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Willkommen Zuhause

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Willkommen Zuhause. Zuhause. Eigentlich bin ich gerne unterwegs und hänge nur wenig an Gebäuden oder Einrichtungsgegenständen. Wer so oft so weit umgezogen ist wie ich, der kann es sich auch nicht wirklich leisten, jedes Mal 20 Kisten mit Erinnerungen mitzuschleppen. Das letzte Mal habe ich vor genau 9 Jahren mein gesamtes Leben schön kompakt in 2 Koffer und ein Handgepäckstück gequetscht und bin gute 8000km über den Atlantik umgezogen.

Zuhause. Davon habe ich tatsächlich mehrere auf der ganzen Welt. Bei meiner Familie habe ich immer ein Zuhause, das ich nach besagtem Umzug auch noch einmal ganz spontan für 3 Monate bewohnt habe. Bei meiner Gastfamilie habe ich immer ein Zuhause und wenn grad alle Zimmer belegt sind, zieht immer eins der Kinder gerne auf Zeit zu einem Bruder um. Zuhause fühle ich mich aber – nach einer gewissen Eingewöhnungszeit – auch in meinem Zelt oder Hotelzimmer oder wenn ich gute Freunde besuche.

Willkommen Zuhause. Das steht auf der Karte, die Sonntag auf meinem Platz im Gottesdienst liegt. Ich nehme sie schon wahr, aber ich denke für Gewöhnlich nicht groß darüber nach. Das war diese Woche anders… vielleicht liegt es daran, dass ich gerade wieder aussortiere, packe und umziehe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit dem Alter sentimentaler werde. Zuhause hat für mich auf jeden Fall einen ganz anderen Stellenwert als noch vor 15 Jahren.

Zuhause ist für mich ein Ort, an dem ich mich auskenne und sicher fühle.
Zuhause ist für mich ein Ort, an dem ich mich von den Strapazen des Tages ausruhen und erholen kann.
Zuhause bedeutet für mich Geborgenheit und Vertrautheit.

Wenn das wegfällt ist erstmal alles irgendwie doof. So eine Wohnung braucht eben ihre Zeit um zum Zuhause zu werden, aber dann verlässt man sich auch irgendwie auf diese Sicherheit.

Gestern Abend lese ich dann:

„Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener zukünftigen Stadt, ´zu der wir unterwegs sind`.“ (Hebr 13,14 NGÜ)

Ob das jetzt eine Ermutigung oder Entmutigung ist, das entscheidest du. Ja, wir werden uns immer ein wenig sonderbar und fremd vorkommen als Christen in dieser Welt. Aber wenn Zuhause hier schon so schön sein kann, wie toll muss es dann erst in der Ewigkeit sein nach der sich unsere Herzen jetzt schon sehnen.

Ich glaube ja, dass Gott uns schon absichtlich ab und zu mal daran erinnert, dass wir hier kein bleibendes Heim haben, dass wir nur bei ihm völlige Geborgenheit erfahren und das komplett ortsunabhängig.

Passend zu meinem Blog hat mir eine Freundin eine Postkarte geschenkt, darauf steht:

Nur bei mir findest du echte, unerschütterliche Sicherheit. – Gott

Das sehe ich auch so, trotzdem bin ich immer wieder dankbar für Orte, an denen ich mich in dieser fremden, unvorhersehbaren und machmal schlichtweg feindseligen Umgebung Zuhause fühlen kann. Orte, von denen aus ich das Leben in Angriff nehmen und mich den Herausforderungen stellen kann. Orte gefüllt mit Menschen, die mir Halt geben und mich als Geschwister anfeuern und für die ich das gleiche tun kann. Orte, an denen man mal die Füße hochlegen und sich von den Strapazen erholen kann und mal Krankenpfleger ist – je nach Verfassung. Orte, die vertraut sind. Orte in die man (sich) investiert, um sie schöner zu machen.

Willkommen Zuhause.

 

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