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Der feine Unterschied – Woran man einen Jünger erkennt

Was macht eigentlich einen Jünger aus? Wie erkennt man denn in der heutigen Zeit so einen Nachfolger? Sind das diese seltsamen Gestalten, die in der Stadt Traktate verteilen? Oder sind das die mit den Jesus Armbändern?

Eigentlich bedeutet das Wort „Jünger“ nur so viel wie Schüler, aber wenn wir in der Bibel von Jüngern lesen, dann geht es meistens um Jesu Jünger (bzw Schüler oder auch Nachfolger). Doch Jesus selbst gibt seinen Jüngern den Auftrag, andere alles zu lehren, was er ihnen beigebracht hat und somit neue Jünger zu machen:

Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen. (Matt 28,18-20)

Wir, die wir Jesu Einladung angenommen haben, ihm zu glauben und nachzufolgen, sind also auch seine Jünger. Doch was macht so einen Jünger aus? Wie erkennt man in der heutigen Zeit so einen Nachfolger? Gut, manche lassen sich das aufs T-Shirt drucken, kleben einen Fisch aufs Auto und reden in ganz seltsamem Luther Deutsch (in Fachkreisen auch „Kanaanäisch“ oder auf Englisch „Christianese“ genannt). Als Gesprächsstarter ist das vielleicht auch manchmal nicht verkehrt, aber ist das wirklich unser Erkennungsmerkmal?

Jesus war einmal mit seinem engsten Kreis unterwegs und feierte mit ihnen das Abendmahl. Danach schnappte er sich ein Handtuch und wusch seinen Jüngern die Füße. Jesus wusste, dass seine Zeit auf Erden sich dem Ende näherte. Er hatte sehr viel Zeit mit seinen Jüngern verbracht, sie gelehrt und es ihnen selbst vorgelebt. Und kurz vor seinem Tod sagt er ihnen nun, woran man sie als Jünger auch dann noch erkennen wird, wenn sie ihm nicht mehr wortwörtlich überall hin nachfolgen können:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh 13,34-35)

Ist das so? Können nicht-Christen einander nicht auch lieben? Doch bestimmt, trotzdem gibt es da einen feinen Unterschied und der ist mir in einem Gespräch heute Morgen wieder einmal bewusst geworden.

Wir veranstalten in der Gemeinde einmal im Monat ein Frauenfrühstück. Dort gibt es immer leckeres Essen, einen geistlichen Input und jede Frau bekommt auch ein Gastgeschenk. In letzter Zeit war das immer mit sehr viel Liebe von einer Ehrenamtlerin selbst gebastelt. Und bei genau so einer Bastelaktion stellte eine völlig fremde Frau folgende Frage:

„Wer ist es denn wert so etwas Tolles gebastelt zu bekommen?“

Darauf folgte eine Erklärung des Frauenfrühstücks, was wir für einen Gemeinde sind und so weiter. Tatsächlich hatte diese Frau auch schon einmal jemanden getroffen, von dem sie vermutete, dass er „ähnlich gläubig“ war, „Baptist oder so“. Und wisst ihr was? „Die waren immer sooooo nett!“.

Vielleicht war das einfach nur eine bedeutungslose und zufällig Begegnung aber ich finde diese Fragestellung einfach interessant: „Wer ist es denn wert so etwas Tolles gebastelt zu bekommen?“

Vielleicht sollte man die Frage mal andersherum stellen: „Wer ist es denn NICHT wert?

Wenn wir eine Umfrage auf der Straße starten, kommen da sicherlich ein paar Namen zusammen: Angefangen beim nervigen Nachbarn über den Ehemann, der mal wieder den Müll nicht rausgebracht hat, bis hin zu der Verkäuferin im Supermarkt, die heute wohl einen schlechten Tag hatte.

Wenn wir allerdings Gott fragen wird die Liste wohl leer bleiben.

Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat
(Joh 3,16 Hervorhebung von mir).

Nun stirbt kaum jemand für einen Gerechten; für einen Wohltäter entschließt sich vielleicht jemand zu sterben. Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5,7-8)

Ich bin sicher, dass wir als Christen einen Unterschied machen, wenn wir einander nach Jesus Vorbild lieben. Das mag uns manchmal unbedeutend vorkommen. Es mag uns oder anderen auch oft nicht auffallen (leider gerade dann, wenn wir es erwarten würden). Trotzdem ist Nächstenliebe weder vergebens noch bleibt sie auf Dauer unbemerkt, denn sie ist genau das eine Erkennungsmerkmal, das Jesus so sehr betont und auch gelebt hat.

Also, wenn du daran zweifelst, dass deine Mühe sich lohnt: Sie lohnt sich. Und wenn du mich mal daran zweifeln hörst, schlag mich einfach mit meinen eigenen Waffen und schicke mir den Link zu diesem Beitrag…

 

 

Bibeltext der Schlachter Übersetzung
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