geht jeden Tag zu Eli, dem Schreiner, der die ganzen Holzpuppen geschaffen hat. Obwohl Punchinello sich ziemlich sicher ist, nicht gut genug zu sein, wagt er sich eines Tages doch in Elis Werkstatt und erfährt dort, dass er genau nach seinen Vorstellungen geschaffen wurde und deswegen unglaublich wertvoll und einzigartig ist. Der Moment, an dem Punchinello das versteht und glaubt, ist auch der Moment, an dem der erste graue Punkt von ihm abfällt…

Es handelt sich hier zwar um ein Kinderbuch, doch ich glaube, dass ganz viele von uns sich in unserer Leistungsgesellschaft sehr gut mit Punchinello identifizieren können. Es ist fast schon ironisch, dass die geläufige Meinung ist, dass Gott uns einengen und unsinnige und schwer auszuhaltende Vorschriften machen will, dabei ist genau das Gegenteil der Fall – er will uns von dem ganzen Leistungsdruck befreien.

Ich glaube wirklich, dass wir genau in dem Maße Freiheit erlangen, wie unsere Vertrautheit mit unserem Schöpfer wächst.

 

(1) https://www.duden.de/node/665090/revisions/1755593/view

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